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Unternehmertum |
Diese Rubrik umfasst alle Titel, die sich mit dem Dasein als Unternehmer befassen, solchen "in Gründung", den bereits aktiven, aber auch jenen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, Unternehmer im Unternehmen sein zu können. |
Mit diesem "Praxisbuch für Freiberufler" ergänzt Svenja Hofert ihre bisherige "Buchfamilie" um einen weiteren wichtigen Baustein: Einen Begleiter und Ratgeber für den beruflichen Alltag von Selbstständigen, der "dauerhaft coacht und immer wieder aus dem Bücherregal geholt werden kann, wenn Sie sich fragen: "Wie war das noch mal?"" (Vorwort S. 9). Die Palette der Themen ist – diesem Anliegen entsprechend – außerordentlich weit gespannt. In 12 Kapiteln werden Fragen geklärt und praktische Unterstützung auf folgenden Feldern geboten:
- Rechtliche und begriffliche Abgrenzung von Freiberuflern und Gewerbetreibenden sowie zwischen diesen und Schein- bzw. arbeitnehmerähnlichen Selbstständigen.
- Arbeiten als Freiberufler in Österreich und der Schweiz (mit Informationen über die dortigen Sozialversicherungssysteme).
- Das Finden einer überzeugenden Positionierung im Markt, angelehnt an die bekannte "Engpassorientierte Strategie" (EKS) von Wolfgang Mewes.
- Honorarkalkulation und Preisbildung nach Maßgabe von Zielgruppe(n) und Wettbewerbssituation.
- Finanzierung, insbesondere Mittelbeschaffung durch Gründungszuschuss und Einstiegsgeld vom Staat bzw. der Arbeitsverwaltung, Kredite von Bürgschaftsbanken oder privaten Kreditgebern (dieses Kapitel stellt stark auf diejenigen Gründer ab, die aus der Arbeitslosigkeit starten).
- Kooperationen, relevante Gesellschaftsformen (darunter: die eingetragene Genossenschaft, z.B. von IT-Consultants) und Netzwerke, also Zusammenarbeit in lockerer Form als unter gemeinsamer Firma.
- Selbstmarketing und Auftragsakquisition (Hauptpunkte: Der Marketing-Mix für Freiberufler, Zielgruppenidentifizierung, Abheben vom Wettbewerb sowie die Marketinginstrumente von Internet bis Pressearbeit, von (Google)Anzeigen bis zu Publikationen in Form von Büchern, Artikeln und Vorträgen).
- Einschlägige Rechts-, Steuer- und Versicherungsfragen sowie
- für den Fall des Erfolges am Markt Ansätze für eine spätere Expansion, im Fall von finanziellen Krisen die Möglichkeit staatlicher Unterstützung in Form von ALG I oder aufstockendem ALG II (dazu anschauliche Fallbeispiele).
Klar ist, dass Bücher, die sich jeweils einem der o.g. Felder widmen, ihr jeweiliges Spezialgebiet, z.B. den Businessplan, das Dienstleistungsmarketing oder die Wettbewerbsanalyse, detaillierter und umfassender ausleuchten. Trotzdem kann man feststellen, dass es der Autorin gelungen ist, alle für selbstständig Tätige wichtigen Themen auf ca. 250 Seiten anschaulich und kompetent darzustellen. Sie selbst weist im Vorwort auf vier Bereiche – Honorargestaltung, Selbstmarketing, Kooperation mit anderen und Wachstum – als die aus ihrer Sicht wichtigsten hin. Das Kapitel über "Idee und Positionierung", insbesondere die Abschnitte über Positionierungsmerkmale und die Positionierung auf Basis der EKS-Strategie, sowie der Anhang mit "Freiberufleranalyse", zehn Top-Adressen und weiterführenden Empfehlungen sind jedoch mindestens ebenso so nützlich.
Die Aufbereitung und Gliederung des Stoffes ist exzellent. Mit maßgeblich dafür: Die in den meisten Kapiteln enthaltenen tabellarischen Übersichten (Beispiele: Die Berufetabelle im Abschnitt "Freiberufler oder Gewerbetreibender" S. 23ff, die Zusammenstellung der Ausgabenpositionen zur Ermittlungen des kalkulatorischen Stundensatzes S. 59ff oder die Aufstellung der "Marketinginstrumente für jeden Freiberufler" S.169-170).
Als kleinerer Kritikpunkt zu erwähnen: Bei den im 6. Kapitel behandelten Gesellschaftsformen fehlt die Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV), eine OHG-ähnliche Konstruktion für EU-weite, also grenzüberschreitende Zusammenarbeit, obwohl im Kapitel "Marketing und Akquise" auf S. 160 auch "internationale Freiberufler" angesprochen werden. Dass die Vorbereitung der Selbstständigkeit, u.a. die Bildung von Rücklagen für die Anlaufperiode, mindestens ein Jahr vor dem tatsächlichen Sprung in die "Freiheit" begonnen werden sollte, wäre auch einen Hinweis wert gewesen.
Alles in allem aber ein Buch, das der wachsenden Zielgruppe "Freiberufler" wirklich empfohlen werden kann.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Hansdieter Matthes ) |
(hdm 16.03.2008) |
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