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Controlling |
Umsatz allein hilft wenig, wenn man seine Kosten nicht im Griff hat. Controlling hilft - und ist mehr als Kontrolle. |
Ein neues Buch vom Autorenkreis um Martin G. Bernhard, das sich auf 521 Seiten den Themenkomplexen der IT-Produktivität und des IT-Controllings widmet. Es ist ein Sammelband mit Beiträgen von 34 Autoren, die (zumeist) aus der Praxis die aktuellen Konzepte und Entwicklungstendenzen auf folgenden Gebieten aufzeigen:
- IT-Kosten- und -Leistungsrechnung
- IT-Wertmanagement und IT-Kennzahlen
- IT-Controlling
- IT-Benchmarking
Zielsetzung ist die Gestaltung und Leistungssteigerung der IT sowie ihre Integration in die Geschäftsprozesse des Unternehmens. Es geht dabei (so die Herausgeber in ihrer Einleitung zum Buch) "nicht nur darum, mit neuer IT-Technologie herkömmliche Prozesse zu verbessern, sie effektiver und kostengünstiger zu machen, sondern es geht vor allem darum, das Potenzial der neuen IT-Technologien voll zu nutzen und so zu ganz neuen Prozessen zu kommen, die mit den hergebrachten Prozessen … (fast) nichts mehr gemein haben." Das Buch will dazu "vor allem dem IT-Manager für seine praktische Arbeit neben theoretischem Hintergrundwissen Einblick in Details der Implementierung von prozess-basierten Geschäftsmodellen geben". Auf Seite 14 wird daran erinnert, dass eine wichtige Komponente solcher Implementierungen die im [jeweiligen Ist-]Prozess involvierten Menschen sind, "deren Lernverhalten einer der limitierenden Faktoren bei der Einführung von neuen Geschäftsprozessen ist".
Im Zentrum des ersten Kapitels über die IT-Kosten- und Leistungsrechnung steht die richtige Festlegung von Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern. Olaf Mahrenholz empfiehlt dazu in seinem Beitrag, die Kostenstellenstruktur von den von der IT erbrachten Services abzuleiten (mit Kostenstellen z.B. für CRM, Datenbank, Host, Server, LAN und Call Center), die Kostenträgerstruktur dagegen von deren Produkten (z.B. den Anwendungen oder Projekten). Als Kostenrechnungsverfahren favorisiert er die flexible Plankostenrechnung, als Kalkulationsverfahren die Zuschlags- oder Kuppelkalkulation. Weitere Beiträge behandeln die IT-Kostenverrechnung auf die Geschäftsprozesse oder Produkte des Unternehmens. Die Horváth IT Management Consulting AG hat dazu ein "Gesamtmodell" in Form eines Mehrstufenverfahrens entwickelt, das die angefallenen IT-Kosten über die Stufen "IT-Leistungen" (Beispiel: Betrieb UNIX-Server), "IT-Produkte" (Beispiel: Bestandsführungssystem) und "IT-Services" (Beispiel: Bonitätsprüfung) den finalen Geschäftsprozessen belastet. Entscheidende Vorarbeit und Hürde davor: Die sachgerechte Definition von Leistungen, Produkten und Services.
Das zweite Kapitel "IT-Wertmanagement und IT-Kennzahlen" geht hauptsächlich auf die Verwendung der Referenzmodelle COBIT™ für die IT-Governance und ITIL™ für das IT-Service Management ein: Sehr aktuelle technische Themen der "wirklichen" oder "ernsthaften IT", die 2007 bei der Computerwoche an der Spitze des Leserinteresses standen. Einer der Beiträge vergleicht die Themenabdeckung von COBIT™ und ITIL™ bezüglich der IT-Governance (Beherrschung der IT-Prozesse) und zeigt, wie sich dieselbe auch mittels ITIL™, ergänzt um die ISO-Norm 20000, realisieren lässt – ungeachtet der Überlegenheit von COBIT™ bei der IT-Prozess-Bewertung und –Überwachung. Ein anderer Beitrag stellt die von Robert S. Kaplan entworfene, von Horváth & Partners weiterentwickelte Methode "Information Capital Readiness (ICR)" vor, mit der sich der nicht selten verkannte Wertbeitrag der IT zum Unternehmenserfolg darstellen und das IT-Budget gezielt einsetzen lässt. Das Vorgehen zur Einführung der Methode: Workshops unter Anleitung von Horváth-Beratern. Sehr umfangreich mit 71 Seiten die Übersicht über IT-Kennzahlen, die der Verfasser als "Kennzahlensystematiken" verstanden wissen will, aus der der Leser dann "sein" Kennzahlensystem mit (empfohlenen) 20-30 Kennzahlen ableitet. Die Übersicht ist in drei Gruppen gegliedert: COBIT-Kennzahlen, ITIL-Kennzahlen und die (wenig bekannten) Kennzahlen nach van der Zee.
Das dritte und vierte Kapitel über IT-Controlling und Benchmarking vertiefen bzw. erweitern die vorher behandelten Themen. So wird unter anderem im Beitrag "Produkt- und Dienstleistungscontrolling einführen" noch einmal der Punkt "IT-Produkte und -Leistungen" aufgegriffen und ausgeführt, dass sich daraus "in Analogie zur industriellen Fertigung" eine Strukturstückliste für IT-Leistungen und IT-Produkte entwickeln lässt, die eine produktorientierte IT-Prozesskostenrechnung (in der Ausprägung des "Activity-based Costing") ermöglicht. Andere Beiträge präsentieren Methoden und Praxisbeispiele zur Realisierung der Aufgaben "Controlling" und "Benchmarking", z.B. das IT-Vertragscontrolling (wichtig für alle IT-Dienstleister), die "Enterprise Value Map" von Deloitte Consulting zur Ermittlung und Steuerung des Wertbeitrages der IT oder IT-Benchmarking nach dem 5-Phasen-Modell eines Fraunhofer-Instituts in Berlin.
Gesamteindruck: Das Buch stellt quasi eine "Betriebswirtschaftslehre" für das Gebiet "IT-Services und Prozesse dar. Es ist sowohl Anleitungs- und Nachschlagewerk für IT- und IT-Projektverantwortliche als auch ein Kompendium für IT-orientierte Consultants – ein Handbuch für Fachleute auf hohem Niveau. Die beiliegende Begleit-CD macht das Werk zusätzlich als e-Book (in Form einer pdf-Datei) verfügbar.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Hansdieter Matthes )
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(hdm 17.02.2008) |
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