Rezension:
Das Buch "Erfolgsfaktor Beruf & Familienmanagement – Glückliche Familien, gesunde Gesellschaft, leistungsstarke Unternehmen" richtet sich an Mütter und Väter, Männer und Frauen, die nach einer Balance zwischen Berufs- und Familienleben streben. Erklärtes Ziel der Autorin ist, dass durch Informationen, Ratschläge, Übungen und Interviews mit Praxisbeispielen Impulse zur Optimierung gegeben werden. Dazu werden in sechs Kapiteln die Themenbereiche Politik, Unternehmen und Familie angesprochen. Vor allem letztere wird unter dem Fokus der Persönlichkeit betrachtet.
Der Blick auf das Thema Beruf und Familienmanagement ist durch die Ansprache aller drei Bereiche Politik, Unternehmen und Familie/Persönlichkeit umfassend. Allerdings wird dadurch die angesprochene Zielgruppe an einigen Stellen unklar. Plötzlich ist zum Beispiel von Entscheidungen als Entscheider in einem Unternehmen die Rede. Hier wäre eine deutlichere Fokussierung auf "den Betroffenen" wünschenswert. Gelungen sind die Interviews, die die Antworten unterschiedlicher Personen zu den gleichen Fragen gegenüberstellen. Interessant, aber nicht neu, ist die Beschreibung von eigenem Wertemanagement und Zielmanagement im Zusammenhang mit Familie. Ebenfalls anregend ist die Bearbeitung der Fragestellung, was Qualität in der Familie bedeutet.
Leider bleibt das Buch insgesamt an der Oberfläche. Die Praxisbeispiele, Ratschläge und Übungen haben den Rezensenten jedenfalls nicht inspiriert. Es ist vorstellbar, dass derjenige, der sich zum ersten Mal mit der Materie und sich selbst in diesem Zusammenhang auseinandersetzt, Impulse bekommt. Ansonsten ist ein Tipp "Überlegen Sie in Ihrer jeweiligen Position, wie Sie "mehr Familienfreundlichkeit" in Ihr Unternehmen bringen können!" (Seite 75) banal. Auch Sätze wie "Mit einer optimistischen Lebenseinstellung, einer tiefen Dankbarkeit und einem klaren Blick für die wirklich wesentlichen Dinge im Leben können wir eine Zufriedenheit erreichen, die unser Leben leichter werden lässt." (Seite 76) ist dem interessierten Leser, der auf Hilfestellung hofft, nicht wirklich gedient. Als ein weiteres, abschließendes Beispiel mag der Impuls zur Balance zum Lebensbereich Freizeit/Freunde dienen: Hobbys betreiben, Urlaube genießen usw..
Das letzte Kapitel des Buches setzt sich dann mit der Frage auseinander, inwiefern Beruf und Familie Synergien bringen und wie diese für den einzelnen und auch für das Unternehmen (Zielgruppe?) nutzbar gemacht werden können. Ein guter Ansatz, der eine weitaus tiefere Betrachtung gelohnt hätte. An vielen Stellen hat sich der Rezensent bei der Feststellung ertappt: Jetzt, wo es interessant wird, endet das Kapitel.
Alles in allem: Ein Buch, welches dem bisher unreflektierten Leser, der seine eigene Balance zwischen Beruf und Familie sucht, eine erste Hilfestellung gibt. Durch die leider fehlende Tiefe in der Bearbeitung bleibt der Nutzen allerdings für andere eher gering.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Marcus Schmitz ) |