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Beratung |
Alles für Berater und solche, die es werden wollen |
Das Buch des Journalisten Klaus Balzer unterscheidet sich von dem hier früher besprochenen Insider-Report mit ähnlichem Titel ("The McKinsey Way" von Ethan M. Rasiel) grundlegend. Es ist ein Band der Buchreihe "Global Players" des Wirtschaftsverlages Ueberreuter, in der die "Geheimnisse" besonders erfolgreicher Wirtschafts-Tycoons oder Firmen (u. a. Rupert Murdoch, Bill Gates, Jack Welch oder Porsche) auf jeweils zehn Punkte (= zehn Kapitel) verdichtet werden. McKinsey-Interna werden nicht ausgebreitet. Der Autor beschreibt die Arbeitsprinzipien (="Erfolgsgeheimnisse"), die die Beratungsarbeit McKinsey´s heute bestimmen. Die zehn Geheimnisse von McKinsey lauten wie folgt:
1. Erfolg heißt Bewegung. Interne Revolution erzeugt Innovation. McKinsey praktiziert diese bei sich und ist deren Wegbereiter bei anderen.
2. Erfolg bedingt Teamarbeit: Projektteams bewirken, dass viele Ideen zusammenkommen und überlegenes Wissen entsteht. Leitungsteams ersetzen das "Leithammel-Prinzip". Die Mitarbeiter führen sich selbst.
3. Die Schnellen, Kreativen und Innovativen gewinnen. Der Kunde gehört dabei mit ins Team. Das Ziel: Wissen aus erster Hand bekommen, um schneller zu sein als die Wettbewerber. Dazu notwendig: Kleine, untereinander vernetzte Einheiten statt schwerfälliger Verwaltungsapparate.
4. Innovation verlangt Risikofreudigkeit, "Verpflichtung zum Widerspruch" und "Meriokratie" - das Prinzip, Mitarbeiter nach ihren konkreten Leistungen zu entlohnen und zu fördern. Erfolg schafft Gewohnheiten, die träge machen.
5. Unternehmen müssen global agieren, da Wettbewerb, Kunden- und Lieferantenbeziehungen ebenfalls weltweit verflochten sind. Gleichzeitig haben sie auch Verantwortung für ihre Region und das Unternehmen vor Ort. Die virtuellen Marktplätze im Internet erlauben selbst Kleinstfirmen den weltweiten Auftritt.
6. Start-up-Dynamik in die etablierten Unternehmen integrieren. Gebraucht wird dazu der "Evangenieur" (Kombination aus Evangelist und Ingenieur - eine Person, die die Welt verändern will und die erforderlichen technischen Fähigkeiten besitzt). Das Unternehmen zum Marktplatz mit flexiblen Strukturen und Freiraum für unangepasste Leute machen.
7. Selbstüberschätzung, Blindheit gegenüber neuen Entwicklungen und falsche Analysen von Kundenbedürfnissen führen zum Aus. Erfolgsorientierte Produktentwicklung bedeutet "Manager, kehrt zurück an die Bänder" (= den realen betrieblichen Dingen ins Auge schauen) und "Client first" (= was will der Kunde?).
8. Wer die eigenen Grenzen nicht antastet, hat keinen Erfolg. Die Angst vor Grenzüberschreitungen verhindert oftmals vernünftige Wachstumsstrategien. Nur die Unternehmen sind auf Dauer erfolgreich, die "angreifen" und ihre Wettbewerber mit neuen, innovativen Produkten übertreffen.
9. Unternehmen bleiben nur an der Spitze, wenn sie sich ständig neuen Herausforderungen stellen. Das Internet und die New Economy zwingen förmlich dazu, Märkte, Unternehmens- und Organisationsstrukturen zu verändern.
10. Humor und Selbstironie statt Verbissenheit und Borniertheit ermöglichen spielerisches Als-ob-Denken und innovative Geistesblitze. Außerdem schützen sie Manager davor, in schwierigen Situationen in Panik und Verzweiflung zu geraten.
Veranschaulicht werden die Wirkungen dieser Arbeitsprinzipien durch Beispiele aus den verschiedensten Branchen - nicht immer "Beratungsfälle" aus der Praxis der "Firm", sondern ebenso solche, wo Unternehmen oder Einzelpersonen von sich aus entsprechend gehandelt haben. Exemplarisch seien herausgegriffen die Firma AVECS in Fichtenwalde (Kapitel 2 und 4), deren Gründer nach 30 Jahren als Kapitän zur See ein Software-System für Schiffe und Reedereien entwickelte, mit dessen Hilfe Sicherheitsdefizite der internationalen Schifffahrt minimiert werden können, und der Computerhersteller Dell (Kapitel 9) mit seinem innovativen Geschäftssystem, das auf direkten Kundenbeziehungen, einschließlich der Kundenbeteiligung an der Produktentwicklung, Online-Verkäufen und zielgruppenspezifischem Marketing fußt. Die zehn Kapitel über McKinsey´s Geheimnisse werden ergänzt durch einen einleitender Abschnitt über den wenig bekannten Gründer, James Oscar McKinsey, sein Leben, seinen Werdegang und seine Arbeit als Hochschullehrer, Unternehmensberater und Manager, sowie ein abschließendes Resumé mit dem Titel "Wie man die McKinsey-Methode erfolgreich anwendet", das dem Leser die Kernpunkte des Buches noch einmal vor Augen führt und in ihm den Willen zur permanenten Veränderung - der wichtigsten Botschaft der Firma McKinsey - zu wecken versucht. (freundlicherweise MWonline zur Verfügung gestellt von Hansdieter Matthes
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(hdm 28.09.2001) |
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