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Handbuch Psychologie
Wissenschaft - Anwendung - Berufsfelder

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Pawlik, Kurt
1. Aufl. (2006)
Springer, ISBN: 3540221786


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Wirtschaftspsychologie

Themenliste Literatur
Organisationsentwicklung   Organisationen entwickeln sich immer, auch wenn man das nicht aktiv betreibt. Aber manchmal möchte man ja auch eingreifen...

Den aktuellen Stand der ganzen Psychologie in einem Buch - ein stolzes Werk. Auf circa 1.000 Seiten und in 65 Kapiteln wartet auf die Leser eine ganze Menge Wissen. Das wird man sicher nicht am Stück konsumieren wollen oder können, sondern als Nachschlagewerk nutzen. Von hier aus erschließt sich sodann das Forschungsfeld, das man selbst im Anschluss via als Lesetipps gedachte Referenzliteratur, die jedes Kapitel abschließen, weiter verfolgen kann.
Das Werk ist inhaltlich klassisch gegliedert. Die erste Hälfte der Beiträge ist mit "Menschliches Verhalten und Erleben: Methoden und Ergebnisse psychologischer Forschung" überschrieben. Hier findet sich zunächst ein Überblickskapitel und dann weitere 36 Beiträge, die zu "Grundlagen und Methoden", "Allgemeine", "Differenzielle, Entwicklungs- und Sozial-" sowie "Theoretische Psychologie" gruppiert sind.
Der zweite große Block nennt sich "Psychologie in der Praxis: Anwendungsfelder, Methoden und Befunde". Zunächst geht es um die Psychologie als Beruf. Dann folgen an die 30 Beiträge, die unter "Psychodiagnostik", "Klinische und Gesundheits-", "Pädagogische", "Arbeits-, Betriebs- und Wirtschaftspsychologie" sowie "Weitere Anwendungsfelder" rubriziert sind.

Diese Gliederung erscheint von der Anwenderseite aus betrachtet recht akademisch und ist gelegentlich unpraktisch: Warum findet sich ein Kapitel zu "Wirtschafts-, Markt- und Konsumpsychologie" unter "Arbeits-, Betriebs- und Wirtschaftspsychologie" und ein Kapitel zu "Medien- und Kommunikationspsychologie" unter "Weitere Anwendungsfelder"? Das kann man nur mit einer akademischen Positionierung und Prägung erklären, die schon länger bedauert wird. Hier denkt der Universitätsprofessor eben an sich und in den und an die akademischen Grenzen, legt sein Fach dar, indem er die Theoriestränge und Methodenentwicklungen beschreibt. Der Praxisbezug erschließt sich so nicht immer leicht, denn die Fragen der Praktiker scheren sich nicht um fachdisziplinäre Grenzziehungen und eventuellen Schulenstreit. In diesem Buch geht es primär um die Darstellung der fachlichen Grundlagen. Der Anwendungsbezug ist sozusagen eine andere Baustelle und bleibt anderen Publikationen vorbehalten.

Was finden die Anwender in der Wirtschaft an und in diesem Buch? In den jeweils circa zehn bis 15 Seiten langen Kapiteln bekommen sie eine gute Übersicht zu den Fachgebieten. Damit wird sich das Interesse wohl eher auf die Kapitel rund um das Cluster "Arbeits-, Betriebs- und Wirtschaftspsychologie" konzentrieren. Hier sind vier Beiträge vereint.

Arbeits- und Ingenieurpsychologie: Beide Professionen verbindet seit hundert Jahren das Thema Arbeitsgestaltung. Dafür stehen die Protagonisten Frederick Taylor und Hugo Münsterberg. Die Psychologie hat hier Wesentliches zum besseren Verständnis und Umsetzung durch Studien zur menschlichen Informationsverarbeitung, aber auch zu Motivation etc. beigetragen. Ebenfalls wäre das weite Feld der Befragungs- und Beobachtungsmethoden sowie die Tätigkeitsanalyse zu nennen. Im Arbeitsschutz, aber auch bei der Einführung neuer Arbeits- und Organisationsformen wie beispielsweise Gruppenarbeit, arbeiten Ingenieure und Psychologen heute Hand in Hand.

Personal- und Organisationspsychologie: Ebenso lang reicht die psychologische Erfahrung und Theoriebildung zum Thema Personalauswahl zurück. Psychologen sind hier mit Abstand die wichtigsten Experten. In den Feldern Personal- und Organisationsentwicklung hingegen konkurrierten sie von Anfang an mit Nachbardisziplinen. Maßgebliches haben Psychologen zum Thema Bildungscontrolling, aber auch zu Führung und Organisationskultur beigetragen. Im letzten Jahrzehnt dominierten sie vor allem die Einführung und Gestaltung von Gruppenarbeit in Unternehmen.

Berufspsychologie und Eignungsdiagnostik: Theorien der Berufswahl und berufliche Eignungsdiagnostik sind ebenfalls schon lange psychologische Domänen, man denke nur an die zunehmende Verbreitung von Assessment Centern.

Wirtschafts-, Markt- und Konsumpsychologie: Von interessanten Ansätzen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts abgesehen hatten Psychologen die Domäne der Marktpsychologie fast völlig an die Ökonomen verloren. Diese propagierten den Homo Oeconomicus als rationalen Marktteilnehmer. Spätestens mit dem Nobelpreis für Wirtschaft 2002 ändert sich das Bild. Die "Psycho-Logik" mit ihrem Bezug zu Heuristiken bei der Urteilsbildung und Entscheidung stürzte den Homo Oeconomicus. Neben dem Konsumentenverhalten gerät heute auch Sparen und Verschuldung in den psychologischen Blick.

Alles in allem stellt dies Buch eine gute Zusammenfassung des Forschungsstands der gesamten Psychologie dar. Es spricht primär Studenten eben auch nichtpsychologischer Präferenz an, die Überschneidungen werden im Rahmen der Bachelor- und Masterabschlüsse zunehmen und damit auch der Informationsbedarf. Für betriebliche Praktiker stellt dies ein Nachschlagewerk dar, mit Hilfe dessen man sich schnell über ein Fachgebiet informieren kann. Die Fragen der Umsetzung und praktischen Erschließung des konkreten Wissens müssen aber andere Werke (z.B. Praktikerhandbücher) leisten.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Thomas Webers)

(thw 08.05.2007)

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ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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