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Führung |
Führungskräfte haben es nicht leicht, sie sitzen immer zwischen den Stühlen. Da ist guter Rat teuer - und in diesen Büchern zu finden. |
Der Zürcher Unternehmensberater Michael Löhner vertritt die Auffassung, dass verschiedene Managementebenen verschiedene Führungsqualitäten erfordern und dass nicht jeder alles wissen und können muss. Er setzt somit bei einer Spezifizierung von Kompetenzen und Führungsfähigkeiten an, die jeweils durch genau definierte Anforderungen einer bestimmten, von Löhner ausgemachten Führungsebene bestimmt werden.
Er unterscheidet zwischen einer unteren Führungsebene, auf der es auf Fachverantwortung und Leistungsvertrauen ankommt, einer mittleren Führungsebene, auf der Fähigkeiten wie Motivationsverantwortung und Beziehungsvertrauen gefragt sind sowie dem Topmanagement, bei dem Erfolgsverantwortung und Strategiekompetenz entscheidend sind.
Um angesichts der unüberblickbaren Fülle von Führungsbüchern den Titel "Führung neu denken" zu wählen, braucht es Mut oder zumindest die Bereitschaft, einen solchen Titel als Verkaufsstrategie entlarven zu lassen. Enttäuschend für den Leser, wenn das Versprechen auf einen wirklich neuen Führungsansatz nicht erfüllt wird. Der Autor möchte mit Führungsmythen aufräumen und verkündet, dass jede Führungseigenschaft auch ihre Kehrseite hat. Nicht wirklich überzeugend ist sein Ansatz der Zuordnung von verschiedenen Führungseigenschaften für verschiedene Ebenen. Wie sollen sich da die Grenzen sinnvoll ziehen lassen? Warum braucht etwa ein der unteren Führungsebene zugeordneter Manager bzw. Mitarbeiter kein Beziehungsvertrauen, das Löhner der mittleren Ebene zuordnet?
Dass ein wahrer Kern in Löhners Beobachtungen liegt, sei unbestritten, aber diese Beobachtungen gleich als Drei-Stufen-Konzept zu formulieren und der unüberschaubaren Menge an Modellen und Tools im Führungsbereich ein neues hinzuzufügen, scheint nicht den Anspruch einzulösen, den der Titel des Buches weckt. Es gibt mehr Bücher über als Wissen von Führung. Letzteres lässt sich gerade in der heute so komplexen und dynamischen Welt immer schwieriger auf Flaschen ziehen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Peter Dellbrügger)
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(dialogos 13.04.2008) |
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