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Training |
Bücher für Menschen, die Gruppen trainieren. Hier finden Sie Grundwissen, aber auch praktische Tipps zum Umgang mit Gruppen. |
Wie kann sich Weiterbildung weiterentwickeln? Karsten Ritschl sagt, alle konkreten Trainings und Seminare lassen sich insgesamt vier Perspektiven zuordnen; jeweils bezogen darauf, wie sie neues Lernen in Gang setzen. Das sind:
- Lernbewusstsein bzw. innerlich/individuelle Vorgänge,
- Lernbiologie bzw. äußerlich/individuelle Vorgänge,
- Lernkultur bzw. innerlich/kollektive Vorgänge und
- Lernsysteme bzw. äußerlich/kollektive Vorgänge.
Ritschls Ansatz ist, dass man mit einem solchen übergreifenden Raster eine umfassende Qualitätsoptimierung bzw. Weiterentwicklung für jede konkrete Weiterbildungsmaßnahme betreiben kann. Man kann ein Training oder ein Seminar daraufhin überprüfen, welche der o.g. Perspektiven in welchem Maß berücksichtigt sind. So können z.B. fehlende Wirkung eines Trainings oder atmosphärische Probleme in Seminaren systematisch betrachtet werden.
Das Buch liefert einen umfangreichen Überblick über das, was in der deutschsprachigen Weiterbildungswelt an geläufigen Konzepten, Ideen und Vorgehensweisen kursiert. Die eigenen theoretischen Überlegungen und praktischen Kenntnisse von Ritschl fließen mit ein. Zusammengefasst bietet "Integrales Lernen" damit zahlreiche Konzepte sowie Checklisten mit Ideen und Hilfestellungen für den Weiterbildner.
Zugleich und im (sprichwörtlich) Wesentlichen basiert "Integrales Lernen" auf einer philosophisch-mystischen Weltanschauung. Ritschl stützt sich auf die Meta-Theorie von Ken Wilber, einem zeitgenössischen amerikanischen Philosophen und Mystiker. Deren Kern ist, dass alles, was existiert, in einem spirituellen großen Sinnzusammenhang steht.
"Integrale Erwachsenenbildung" ist eine konkrete Ausformung dieses spezifischen mystischen Ansatzes, bezogen auf das Feld Weiterbildung. Folglich ist alles Praktische, was das Buch liefert, eingebettet in übergreifende philosophische Theorien. Oft gehen diese Theorien auch in die praktischen Übungen mit ein.
Die stark weltanschauliche Prägung rückt das Buch, paradoxerweise trotz und wegen seines alles integrierenden Anspruchs, weg vom typischen Breitensegment der Weiterbildungs-Literatur, hin in Richtung Nischensegment.
Fazit: "Integrale Erwachsenenbildung" liefert eine Zusammenstellung nützlicher Kriterien zur Qualitätsoptimierung in der Weiterbildung. Das Gesamtraster, der spirituelle Kontext, wird aber sicher nicht von jedem Leser ohne weiteres beim Lesen mitgeschluckt. Schon deshalb nicht, weil die Appelle des Autors in Richtung übergreifender Sinnstiftung, Öffnung für Neues und Sensibilität für Anderes auf ein striktes positives Denken hin ausgerichtet sind. Auch sind die philosophischen Anteile nicht leicht konsumierbar. Eine Schwere zieht sich beim Lesen durch. Ursachen dafür sind der hohe Gesamtanteil von philosophischen Ausführungen, deren Platzierung in allem und jedem, und nicht zuletzt der vom Autor gewählte Schreibstil.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Simone Mones)
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(Simone Mones 20.09.2007) |
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