Die Gitarrenmusik zu Beginn ist noch das Beste an diesem Werk. Ich bin mir darüber im Klaren, das dies ein vernichtendes Urteil ist, aber da ich die 70 Minuten durchgehalten habe, muss ich meinem Leiden irgendwie Ausdruck verleihen. Der Text ist für ein Hörbuch völlig ungeeignet, weil er zum überwiegenden Teil aus Aufzählungen besteht. Die Punkte bei den Bullet-Point-Listen werden durch mehr oder weniger harmonische Töne symbolisert, verschiedene Stimmen, zum Teil mit Hall unterlegt, lesen die Überschriften und die Texte vor, z.B. so: "2. Feedback und Rückmeldungen geben" oder "Teil E: Bilanz ziehen, Mitarbeiter beurteilen und Zielerreichungen feststellen".
Es gibt einige wenige Spielszenen in dem Werk, bei denen man ahnt, wie mit Mitteln des gesprochenen Wortes durchaus Wissen anders als in Büchern vermittelt werden kann. Ansonsten aber überwiegt Langeweile. Beispiel für einen besonders schönen Satz: "Werden Leistungs- und Potenzialbeurteilung in einem Beurteilungskonzept aus Vereinfachungsgründen zusammengeführt, so sollten Sie sich als Beurteiler bewusst machen, dass die sehr gute Leistung eines Mitarbeiters nicht dazu führen muss, dass der Beurteilte auch ein hohes Potenzial hat."
Und das mit einer Stimme vorgetragen, die von einer Maschine stammen könnte. Wow...
Und inhaltlich? Die Klassiker: Das Beurteilungsgespräch, das Kritikgespräch, das "Tadelgespräch", Konfliktmanagement, Zielvereinbarungen, Lob, Anerkennung, situativ führen, Mitarbeiter informieren (aber nicht zu viel und nicht zu wenig) usw. usw. Zum Teil sind die Erkenntnisse verblüffend: "Mitarbeiterbeurteilung ist die Beurteilung des Mitarbeiters durch den direkten Vorgesetzten." Wer hätte das gedacht.
Mit anderen Worten: Die 10 Euro lieber anders investieren!
(Für MWonline besprochen von Johannes Thönneßen)