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Wie sag’ ich’s am besten... (Autor: Collignon, Gérard)

Die Process Communication in Management, Vertrieb und Weiterbildung

Verlag: Sieber Dialog, ISBN: 3927323020

Kommunizieren können ist eine wesentliche Fähigkeit für Beruf und Privates. Das Buch stellt uns daher sechs Persönlichkeitstypen vor, die zusammengenommen als Konzept der Prozesskommunikation deutlich machen sollen, warum wir nicht "alle auf dieselbe Weise verbunden sind" und wie wir besser miteinander reden können.

Kommunizieren können ist eine wesentliche Fähigkeit für Beruf und Privates. Das Buch stellt uns daher sechs Persönlichkeitstypen vor, die zusammengenommen als Konzept der Prozesskommunikation deutlich machen sollen, warum wir nicht "alle auf dieselbe Weise verbunden sind" und wie wir besser miteinander reden können.

Ich lese ein Buch immer von hinten, schaue mir zuerst die Werbung des Verlags für andere Bücher an und stöbere durch die Bibliographie, um zu wissen, woraus der Autor schöpft. So erfahre ich, dass wir uns methodisch in der Nähe der Transaktionsanalyse befinden. Das Buch wird eingeleitet durch einen Beitrag von Taibi Kahler, dem "Vater der Prozesskommunikation". Auf Taibi Kahlers klinische Studien gehen u.a. die recht populär gewordenen Antreiber (Sei perfekt, Streng dich an, Sei stark, Mach’s anderen recht, Beeil’ dich) zurück. Taibi Kahler hat festgestellt, dass eine Korrelation besteht zwischen den psychischen Bedürfnissen und dem jeweiligen Persönlichkeitstyp, zwischen ungelösten Problemen und den Misserfolgsmechanismen. Daraus entwickelte er die Methode der Prozesskommunikation, zu deren Anwendern sich u.a. der ehemalige Präsident der USA Clinton zählte. Uns die Prozesskommunikation näher zu bringen ist Aufgabe des Buches:

Da dies eine Rezension ist und kein Essay, muss es bei einer Skizzierung der Methode bleiben. Die Prozesskommunikation will Anhaltspunkte liefern, um Kommunikation zu verstehen. Dies wird angenehm aufbereitet in einer gut zu lesenden, kurzweiligen Collage aus Dialog, erzählendem Text und sachlichen Infos. Natürlich kommt da die wissenschaftliche Basis zu kurz. Wer sich für die Grundlagen, Details über die zugrunde liegenden Studien und statistischen Auswertungen interessiert, steht hier alleine. Ebenso fehlt ein Instrumentarium, etwa ein Fragebogen, mit dem der Leser den eigenen Persönlichkeitstyp bestimmen kann.

Im ersten Teil des Buches werden die sechs Persönlichkeitstypen der Prozesskommunikation beschrieben (Empathiker, Logiker, Träumer, Rebell, Macher, Beharrer), ihre psychischen Bedürfnisse und daraus folgend der Prozess der Misskommunikation analysiert. Im zweiten Teil folgen dann verschiedene Anwendungsbereiche des Modells, vornehmlich aus Management, Teamentwicklung und Verkauf.

Alle sechs Typen sind bei jedem Menschen vorhanden, aber in unterschiedlichen Ausprägungen. Jeder hat ein/zwei Vorzugs-Typen. Keiner ist besser oder schlechter gestellt als der andere, das Modell enthält sich einer Bewertung, sondern will dem Anwender erlauben, die unterschiedlichen Facetten des eigenen Verhaltens zu identifizieren und zu verstehen, wie seine Kommunikationspartner "ticken", um gelungener kommunizieren zu können.

Erhebliche Komplexität erfährt das Modell durch die Hinzunahme mehrerer den Typen eigener Kommunikationskanäle und der Integration verschiedener Persönlichkeitsanteile, die nicht mit den Persönlichkeitstypen identisch sind. So ergeben sich schier endlose Möglichkeiten eine Kommunikationseinheit zu analysieren, wenn etwa der Typ "Macher" mit einem ausgeprägten Persönlichkeitsanteil "Direktiver" im "spielerischen Kanal" mit einem Beharrer, der...
Es besteht die Gefahr, sich in der Differenziertheit zu verlieren. Im Fortgang begegnen einem noch einige klassische Konzepte aus der Transaktionsanalyse (Grundeinstellungen, Dramadreieck, Skript, Rabattmarken). Wer hier jedoch keine Vorbildung mitbringt, dem wird es evtl. schwer fallen, der Kürze der Darstellung folgen zu können.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Anwendungsgebiet Motivation: Die Grundidee lautet, dass zu jedem Persönlichkeitstyp spezifische Bedürfnisse gehören, die, um zu motivieren erfüllt werden sollten. Dies ist meiner Ansicht nach ein großer Rückschritt auf der Leiter der Motivationsforschung. Wenn man nur den Schlüssel (das Motiv, das Bedürfnis) wüsste, ließe sich der Mensch ganz einfach steuern. So nicht. Der Mensch ist, dass sagte uns schon von Foerster, kein Triviale Anreiz-Beitrags-Maschine und wir wissen inzwischen durch weit umfassendere Modelle, dass Menschen kalkulieren, bevor sie eine Handlung aufnehmen, dass sie Selbstwirksamkeitserwartungen haben, Bewertungen vornehmen, Erfolgswahrscheinlichkeiten und Instrumentalitäten berücksichtigen. Der Bereich über die Motivation der Persönlichkeitstypen ist leider in die schöne Falle allzu glatter Erklärungsmodelle gerutscht.

Resümee: Die in diesem Buch vorgestellte Methode der Prozesskommunikation ist eine "kleine" Fundgrube für alle die von klassischen Kommunikationsseminaren genug haben und sich einen anderen Zugang zur Philosophie der Kommunikation wünschen, allg. verständlich, gut geschrieben, stellenweise etwas kurz in der Darstellung.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Daniel Wrede, www.danielwre.de)


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