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Projektmanagement – Einführung (Autor: Ginevicius,Romualdas / Hausmann,Thomas / Schafir,Schlomo)

Verlag: Deutscher Betriebswirte-Verlag, ISBN: 3886401111

Projektmanagement-Bücher gibt es gar viele, darunter auch überflüssige. Dies ist ein solches...

Die Bedeutung der Projektarbeit in einer zunehmend variablen Wirtschaft braucht nicht weiter betont werden. Daher verwundert es nicht, dass jeder Verlag seinen Beitrag zum Thema herausgibt. Der Deutsche Betriebswirte-Verlag tut dies nun mit dem vorliegenden Buch. Dieses ist als Einführung konzipiert und eröffnet eine fünfbändige Reihe, die nach der Einführung noch die Themen:
- Projektmanagement – Analyse und Entscheidungsfindung
- Projektplanung
- Projektorganisation
- Operatives Projektmanagement
fortgeführt werden soll. Grundidee der Reihe ist es, Kosten und Risiken im Projektmanagement zu minimieren. Das Buch soll:
- "Probleme, die in Projekten auftreten können,
- Möglichkeiten, hier einen Einklang zu erzielen,
- die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten
beleuchten. Da jedes Projekt individuell ist, müssen in einem nützlichen, praxisbezogenen Lehrbuch auch individualisierte Ansätze dargelegt werden." Soweit der Verlag in seiner Kurzvorstellung des Buches. Wie sieht die Realität aus?

Der Inhalt gliedert sich in die Kapitel:

  1. Grundlagen des Projektmanagements (Begriffsbestimmungen, Vorteile der Teamarbeit usw.)
  2. Einführung von Projektmanagement-Systemen (Strategische Ziele, Projektleiter-Handbuch, Organisationsformen usw.)
  3. Projektplanung (Begriffe, Projektplanungsmethoden, Strukturierung eines Projektes usw.)
  4. Informationsmanagement in Projekten (Informationsverarbeitender Prozess)
  5. Zusätzliche Checklisten als Arbeitshilfen für den Projektalltag
Inhalt und Darstellung lassen bereits nach wenigen Seiten Fürchterliches erwarten. Ein roter Faden fehlt völlig und Einzelinformationen werden zusammenhangslos aneinander gereiht. So lautet beispielsweise ein Absatz: "Projektmanagement-Methoden sind hilfreich und modern, wenn sie im Kontext aktueller Trends, Einflüsse und Technologien angewandt werden." Aha. Aus solchen Überlegungen leiten die Autoren dann auch 12 Projekt-Regeln ab. Hierzu gehören u.a.:
  • Erziele einen Konsens über die erwarteten Projektergebnisse
  • Baue das bestmögliche Team auf
  • Entwickle einen realistischen Zeitplan
  • Vergiss nicht, dass es Menschen sind, die zählen
  • Sei veränderungswillig
  • Sei willens, neue Dinge zu versuchen (was ist der Unterschied zu veränderungswillig?)
Solche Beiträge sind einfach nur banal und völlig irrelevant für die Projektpraxis. Dass sich dann noch sachliche Fehler in den Begriffsdefinitionen eingeschlichen haben, ist ein weiteres Ärgernis. Wenig hilfreich sind auch die sogenannten "Fallstudien", die in den Text eingestreut wurden, etwa: "Die Antragsabwicklung wird analysiert und eine Konzeption zur Neugestaltung entwickelt. Ein Projektmitarbeiter, der in der Linienorganisation als Sachbearbeiter tätig ist, bringt gute Ideen ein. Vor dem geplanten Abgabetermin der Sollkonzeption verweigert er seine Zustimmung. Er begründet dies mit der noch nicht erfolgten Detailabstimmung mit seinem Linienvorgesetzten." Diese Darstellung und die ebenfalls nicht sehr viel aussagekräftigere Diskussion dieses "Sachverhaltes" helfen wirklich niemandem weiter.

Unangenehm fällt auch auf, das wesentliche Aspekte des Projektmanagements, wie etwa das Risikomanagement oder das Veränderungsmanagement, völlig fehlen. Da entsprechende Verweise fehlen, ist auch nicht zu vermuten, das diese Themen in den folgenden Büchern angesprochen werden. Auch sonst steht der Leser häufiger im Dunkeln. So sind Literaturliste und Text sind nicht wirklich miteinander verbunden, d.h. es fehlen Hinweise auf die entsprechenden Literaturstellen. Weiterhin vermisst man dort Angaben zu Verlagen bzw. Zeitschriften. Eine Recherche anhand der vorliegenden Literaturliste wäre dementsprechend aufwändig.

Abschließend noch ein paar Worte zu den Checklisten. Prinzipiell sind Checklisten ein wertvolles Hilfsmittel. Werden sie aber so gestaltet wie es hier passiert, dann geben sich Autoren der Lächerlichkeit preis. Es werden Detailaspekte zu Themen wie "Projektleiteraufgaben", "Planungsschritte" usw. aneinandergereiht, ohne auf Vollständigkeit, Relevanz oder andere Faktoren Rücksicht zu nehmen. Wer sich an derartigen Checklisten orientiert, muss in der Projektpraxis scheitern. Auch dem Verlag sind einige handwerkliche Fehler unterlaufen. Zweizeiliger Druck, der wenig Text auf 185 Seiten (ohne die Checklisten) unterbringt, mag noch tolerierbar sein. Rechtschreibfehler, Doppelnennung von Quellen und der fehlende Bezug zu den Folgebänden dagegen nicht. Auch eine sprachliche Überarbeitung hätte geholfen, Fehler wie "optische Schätzung" (gemeint ist optimistische Schätzung) zu vermeiden.

Fazit: Dieses Buch ist in jeder Hinsicht schlecht gemacht und keine Konkurrenz für andere Bücher zum Thema Projektmanagement. Empfehlung: Im Regal stehen lassen!

(MWonline zur Verfügung von Dr. Frank Edelkraut)


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