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Führung |
Führungskräfte haben es nicht leicht, sie sitzen immer zwischen den Stühlen. Da ist guter Rat teuer - und in diesen Büchern zu finden. |
Rezension:
Lance Secretan sieht die Grundlage für erfolgreiche Unternehmensführung im ganzheitlichen Denken und Verhalten, zusammengefasst in seinem CASTLE-Prinzip (Courage/Mut, Authentizität, Service/Dienen, Truthfullness/Wahrhaftigkeit, Liebe, Effektivität), das er in seinem Buch vorstellt. Ich möchte sein Buch hier mit seinen eigenen Kriterien messen:
Mut – Es ist in der Tat mutig, ganzheitliches Management zu propagieren, angesichts der faktischen Entkopplung von Produktivitätsbedingungen und der Wertschöpfungsrendite. Der Gedanke findet meine volle Unterstützung, leidet aber gleichzeitig unter der berechtigten Skepsis bezüglich der Umsetzbarkeit, die der Autor auch nach der Lektüre nicht vermindern konnte.
Authentizität – Ich glaube dem Autor, halte seine Aussagenabsicht für "echt". Allein, es bleibt ein Nachgeschmack von Differenz zwischen berechtigtem Aussagenanspruch und echter Eigenerfahrung, denn es fehlen jede Menge belegbare Quellen, die die Glaubwürdigkeit deutlich erhöhen würden sowie Datenmaterial bezüglich eigener "Schätzung" und "Mutmassung", die so unverifiziert natürlich nicht als echte Entscheidungsgrundlage brauchbar sind.
Dienen – Dient der Autor mit diesem Buch seinem Anliegen? Dienen sei Zuhören, sagt er da und hätte wohl besser auch mal öfters sich selbst zugehört, denn dann wäre ihm sicherlich aufgefallen, wie unplausibel und diffus seine Argumentation stellenweise wirkt. Das macht angesichts professoralen Backgrounds stutzig und die ansonsten legitimen Aussagen leiden in ihrer Annehmbarkeit darunter.
Wahrhaftigkeit – Ein kluger Beobachter hat einmal gesagt: "Wahrheit ist das, was der Mensch an ihr vertragen kann!" Die vom Autor geforderte absolute Wahrhaftigkeit lässt in ihrer prinzipiellen Berechtigung die unterschiedliche Belastbarkeit und die sozialen Zwänge zu sehr außer Acht. Hier hätte ich gerne erfahren, wie Mensch sich aus dieser Zwickmühle befreien kann?
Liebe – hier unterstelle ich dem Autor einfach mal, dass er "Liebe" im Sinne von "Bereitschaft zur Offenheit und Einbeziehung" gemeint hat. Leider stolpert man als Leser öfters über Begriffe, deren Ausdeutung vermisst wird, weil sie entweder zu schwammig oder bereits vorbelastet sind, man aber gleichzeitig eine Ahnung zu verspüren meint, ohne durch den Autor Gewissheit erlangen zu können. Schade!
Effektivität - Kommt der Autor zum Ziel? Er kann zweifellos das "Eins-sein" als wichtige Grundlage effizienten Handelns ins Bewusstsein rücken und erreicht meine volle Zustimmung in diesem Punkt. Die Konkretisierung zur Umsetzung ist leider etwas spärlich ausgefallen und lässt mich als Leser etwas ratlos zurück, da einmal von einer sehr hohen Reflexionsfähigkeit ausgegangen wird (über die meines Erachtens ein eher geringer Prozentsatz verfügt) und zum anderen die Bilanzierung nachhaltiger(!) Effizienz seiner Vorschläge völlig unbewiesen bleibt. Man kann also seinen Behauptungen glauben oder nicht. Als Rüstzeug für einen zielorientierten Marsch ist das zu wenig.
Fazit: Wer sich bestärkt sehen möchte in seinem bereits vorhandenen Gefühl, dass menschliche Tugend kein Kulturluxus, sondern vielmehr überlebensnotwendig ist, der wird hier fündig. Wer gleichzeitig konkrete, in ihrer Effizienz gut belegbare Methodik sucht, wird trotz professoraler Kompetenz nicht pragmatisch beraten.
Als Leser hatte ich das Gefühl, ein wohl verziertes Tor mit viel versprechendem Ziel zu öffnen – doch dahinter fand ich nur die Kopien alter Reisebegleiter (Bibel, Mumonkan, Bagavadgita u.ä.) und keinen Weg...
(MWonline zur Verfügung gestellt von Nick Mott)
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(chattison 12.07.2007) |
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