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Training |
Bücher für Menschen, die Gruppen trainieren. Hier finden Sie Grundwissen, aber auch praktische Tipps zum Umgang mit Gruppen. |
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Jammerlappen (jt) |
Seminarteilnehmer, die jammern? Gibt es, oder? Warum dann nicht mal so richtig gemeinsam jammern? Eine Übung mit Humor. |
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Finger fangen (jt) |
Eine Übung, um Teilnehmer mit Spaß in Schwung zu bringen - ohne tieferen Sinn. Eignet sich auch für Kindergeburtstage...* |
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Lobkette (jt) |
Eine Übung zum Abschluss des Seminartages, etwas persönlicher als das bekannte Blitzlicht...* |
Das anwenderfreundlich konzipierte Buch von Diplompädagogin Klein, selbst Trainerin und Coach, stellt etwa 150 Bewegungs- Konzentrations- und Lernspiele auf ca. 350 Seiten vor. Nach einem unnötig langatmigen Vorwort erläutert die Autorin gut strukturiert in 8 Kapiteln ihre großenteils selbst konzipierten Spiele. Zu 15 dieser Spiele gibt es für ein besseres Verständnis Filmausschnitte im Internet.
Kapitel 1-5 befassen sich mit Energie und Konzentrationsspielen. Besonderen Wert legt die Autorin auf rhythmische Spiele zur Aktivierung der rechten Gehirnhälfte, Bewegung zum Austoben und Frustabbau sowie lustige Spiele zum Abschalten. In "Rührarm" wird zu einer Musik im Vierer-Rhythmus eine Choreographie eingeübt, bei der die Hände auf verschiedene Körperteile schlagen. Da sich bei diesen Spielen selten ein Bezug zu Seminarinhalten herstellen lässt, dienen sie hauptsächlich als Pausenfüller und Muntermacher. Sie sind nützlich, aber in dieser Funktion nur begrenzt einsetzbar, ohne den inhaltlichen Anspruch eines Seminars zu gefährden.
In Kapitel 6 "Spielend lernen" geht es um das Erlernen und Anwenden von Fachinhalten auf kreative unterhaltsame Art. Die Mehrzahl dieser Übungen hat Frau Klein so oder in abgeänderter Form von Trainerkollegen übernommen. In "Koffer packen" holt der Trainer unterschiedliche Gegenstände aus einem Koffer. Die Teilnehmer sollen nun auf eine konkrete Fragestellung antworten, indem sie zu einem dieser Gegenstände eine Assoziation bilden und diesen dann zurück in den Koffer legen. Dieses Kapitel hat der Rezensentin besonders gefallen, da es gerade für die Zusammenfassung und Umsetzung von Seminarinhalten abwechslungsreiche Ideen liefert.
Kapitel 7 zeigt speziell für interkulturelle Settings gedachte, vorwiegend für Vorstellungsrunden oder Teamfindungsphasen geeignete Spiele. In "Eine Reise in den Orient" simulieren die Teilnehmer eine Weltreise auf einem fliegenden Teppich. Bei Ankunft in den unterschiedlichen Ländern übernehmen sie dort übliche Rituale, z.B. eine typische Begrüßung in der Sahara.
Das zehn Seiten kurze Kapitel 8 - in der Einleitung als "Sahnehäubchen" angekündigt - soll eine Anleitung zum "Spiele-selbst-erfinden" bieten, geht aber über die Erläuterung allgemeiner Strukturierungshilfen kaum hinaus. Der Inhalt lässt sich grob in einem Satz zusammenfassen: Bestimmen Sie Spielsituation, Ziel des Spiels, Form des Spiels, Charakter des Spiels und Spielgestaltung. Die abschließend von der Autorin vorgestellten Ergebnisse entsprechender Workshops konnten die Rezensentin ebenfalls nicht überzeugen.
Positiv hervorzuheben sind Gliederung und Verständlichkeit dieses Buchs. Am Anfang jeder Spielerläuterung findet der Leser in einem grau hinterlegten Kästchen Stichwortinformationen zu Ziel/Wirkung, Material, Vorbereitung, Teilnehmerzahl, Form und Dauer. Hier kann auf einen Blick die generelle Einsetzbarkeit geprüft werden. Die Spielerläuterungen sind leserfreundlich in die Abschnitte Methode, Verlauf, Bemerkungen (beispielsweise andere Spielvarianten) und Brückenschläge (wie kann Bezug zum Seminarthema hergestellt werden?) unterteilt.
Zu den Stärken von Frau Klein zählt vor allem die Konzeption witziger, kreativer und lebendiger Spiele, die angenehm aus der Norm herausstechen. Etwa die Hälfte ihrer Ideen fand die Rezensentin allerdings zu albern oder langatmig. Einige Spiele arbeiten mit engem Körperkontakt, was nicht jeder Seminarteilnehmer mag. Dialoge über Emotionen: "Wie fühlst Du Dich..." finden nach Erfahrung der Rezensentin ebenfalls nur bedingt Zuspruch. Die von Frau Klein gerne zur Auflockerung eingesetzten, bewusst sinnlosen Spiele riskieren bei einigen Gruppen die Autorität des Trainers. Schaut man sich die zu ausgewählten Spielen erstellten Filmausschnitte im Internet an, erkennt man ein spezifisches Teilnehmerklientel mit deutlichem Frauenüberschuss. Teilnehmerzusammensetzung und Hintergrund des eigenen Seminars sollten bei der Anwendung vieler der hier vorgestellten Spiele unbedingt berücksichtigt werden.
Insgesamt ist das "tanzende Kamel" ein empfehlenswertes Nachschlagewerk für die beschriebenen Spielarten. Die Mehrzahl der vorgestellten Bewegungs- und Konzentrationsspiele dienen der Auflockerung und können trotz der dargestellten Brückenschläge nur schwer Transfer zu Seminarhalten erstellen. Die Lernspiele sind großenteils empfehlenswert. Einzig das letzte Kapitel als Bastelanleitung für eigene Spiele hält nicht, was es verspricht. Allerdings erhält der Leser aufgrund der gut strukturierten Erläuterungen von Frau Kleins Spielen bereits genug Anregungen für die eigene Konzeption.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Melanie Cordini) |
(Melanie Cordini 01.09.2008) |
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