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Regie im eigenen Leben?! (Autor: Heinzelmann, Sandra)

7 Strategien für effektvolles Selbst-Coaching

Verlag: Junfermann, ISBN: 3873876817

Das Buch wendet sich an Leser, die sich für ihre eigne persönliche Entwicklung interessieren und vor allem sich selbst voranbringen möchten. Es handelt sich um einen Werkzeugkasten, der aus einzelnen Übungen und Werkzeugen besteht, um das Leben mit bewusster Eigenenergie zu führen. Dabei verwendet die Autorin die Metapher des Films. Der Leser wird zu seinem eigenen Drehbuchautor.

Dieses Buch ist vor allem etwas für visuelle Menschen. Es ist sehr pragmatisch und direkt geschrieben. Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall die Praxisorientierung. Frau Heinzelmann gibt dem Leser sieben Strategien für effektvolles Selbstcoaching an die Hand, um seinen eigenen Film des Lebens zu drehen. Alle Strategien sind im Imperativ mit Fragezeichen geschrieben und weisen den Leser auf die Handlungsorientierung hin. Dabei ist wird jede Strategie in einem eigenen Kapitel behandelt.

1. Strategie, wählen Sie die Genres…? (bevor diese Sie wählen)
Als Leser fällt mir also sofort auf, sei proaktiv. Das gefällt mir schon mal gut und ich werde es mir ab sofort für meinen Alltag wieder merken. Also entscheide ich über mein eigenes Genre. Das Problem ist nur, dass es mir äußerst schwer fällt zu spüren oder wahrzunehmen, ob es noch eine Komödie oder schon ein Drama ist. Ehrlich gesagt, finde ich die Metapher Genre zwar hilfreich, aber würde sie nicht als Ausschlusskriterium setzen. Dafür finde ich es sehr gelungen, dass Frau Heinzelmann in jedem Kapitel anhand eines Exkurses aus dem eigenen Lebensfilm erzählt und somit ein praktisches Beispiel für die jeweilige Strategie bietet. Jedes Kapitel schließt mit praktischen Aufgaben zum Selbstcoaching ab. Für das 1. Kapitel geht es um Fragen zum Lieblingsfilm, die Möglichkeit ein variables Ende des eigenen Lebensfilms zu gestalten.

Hinzu kommt, dass in jedem Kapitel auch noch praktische Tipps für Coachs vorhanden sind, die mit diesem Ansatz mit einem Klienten arbeiten möchten. Die wichtigsten Fragetechniken des Coachings werden verbunden mit Genres, z. B das Genre Drama: "Welches Drama hat Ihren Klienten selbst oder aus nächster Nähe beschäftigt?" Ziel dieser Übung soll die Stärkung der eigenen Ressourcen sein.

Die weiteren Strategien wie "Schreiben Sie Ihr Drehbuch...? (bevor es Sie schreibt) appelliert an eine positiv und proaktiv denkende und handelnde Person. Im 3.Kapitel geht es um die Besetzung der Darsteller. Hier geht es um die innere Stimme, aber auch um die Bedeutung von Nebenrollen und Inszenierungen.

Das 4. Kapitel beschäftigt sich mit dem Setzen von Licht. Hier geht es um Stärken und Schwächen, die Betonung der eigenen Person. Fragen wie Menschen, die eher ein negatives Bild von sich haben, ihre positiven Attribute heraus kehren können, werden anhand von Selbstübungen und Übungen für Coachs erläutert.

Endlich im 5. Kapitel kommt auch mal der Ton zur Sprache. Schlagen Sie bewusst den Ton an...? (bevor er Sie anschlägt). Es stimmt, die Sprache verrät uns, sie sagt genau wie wir uns fühlen, was unsere Werte sind. Sehr bedeutend ist für die Autorin das Wie, d.h. ob wir schweigen, schnell oder langsam sprechen. Die Beobachtung der Kommunikation gehört zum Basiswissen des Coach. Interessant und hilfreich ist das Kapitel trotzdem allemal. Auch wenn es schon bekannt ist, eine Anregung ist es wert, sich selbst mal zu beobachten, wie man Sprache einsetzt.

Schlussfolgernd aus den vorangegangenen Kapiteln ergibt sich die Frage der Balance. Wie sehen eigentlich die einzelnen Prioritäten in meinem Leben aus, wie bringe ich sie in meinem Film ein? Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel den Perspektivenwechsel bis hin anhand eines Lebensrades die einzelnen Prioritäten im "jetzt" und in der "Zukunft" festzulegen.

Die letzte und 7. Strategie zeigt, dass man sich sehr intensiv mit dem eigenen Ich auseinandersetzen sollte. Hier werden die bewährten Methoden wie Ich-Botschaften, der innere Dialog anhand von praktischen Beispielen dargestellt.

Insgesamt ein empfehlenswertes Buch. Nur manchmal wirkt das Ganze etwas an den Haaren herbeigezogen und das Medium Film wird meiner Meinung nach ein wenig zu sehr überstrapaziert. Viele der Übungen kommen aus dem Coaching und wirken im Kontext etwas fremd, sind aber durchaus denkbar und für visuell geprägte Coachs und Klienten eine interessante Möglichkeit.

Frau Heinzelmann ist ausgebildete Journalistin und weiß sehr gut mit Worten umzugehen. Ihre einfache und klare Sprache macht das Buch lesenswert. Da sie selbst ausgebildeter Coach ist, weiß sie um die Methoden und Techniken des Coachings und wie gut und kreativ man sie verknüpfen kann.

Die Idee und die Umsetzung der Analogie Film sind schlüssig, nur: Was passiert wenn ich nicht zu den visuellen Typen oder Filmfreaks gehöre? Dann würde ich mir wahrscheinlich auch dieses Buch nicht kaufen.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Susanne Kitlinski )


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