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Wirtschaftspsychologie
Enzyklopädie der Psychologie - Bd. 6: Wirtschafts-, Organisations- und Arbeitspsychologie

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Birbaumer, Niels / Frey, Dieter / Rosenstiel von, Lutz
1. Aufl. (2006)
Hogrefe-Verlag, ISBN: 3801705846


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Wirtschaftspsychologie, Ökonomie

Themenliste Literatur
Arbeitswelt   Arbeitswelt steht hier als Sammelbegriff für alle Bücher, die sich mit Themen rund um Arbeit und Gesellschaft auseinandersetzen

"Macht Geld glücklich?" Diese und andere Fragen, deren forschungstheoretischer Hintergrund meist zwischen den Disziplinen der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaften angesiedelt ist, werden im Rahmen des Themenfeldes Wirtschafts-, Organisations- und Arbeitspsychologie durch sechs Bände der Enzyklopädie abgedeckt. Der vorliegende Band 6 ist der Wirtschaftspsychologie gewidmet. Dabei stellt dieser Schwerpunkt vermutlich nicht zuletzt aufgrund seiner Interdisziplinarität ein in der Psychologie eher vernachlässigtes Thema dar, was die Lektüre dieses Lehrbuches aber umso interessanter macht.

Dabei handelt es sich um einen Sammelband, der mit fast 900 Seiten Text (plus Anhänge) sicher kein "Handbuch" für die Praxis ist, sondern vielmehr dem interessierten Leser für zahlreiche (praxisrelevante) Fragen den theoretischen Hintergrund liefern kann. Was die Gestaltung betrifft ist anzumerken, dass es dem Buch an der ein oder anderen Stelle sicher gut getan hätte, wenn der Fließtext durch hervorgehobene Stichworte, Tabellen und Zusammenfassungen aufgelockert wäre, auch wenn das den Gestaltungsregeln für Texte in der Psychologie widersprechen mag.

Wie in jedem Sammelband ist die Qualität der einzelnen Beiträge unterschiedlich. Spannend ist beispielsweise das Kapitel zur Psychologie des Geldes, bei dessen Lektüre sehr schnell deutlich wird, wie irrational wir mit Geld umgehen und damit doch sehr wenig dem Homo Oeconomicus entsprechen. So wird z.B. postuliert, dass wir Geld an Katastrophenopfer spenden, weil dies uns hilft, unsere Schuldgefühle zu mildern, die aus unserem Überleben resultieren. Etwas enttäuschend hingegen ist der Beitrag zur Psychologie des Unternehmertums, der sich gerade zu Beginn über mehrere Seiten damit aufhält festzustellen, dass es an notwendigen Definitionen und grundlegender Forschung auf diesem Gebiet mangelt. Zudem sind diese Seiten mit zahlreichen orthographischen Fehlern gespickt, so dass hier eine Überarbeitung (und Kürzung) sicher sinnvoll gewesen wäre.

Zum Teil erschütternde Einblicke liefert der Beitrag zu psychologischen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit. Auch die mit Arbeitslosigkeit oft einhergehende Exklusion aus sozialen Gefügen und die kulturelle Exklusion, besonders wenn der Lebensstandard der Peergroup nicht mehr gehalten werden kann, werden am geschilderten Beispiel des EU-Projekts YUSEDER zu jugendlichen Arbeitslosen deutlich. Das Thema wird insgesamt angenehm komprimiert dargestellt. Weiterhin einen guten Überblick bietet das Kapitel zu M&A. Es wird nicht nur deutlich, wie viel bei den verschiedenen Formen von Zusammenschlüssen schief gehen kann. Auch die große Bedeutung von adäquater und ausreichender Kommunikation und der von den Mitarbeitern empfundenen Gerechtigkeit bei der Zusammenführung wird gut dargestellt. So führt beispielsweise das Ignorieren oder ein zu positives Darstellen negativer Nachrichten zu Ärger und Vertrauensverlust bei den Betroffenen.

Das Buch schließt mit einem spannenden Beitrag zum Verhalten von Marktteilnehmern an der Börse. Zunächst werden theoretisch die Ursachen für fehlerhafte Bewertungen am Kapitalmarkt geliefert, um dann sehr anschaulich anhand des Börsen-Zyklus am Neuen Markt genau diese Fehleinschätzungen aufzuzeigen. Hier dürfte sich sicher der ein oder andere Leser wiederfinden.

Insgesamt ist dieses Buch allen zu empfehlen, die Hintergründe für Vorgänge im Wirtschaftsleben besser verstehen und aus psychologischer Perspektive betrachten möchten. Der Band deckt ein weites Spektrum von Themen ab. Er setzt nicht unbedingt psychologische Kenntnisse voraus, ist aber in wissenschaftlicher Diktion geschrieben. Leider ist der Anschaffungspreis mit 169 Euro hoch.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Johannes Hetzenegger)

(firejoe 12.09.2007)

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lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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