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Moderation |
Besprechungen zu leiten ist eine, sie zu moderieren eine andere Sache. Wissen nicht nur für Moderationsprofis |
Dass dieses Buch schon in 4. Auflage erscheint, beweist den Bedarf von Trainern (und anderen Arten von Referenten) an "Tipps" für die Arbeit mit Pinnwand und Flipchart. Es zeigt zugleich, dass diese Medien alles andere altmodisch sind und ihren Platz neben Beamer und Multimedia wacker behaupten. Warum? Der Autor erklärt dies im ersten Kapitel lernpsychologisch damit, dass sie - anders als eine PowerPoint-Präsentation - eine "persönliche und lebendige Ausstrahlung" haben, "hervorragende Augen-Medien" sind und für "Teilnehmerorientierung in der Erwachsenenbildung" stehen. Zitat (S. 12): "Still und leise hat sich mit diesen Medien die Seminarkultur geändert: Weg vom Dozenten hin zu den Teilnehmern." Die Folge: Werkstattstil statt One-Man-Show - Lebendigkeit in und "Demokratisierung" von Kursen und Seminaren. Ein Beispiel dafür ist Kartenabfrage.
Auf dieses "Loblied auf Pinnwand und Flipchart" folgen die drei Hauptteile des Buches, in denen der Autor die "Tipps und Tricks" im einzelnen präsentiert. Teil I ("Know-How") behandelt verschiedene Arbeitstechniken, z.B. wie man auf Flipchart und Karten richtig schreibt, wie man ganz einfach vor den Augen der Teilnehmer Bildszenen skizziert oder wie bereits fertige Flipchartposter noch korrigiert werden können. Ein guter Tipp für die Platzaufteilung: Mit dünnem Bleistift die Anordnung von Bildern und Texten vorzeichnen, was schon aus kurzer Entfernung keiner mehr sieht. Hinweise zu Überschriften, zur Blickführung auf Pinnwänden analog derjenigen bei Folien und zum Einsatz von Mindmaps schließen sich an. Beispiele zur Kombination von Pinnwand und Flipchart mit Beamern oder Overheadprojektoren runden dieses Kapitel ab.
Teil II ("Flipchart") und Teil III ("Pinnwand") geben die detaillierten Anleitungen zum professionellen Umgang mit diesen Medien. Beim Flipchart reichen sie von der richtigen Abreißtechnik über das Ordnen von ungeordneten Inhalten durch Ausschneiden, Sortieren und Wiederaufkleben bis hin zu neuen Ideen zum Verwenden von Flipchartpapier – nicht mehr nur als Schreibfläche, sondern "als Material, aus dem sich mit Fingern, Schere und Klebstoff oder Tesafilm vieles Unterschiedliches basteln lässt" (S. 49ff), z.B. Knüllwolken zum Anpinnen, wandelnde Litfaßsäulen zum Kennenlernen der Teilnehmer mit dem persönlichen Steckbrief darauf u.v.m.
Das Tipps zu Pinnwänden vermitteln dem Leser ebenfalls eine Fülle von Anregungen. Thematischer Kapitelschwerpunkt ist die Kartenabfrage. Wie vermeidet man Kartenchaos, wie geht man vernünftig beim Clustern vor, wie/wo kann man Kommentarkarten anbringen? Ein Vorschlag des Autors zur Beschränkung der Kartenmenge: Nicht jeden einzelnen Teilnehmer "karteln" lassen, sondern "Murmelgruppen" bilden, die dann Ideen und Karten pro Team diskutieren und schreiben. Gezeigt werden auch neue Formen der Kartenverwendung, z.B. das Arbeiten mit vorbereiteten Karten oder mit Pinnwandpapier mit Schlitzen zum Hineinstecken und später (im passenden Augenblick) Herausziehen der Karten.
Diese und viele weitere Vorschläge machen das Buch (106 Seiten plus Sachregister) zu einer wirklichen Fundgrube – nicht nur bezüglich der Handhabung der besprochenen Medien, sondern auch für die Gestaltung des Unterrichts. Ein Teil der aufgezeigten Möglichkeiten erfordert einige Vorarbeit und eignet sich eher für längere Schulungen, nicht aber für Ein-Tages-Workshops, bei denen der Referent erst morgens anreist. Alles in allem aber ein "Must Have" und "Must Read" für Trainer, die gute Trainings bieten wollen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Hansdieter Matthes )
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(hdm 26.05.2008) |
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