Der Autor Christian Kleikamp ist Diplom-Kaufmann und Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Er hat mit seiner Diplomarbeit seinen fünften Buchtitel veröffentlicht und sich dabei thematisch an seine Vorarbeiten angelehnt.
Die wissenschaftliche Vorbildung und die thematische Vertrautheit zeigt sich in einer vorbildlich durchstrukturierten Arbeit, deren inhaltliche Aufarbeitung sich logisch stringent auf das Wesentliche beschränkt, ohne dabei die für das Verständnis der Theorie notwendigen Zusammenhänge und Vielfalt der Aspekte zu kurz kommen zu lassen.
Dieses Buch ist ganz klar an das Fachpublikum gerichtet und ist keinesfalls flüchtig zu lesen. Dichte und Fülle der Informationen verlangen gute Vorkenntnisse und hohe Aufmerksamkeit. Zudem sind Englischkenntnisse empfohlen, da der Zitatenschatz sich vorrangig aus angelsächsischer Fachliteratur speist.
Der Vorsatz des Stakeholder-Value-Prinzips, eine gerechtere Verteilung von Risiken und Nutznießungen, wird befürwortet, ist klares Aussagenziel des Buches, gepaart mit klaren Empfehlungen zur Umsetzung durch Entwicklung und Beschreibung eines Anreizsystems für die verantwortlichen Entscheider.
Aus den Ausführungen geht aber auch eindeutig hervor, dass eine eklatante Problematik durch kein Bewertungs- und Belohnungssystem bisher abschließend gelöst werden konnte. Die zweifelsfrei abgesicherte Definition von Messgrößen und ihren Indikatoren. Das ist allerdings ein Thema für sich und wäre ein weiteres Buch wert.
Sauber gearbeitet auch im Endteil des Buches: Wichtige Begriffe werden im Anhang noch mal ausführlich erklärt und illustriert und im umfangreichen Literaturverzeichnis wird man für ergänzende Recherche zu jedem angesprochenen Punkt fündig.
Eine kleinere Kritik verdient das Buch dennoch:
Es werden zwar sorgfältig relevante Theorien und die daraus abzuleitenden Methoden angesprochen, deren Vor- und Nachteile skizziert, allein: die letztendliche Präferenz des Autors bleibt in ihrer Begründung oftmals, angesichts vorliegender Pro- und Contraargumente bezüglich aller empirischen Ergebnisse, in ihrer Schlüssigkeit für den Leser unklar. Dem könnte bei der nächsten Auflage durch eine etwas deutlichere Begründung seitens des Autors abgeholfen werden.
Fazit: Wer wissen will, was es mit "Stakeholder Value" auf sich hat, wer Anregungen zur Umsetzung und einen praktikablen Lösungsvorschlag sucht – wird kompetent bedient.
Als Short-Kompendium zum Thema wirklich nützlich – mir fehlte für den dritten Stern aber die echte Innovation, da der Lösungsvorschlag auf bereits prinzipiell Bekanntem und Bewährtem aufsetzt und eher so etwas wie eine Neo-Collage mit versetzten Akzenten anbietet, was Richtigkeit und Bedeutung desselben aber nicht schmälert.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Nick Mott) |