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Organisationsentwicklung |
Organisationen entwickeln sich immer, auch wenn man das nicht aktiv betreibt. Aber manchmal möchte man ja auch eingreifen... |
Aufhänger dieses Buches ist folgende Beobachtung: "Während die Wölfe der Globalisierung die Innovationskraft unserer Unternehmen und Organisationen aufs Äußerste herausfordern, schreitet der Wandel im Inneren nur zögerlich voran", denn die üblicherweise als weiche Faktoren bezeichneten Hindernisse sind in Wahrheit die harten Faktoren: "Es sind jene geistigen Vorannahmen, Grundüberzeugungen und Werthaltungen, die wir als selbstverständlich und gegeben hinnehmen und die als heiligen Kühe des Wandels die öffentlichen Räume unserer Kultur bevölkern." (S. 8).
Wir brauchen also, so die These der Autoren, kulturelle Kompetenz, dies sei (und nun wird es leider arg schwammig) im Kern "die Fähigkeit, die Dynamik, die sich im öffentlichen Raum eines Systems abspielt, bewusst zu machen und die Auseinandersetzung mit "heiligen Kühen" einzufordern, um die Götzen des Status quo vom Thron zu stoßen." (S. 13)
Und was ist Kultur? "Alles, was ein "Ich" hat, ist eine Kultur." (S. 17). Weitere Fragezeichen sind erlaubt.
Was folgt, ist eine Diskussion über den Stellenwert, Nutzen und die Notwendigkeit kultureller Kompetenz über die Ebenen "Welt", "Kultur", "Paradigma", "Bewusstsein" und "Transformation".
Die Autoren bleiben durchweg in einer gedanklichen Schiene und diskutieren ihr Thema durch, was dem Buch, das ohne langatmige Ausschweifungen auskommt und insgesamt sehr kurzweilig mit vielen Anekdoten und prägnanten Analysen zu lesen ist, nur zu Gute kommt. Doch wenn ich dann lese, dass Konkurrenz zusammen mit Abhängigkeit die beiden Pole des Beziehungsmusters, "innerhalb dessen wir uns als Personen und Systeme in der globalisierten Welt bewegen" (S. 407) darstellt, ist mir das zu eng, zu schwarzweiß, zu viel Brille aufgesetzt und die Autoren laufen Gefahr, mich als Leser zu verlieren.
Ganz am Ende (S. 418) ist es dann tatsächlich auch geschehen: "All das, was auf diesen Buchseiten nur in dürren Worten, eines nach dem anderen, beschrieben werden konnte, was aber im richtigen Leben ein vieldimensionales, gleichzeitig ablaufendes und sehr dynamisches Geschehen ist..." (S. 418) vermitteln die Autoren als Trainingsprogramm.
Eine Frage: Warum habe ich das Buch gelesen, wenn ich etwas über wahre kulturelle Kompetenz dann doch nur im Seminar erfahren kann? Mit dieser Frage wurde ich aber allein gelassen, denn was folgt, ist die Werbung für das Verlagsprogramm.
Fazit: Die heiligen Kühe und Wölfe des Wandels ist ein schön geschriebenes, lesenwertes, aber politisches Buch. Wer aufgrund des Titels auf Tipps und Tricks oder neue Wege zum Kulturwandel in Organisationen hofft, wird enttäuscht: "Was wir in der transformatorischen Krise der Menschheit (und der Erde) benötigen, ist eine Metakultur, eine Kultur der Kulturen, eine erneute Menschheitsverfassung ..." (S. 399)
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Daniel Wrede, www.danielwre.de) |
(Daniel Wrede 24.11.2007) |
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