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Unternehmenskultur |
Wenn die Kultur in einem Unternehmen nicht stimmt, bleibt der Erfolg aus. Bücher zu einem schwierigen Thema. |
Lay und Posé liefern mit ihrem Buch Gedankenanstöße zu werteorientiertem Handeln in allen Bereichen öffentlichen Lebens. Sie gehen dabei von folgenden Thesen aus:
- Wir leben im europäischen Kulturraum in einer Zeit verloren gegangener Werte,
- unredliches Handeln entsteht aus dem Fehlen von sittlichen Werten,
- der Mensch unserer Zeitrechnung merkt oft gar nicht mehr, dass er unredlich handelt, weil sittliche Werte fehlen, an denen er sich orientieren kann,
- wenn sich der Mensch hauptsächlich an den weit verbreiteten Werten Ansehen, Macht und Erfolg, Haben- statt Gebenwollen orientiert, führt das unweigerlich in die individuelle, gesellschaftliche und globale Katastrophe.
Für ein gelingendes Leben, erfolgreiches Arbeiten und Wirtschaften, gerechte Güterverteilung und friedvolles Zusammenleben der Menschen schlagen die Autoren vor, das Prinzip der Biophilie als oberste ethische Handlungsmaxime und redliches Handeln als Tugend zu etablieren.
Lay formuliert das Prinzip der Biophilie in Anlehnung an den kategorischen Imperativ Immanuel Kants so:
"Handle und entscheide stets so, dass durch dein Handeln und Entscheiden das personale Leben in dir und in der Person eines jeden anderen eher gemehrt, denn gemindert wird." (S.8)
Woran ist der redlich handelnde Mensch erkennbar? Der redlich handelnde Mensch:
- folgt der Maxime der Biophilie,
- hält subjektive Gewissheiten nicht automatisch für Wahrheit, d.h. ihm ist bewusst, dass er sich auch täuschen kann;
- kann nicht nur von seinen Gefühlen über eine Sache sprechen, sondern vom Wesen der Sache selbst;
- glaubt nur dann etwas, wenn entweder zwei unterschiedliche Quellen mit unterschiedlichen Interessen das Gleiche berichten oder eine Quelle etwas berichtet, das gegen ihr eigenes Interesse spricht;
- handelt bewusst und nicht instinktiv oder unreflektiert;
- trägt Verantwortung für die Intention des Handelns, dessen Ergebnis und das Handeln selbst;
- bemüht sich um die Ausbildung eines sittlich reifen Gewissens als subjektive Entscheidungsinstanz;
- lebt eng mit der Redlichkeit korrespondierende Tugenden wie Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit, Tapferkeit, Zivilcourage, Epikie (Handlung nach dem Sinn und nach dem Buchstaben ausrichten), kritische Gerechtigkeit, Besonnenheit und realitätsnahes Urteil.
Das Buch selbst lebt nicht nur von Postulaten und Appellen, sondern von vielen Beispielen redlichen und unredlichen Handelns vornehmlich aus Wirtschaft, Politik, der Juristerei und der Kirche.
Im ersten Teil des Buches werden Formen der Redlichkeit und Unredlichkeit von der Antike bis zur Neuzeit nachgezeichnet.
Der zweite Teil des Buches ist gespickt mit Beispielen der neuen Unredlichkeit.
Die Vision der neuen Redlichkeit skizzieren Lay und Posé im dritten Teil ihres Buches.
Anzeichen einer neuen Redlichkeit glauben die Autoren bereits ausmachen zu können in Konzepten redlicher Unternehmensführung in den Bereichen Corporate Governance, Corporate Volunteering, Corporate Giving und Corporate Citizienship (S. 226 – 232).
Im Anhang des Buches ist das persönliche und unternehmerische Credo der beiden Autoren nachzulesen:
"Ethische Handlungsregeln des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e. V." Dieser Kodex ist auch im Internet einzusehen unter http://ethikverband.de und auf alle Fälle lesenswert und diskussionswürdig.
Insgesamt gesehen kann ich das Buch von Lay und Posé ohne Einschränkung allen weiterempfehlen, die sich ernsthaft und vertiefend mit der Entwicklung einer am Leben und dem Lebendigen orientierten, globalen Ethik auseinandersetzen wollen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Reinhard Fukerider ) |
(fukerider.coaching 26.10.2007) |
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