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Interkulturelles Management |
Die Welt wird zum Dorf, und unsere Geschäftspartner und Kollegen können irgendwo in diesem Dorf sitzen. Oder sie sitzen direkt neben uns, kommen aber aus einem ganz anderen Teil der Welt. Bücher zu dem Thema, wie man in und mit anderen Kulturen zurecht kommt. |
Der Autor, gebürtiger Perser und damit direkt von der Thematik betroffen, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal. Das 50 Seiten kurze Buch entspricht dem Stil einer Diplomarbeit (um die es sich hier vermutlich auch handeln könnte), und gliedert sich in einen theoretischen und zwei praktische Teile. Vorab sei bereits bemerkt, dass leserfreundliche Strukturierung und Formulierung den interessanten Abriss der Relevanz interkultureller Kompetenz unterstützen.
"Menschen in anderen Ländern handeln, denken und urteilen anders." Diese These von Elham stellt die Basis des in drei Hauptabschnitte gegliederten Buchs dar.
- Theoretische Diskussion des Kulturbegriffs
- Darstellung der Folgen mangelnder interkultureller Sensibilität der Mitarbeiter
- Bedeutung interkultureller Kompetenz für den Unternehmenserfolg (inklusive einer kurzen Vorstellung verschiedener Ansätze interkultureller Trainings)
Elham definiert zunächst den Kulturbegriff als "System gemeinsam geteilter Werte, Normen, Einstellungen, Überzeugungen und Ideale, die von den Mitgliedern einer sozialen Gruppe erlernt und durch Symbole weiter gegeben werden." Anschließend werden verschiedene Konzeptionen von Unternehmenskultur und deren Funktionen, wie beispielsweise die Vermittlung von Arbeitssinn, erläutert. In seinen darauf folgenden Ausführungen über Landeskultur verweist der Autor auf verschiedene landestypische Charakteristika, wie beispielsweise die Tendenz zur Unsicherheitsvermeidung, die sich im Rahmen internationaler Tätigkeit in einer niedrigen Toleranz gegenüber mehrdeutigen Situationen zeigt. Interessant wären in diesem Zusammenhang konkrete Beispiele bezüglich der Zuordnung einzelner Länder gewesen. Zum Kulturbegriff wird anschließend noch das Dimensionenmodell von Hofstede erläutert.
Den zweiten Abschnitt seines Buches, die Problematik fehlender interkultureller Kompetenz, leitet Elham mit dem Ergebnis einer amerikanischen Studie über Expatriates ein, nach der 10 bis 20% ihren Auslandsaufenthalt mangels erfolgreicher Integration abbrechen. Im Folgenden werden unterschiedliche Ursachen für fehlgeschlagene Eingliederung behandelt. Kommunikationsstörungen stellen nach Auffassung des Autors hier einen zentralen Punkt dar. Diese resultieren nicht nur aus mangelnden Sprachkenntnissen, sondern ebenfalls aus kulturspezifischen Bedeutungsunterschieden und Stereotypen. In einem weiteren Abschnitt stellt der Autor die verschiedenen Symptome gescheiterter kultureller Anpassung auf vier Ebenen dar, wie beispielsweise Unsicherheit auf der Verhaltensebene oder Schlaflosigkeit auf der physiologischen Ebene. Der "Kulturschock" als Anpassungsdruck, Verlorenheitsgefühl und Entfremdung kann dabei, so betont Elham, auch bei der Wiedereingliederung nach einem Auslandsaufenthalt als Kontra-Kulturschock im eigenen Land erfolgen. Im letzten Teil des zweiten Abschnitts beschäftigt sich der Autor mit Intergruppenbeziehungen in multikulturellen Unternehmen, die ein besonderes Phänomen darstellen, da Gruppenzugehörigkeit die eigene kulturelle Identität verstärkt und laut Elham Ausgrenzungstendenzen der Fremdgruppen forciert. Elham verweist in diesem Zusammenhang auf die Lösung dieses Problems durch die Zusammenstellung interkultureller Arbeitsgruppen, die allerdings zu Beginn häufig Integrationsprobleme aufweisen.
Den dritten und letzten Abschnitt seines Buchs leitet der Autor mit einer Definition interkultureller Kompetenz ein. Einer "Veränderungskompetenz von monokultureller zu globaler Kompetenz, durch die eine Person in der Lage ist, Erwartungen Verhaltensweisen und Reaktionen der Mitglieder anderer Kulturen vorherzusehen, nachzuvollziehen und sich entsprechend zu verhalten." Die Erschließung neuer Kulturen sieht Elhan als grundsätzliche Lernerfahrung, von der bei erneutem Kulturwechsel profitiert werden kann.
Im Folgenden werden die Dimensionen interkultureller Kompetenz, die der Autor zu den wichtigen immateriellen Vermögensgegenständen im Unternehmen zählt, anhand verschiedener Ansätze dargestellt. Da diese immateriellen Vermögensgegenstände laut Elhan bis zu 80% des Unternehmenserfolgs ausmachen, liegt die Relevanz interkultureller Trainings auf der Hand. Diese werden abschließend leider etwas knapp dargestellt. Der Autor gliedert hier zwischen informationsorientierten (beispielsweise Vorträge) und erfahrungsorientierten Methoden (wie Simulationen) und verweist auf die Bedeutung interkulturellen Coachings vor Ort.
Ingesamt bietet das Buch von Elham einen guten Einstieg in diese wichtige Thematik, Detailliertes kann man auf 50 Seiten kaum erwarten. Wer einen Auslandseinsatz erwägt oder die Einführung interkultureller Trainings in seinem Unternehmen plant, sollte sicher weitere Literatur oder Meinungen von Praktikern hinzuziehen. (Hier spricht die Rezensentin, die sich nach den USA gerade in ihrem zweiten Auslandsprojekt in Frankreich befindet, aus Erfahrung!)
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Melanie Cordini )
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(Melanie Cordini 17.07.2007) |
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