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  Buchbesprechung


Das Entscheider-Buch
15 Entscheidungsfallen und wie man sie vermeidet

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Lietz, Kai-Jürgen
1. Aufl. (2007)
Hanser Fachbuch, ISBN: 3446411399


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Entscheidungen, Führung, Entscheidungsfindung

Themenliste Literatur
Selbstmanagement   Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc.

Kai-Jürgen Lietz ist erfolgreicher Entscheidungs-Coach. Er stellt mit seinem Buch dem Leser sowohl 15 Entscheidungsfallen vor und wie man sie vermeidet als auch jede Menge Checklisten, Modelle und Raster, mit denen der Leser nach der Lektüre des Buches praktisch arbeiten kann.
Dabei beginnt er mit einigen sehr lesenswerten Beispielen aus der Historie, in der bedeutende Persönlichkeiten (wie etwa König Salomo, Alexander der Große oder Lukas Fugger) mit einer jener Entscheidungsfallen konfrontiert wurden, die der Autor nachfolgend beschreiben wird.
Nach der Historie geht es zunächst zur benötigten Rezeptur, um überhaupt zu guten Entscheidungen kommen zu können:
  • Die Entscheidungsklarheit (d.h. genau zu wissen, was man wirklich will)
  • Das Suchen und Finden attraktiver Alternativen (d.h. entweder Alternativen zu schaffen oder bereits bestehende Alternativen zu optimieren)
  • Sich die größtmögliche Unterstützung für die Umsetzung zu sichern (z.B. Betroffene zu Beteiligten zu machen).
Den umfänglichsten Teil des Buches bilden die Beschreibungen der 15 Entscheidungsfallen: Von der Vorteil-Nachteil-Falle über die Entweder-oder-Falle bis zur Info-Falle, von der Elefanten- über die Schnecken- bis zur Bärenfalle. Und einige andere mehr...

Anschließend widmet sich der Autor den verschiedenen Entscheidungssituationen, die naturgemäß jeweils unterschiedliche Mittel und Methoden der Entscheidungsfindung benötigen und berücksichtigt auf einigen Seiten insbesondere die speziellen Situationen, denen sich Manager ausgesetzt sehen.

Den Abschluss des Buches bilden die Darstellungen und Erklärungen zu einem Entscheidungskompass und praktische Checklisten zu allen im Buch erläuterten Zwischenschritten für eine guten Entscheidungsfindung.

Kai-Jürgen Lietz schreibt den Entscheidern von heute einige sehr einprägsame und nachvollziehbare Entscheidungs-Regeln ins Stammbuch: So z.B., sich bei Entscheidungen vorrangig von der Unternehmensvision bzw. dem (Unternehmens-)Ziel leiten zu lassen und weniger von dem Wunsch nach einer möglichst schnellen Lösung eines aktuell aufgetretenen Problems (Stichwort: Entscheidungsklarheit herstellen). Der Autor wirbt dafür, im Vorfeld von Entscheidungen genau festzulegen, welche Ergebnisse die anstehende Entscheidung bringen, welche Ergebnisse sie nicht bringen und welcher Status durch sie beibehalten werden soll (Stichwort: Entscheidungkriterien festlegen). Er mahnt dringend an, Entscheidungen nicht auf die lange Bank zu schieben, um sich dadurch nicht unnötig vielfältiger Entscheidungsalternativen zu berauben (Stichwort: Schneckenfalle).

Eine meiner "Lieblingsfallen" beim Lesen des Buches war die Vorwärtsfalle. In die können Entscheider tappen, wenn sie neu in einem Unternehmen sind und natürlich dort etwas bewegen wollen, gleichzeitig jedoch keine hinreichenden Kenntnisse über die informelle Organisationsstruktur des Unternehmens besitzen. Dann kann es passieren, dass sie die aktuelle Ausgangssituation und deren Sinnhaftigkeit schlicht übersehen und mit ihren angestrebten Veränderungen auf unerwartet massiven Widerstand stoßen. Wer dabei nicht Schiffbruch erleiden will, sollte die Ausgangssituation immer als mögliche Grundalternative bedenken.

"Das Entscheider-Buch" behandelt sehr ausführlich, sehr detailliert und in seinen einzelnen Kapiteln und Abschnitten sehr klar die Phasen, Fallen und Möglichkeiten vor einer Entscheidung. Das A und O jeder Entscheidung ist laut Autor – und der Rezensent schließt sich dem gerne an – die Herstellung einer möglichst genauen und zielorientierten Entscheidungsklarheit.

Das Buch mit seinen 260 Seiten ist übersichtlich und logisch aufgebaut, nachvollziehbar, praxisorientiert und dabei durchaus auch unterhaltsam geschrieben. In die Kapitel eingearbeitet sind inhaltlich entsprechende Modelle und Tabellen, die aber – im Gegensatz zu manch anderen Fachbüchern – keinesfalls langweilen, da sie kurz und prägnant dem vorausgegangenen Text und den nachfolgenden Impulsen Unterstützung liefern. Gleiches Lob gilt den Checklisten am Ende des Buches, die die einzelnen Phasen einer zielorientierten Entscheidungsfindung abbilden.
Für all jene ein sehr empfehlenswertes Buch, die beruflich in Entscheidungspositionen tätig sind oder künftig tätig sein werden.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Detlef Schmidt )

(Schmidtcoaching 23.03.2008)

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lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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   Lesermeinung von MWonline-Mitglied letter (Uelzen) vom 23.03.2008


Was ist mit der Intuition?

Ich lese Rezensionen zur Vorbereitung auf meine Entscheidung, ob ich das Buch kaufen soll. In dieser Besprechung ist mit keinem einzigen Wort die Rede von Intuition und Bauchentscheidungen. In einem Interview wird Jürgen Lietz (www.entscheiderbuch.de) wird er auf das Thema und das Buch von Gigerenzer ("Bauchentscheidungen") angesprochen. Er weicht aus mit der Begründung, dass er einen anderen Ansatz habe. Offenbar hat sich Lietz noch nicht mit den Forschungsergebnissen der Hirnforscher, Neurologen und Psychologen auseinandergesetzt. Die wichtigsten Entscheidungen in Unternehmen sind nun einmal Personalentscheidungen: Wer wird eingestellt? Wer bekommt eine Gehaltserhöhung? Wer wird befördert? Soweit ich das erkennen kann (Inhaltsverzeichnis), kommen Bauchentscheidungen in diesem Buch nicht vor. Schade. Karl-Heinz List


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