Auf der Grundlage einer Befragung (60 Unternehmen, 114 Führungskräfte) erarbeiten die Autoren die Erfolgsfaktoren von Familienfreundlichkeit, wägen pragmatische Maßnahmen ab, diskutieren Umsetzungsmöglichkeiten, schlagen Vorgehensweisen vor und weisen vor allem den Nutzen nach, der mit einer nachhaltig geschaffenen familienfreundlichen Kultur in Unternehmen verbunden ist.
Nach einer prägnanten Kurzdarstellung der Hauptergebnisse und der dem Buch unterlegten Systematik werden in vier Kapiteln aus der jeweiligen Perspektive der Unternehmensleitung, des Personalbereichs, der Führungskräfte und Mitarbeiter/Innen die mit Familienfreundlichkeit verbundenen Themen - wiederum einer klaren Gliederung folgend - behandelt: Betriebswirtschaftlicher Nutzen, Strategie (Maßnahmen, Beispiele für Workshop-Designs) und Schlussfolgerungen für einen von den Autoren als notwendig erachteten Kulturveränderungsprozess.
In diesen Hauptkapiteln sind nicht die statistischen Erhebungsergebnisse in den Vordergrund gestellt, sondern praxisnahe Handlungsempfehlungen, die helfen, den eigenen Standort zu finden, Ideen aufzugreifen und Veränderungen anzustoßen.
Die Systematik des Buches, die Hauptkapitel, orientiert an den Rollen der Hauptbeteiligten – Unternehmensleitung, Personalbereich, Führungskräfte, Mitarbeiter/innen - sowie die sehr betont lösungsorientierte Argumentation stiftet für den Leser einen klaren Nutzen. Wohltuend dabei: Der Zahlenteil der Befragung ist in ein Schlusskapitel gepackt (dennoch allerdings sehr lesenswert, da viele qualitative Einzeläußerungen der Befragten zum Nachdenken anregen). Feststellungen und Hypothesen werden in den ersten Kapiteln stets in strategisch angelegten Vorgehensweisen weitergedacht, zahlreiche Beispiele und Modellrechnungen zum Nutzen geben gerade Personalverantwortlichen Argumente in die Hand, mit Führungskräften und Unternehmensleitung das Thema "Familienfreundlichkeit" als Zukunfts-sichernden Faktor einzubringen. Letztlich geht es, so das Fazit der Autoren, um den Aufbau einer familienfreundlichen Unternehmenskultur – nicht nur (aber auch) um Familienfreundlichkeit an sich. Genau das wird stets in einem zusammenfassenden Abschnitt der jeweiligen Hauptbeteiligten herausgearbeitet, wenn die Aufgaben und Verantwortlichkeiten für den notwendigen Kulturveränderungsprozess aus der Perspektive der Unternehmensleitung, des Personalbereichs, der Führungskräfte und Mitarbeiter/Innen beschrieben werden.
Die Autoren lösen ihren eigenen Anspruch ein, die grundsätzlichen strategischen Fragen des Themas zu benennen, auf die relevanten Zielgruppen abgestimmte Ideenpakete zu schnüren sowie Umsetzungshinweise zu geben. Da und dort etwas zu ausführlich, wenn es um Projektierung von Maßnahmen geht, etwas zu schulmeisterlich, wenn es um Familienfreundlichkeit im Zusammenhang mit Demografie geht, dies ist aber ganz positiv auf das merkbar große Engagement der Autoren im Thema zurück zu führen. Es ist ein Verdienst des Buches, Argumente und konkrete Umsetzungshinweise zu liefern und damit zu unterstreichen, dass Familienfreundlichkeit im Unternehmen kein "soziales Frauenthema" ist, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit in Zeiten demografischer Veränderungen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Ulrich Althauser) |