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  Buchbesprechung


Tools für Projektmanagement, Workshops und Consulting
Ein Kompendium der wichtigsten Techniken und Methoden

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Andler, Nicolai
3. Aufl. (2010)
Publicis Corporate Publishing, ISBN: 3895783676


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Beratung, Workshop, Projektmanagement

Themenliste Literatur
Projektmanagement   Immer häufiger werden Aufgaben von der Linienorganisation in Projekte verlagert - der Zug ist nicht mehr aufzuhalten. Bücher zu einem komplexen und herausfordernden Thema.

Es soll ja Leute geben, die sammeln Tool-Bücher. Einsame Jäger in den unermesslichen Weiten von Bibliotheken und Buchhandlungen, vielfach enttäuscht darüber, dass wieder einmal ein Beutestück letztlich den Einsatz nicht wert war. In ihren Regalen verstauben nie wieder geöffnete Kompendien, die zu viel versprechen und zu wenig halten, vieles anhäufen ohne es zu ordnen, die phantasielos einer gerade aktuellen Mode hinterher hecheln oder schlicht sattsam Bekanntes mit kaum neuen Worten wiederholen. Das vorliegende Buch ist nicht von dieser Art. Der einsame Jäger, so er denn als Trainer, Berater, Projektleiter oder –mitarbeiter sein Leben fristet, wird es vermutlich öfter zur Hand nehmen – und das nicht nur, weil es sich hier um ein handwerklich gut gearbeitetes Stück Buch mit anständiger Haptik handelt.

Das Beste kommt nicht am Schluss, sondern steht gleich am Anfang: Noch vor dem Geleitwort (Tom Sommerlatte), dem Vorwort und dem Inhaltsverzeichnis findet sich eine Kurzübersicht der fast 100 vorgestellten Tools. Diese Übersicht ist nicht bloß eine Auflistung, sondern zeigt bereits, dass auch ein Buchautor kundenorientiert zu denken vermag. Nicolai Andler kategorisiert die Tools, ordnet sie den Phasen eines Problemlöseprozesses zu und bewertet sie hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit und Effizienz. Eine zweite Übersicht verdeutlicht, dass manche Tools verschiedenen Kategorien zuzuordnen sind. Der Leser, getrieben von einer Fragestellung, ist für einen solch schnellen und einfachen Zugang dankbar.

Bereits durch diesen Einstieg wird die Grundstruktur des Buches deutlich. Andler verwendet dafür ein einfaches Grundmuster für einen Problemlöseprozess. Die Phasen Diagnose, Zielformulierung, Analyse und Entscheidungsfindung passen auf fast alle Fragestellungen. Zu diesen Phasen bildet der Autor Unterkategorien, denen die Tools zugeordnet werden:
  • Situationsdefinition
  • Informationsbeschaffung
  • Kreativität
  • Zielformulierung
  • Organisationsanalyse
  • Systemanalyse
  • Strategieanalyse
  • Entscheidung
  • Projektmanagement
Diese Struktur aus Phasen und Kategorien findet sich im Kapitelaufbau wieder, die erwähnte Kurzübersicht verdeutlicht auf einfache Weise, dass manche Kategorien (wie Kreativität oder Informationsbeschaffung) sich in mehreren Projektphasen finden.

Die Auswahl der Tools und Methoden reicht von Klassikern wie der Mindmap oder dem Ishikawa-Diagramm über seltener eingesetzte Werkzeuge wie der Morphologie zu eher exotischen Beispielen wie PEST (Umfeld-Analyse) oder Nyaka (Defekt-Analyse). Alle Tools werden nach dem gleichen Muster auf zwei bis drei Seiten vorgestellt, gelegentlich eingeleitet durch ein Zitat in Frageform, wie es von jemandem stammen könnte, der genau dieses Tool gesucht hat. Auch die Beschreibungen sind vom Leser her gedacht:
  • Warum und wann anwendbar?
  • Wie funktioniert es?
  • Wie gehe ich vor?
  • Tipps, Vorschläge und Alternativen
  • Querverweise zu anderen Tools
  • Hinweis auf weiterführende Literatur/ Internetquellen
Erstaunlich (oder ermutigend): Obwohl Andler einschlägige Erfahrungen im Consulting-Business mitbringt, ist seine Sprache kein Berater-Sprech. Wo immer man das Buch aufschlägt, findet man klare Ansagen: Subjekt, Prädikat, Objekt - Punkt. Gelegentlich ist ein "das heißt:" erforderlich; zwar werden Fremdwörter nicht gescheut – allerdings wird damit nicht gestelzt. Davon wünscht man sich in dieser Branche manchmal mehr. Die erläuternden Beispiele sind passend und anschaulich, die Tipps ebenso. Vor allem Letztere zeigen, dass hier nicht jemand ex cathedra spricht, sondern die letzten fünfzehn selbst geleiteten Workshops beim Schreiben vor Augen hatte. Sie sind praktisch, plastisch und realitätsnah.

Die beiden ersten Kapitel sollte jeder Nutzer lesen. Das zweite erläutert anschaulich das oben erwähnte Modell eines Problemlösungsprozesses (und ist auch ohne den Rest interessant). Das erste enthält die Selbstbezichtigung des Autors. Andler geht offensichtlich nicht davon aus, dass der Klappentext schon alles richten wird, was zur Zielgruppe, ihren Erwartungen und zur Abgrenzung des Themas zu sagen ist. Er beschreibt deshalb ausführlich, was Inhalt und was eben nicht Inhalt der Buchdeckel ist. Bei der Zielgruppenbeschreibung, die gerade Anfänger im Geschäft ausdrücklich ausschließt, ist ihm jedoch zu widersprechen. Gerade Anfänger werden für die gelungene Zusammenstellung dankbar sein.

Zum Schluss bietet Andler seinen Lesern noch eine unverhoffte Dreingabe. Der Anhang des Buches enthält zum einen eine umfangreiche Liste mit Kontrollfragen, die jeden unsicheren Projektleiter mindestens über die ersten beiden Lenkungsausschusssitzungen retten müssten und zweitens eine "Einkaufsliste". Diese stellt auf der Basis typischer Projekt- oder Problemszenarien eine Empfehlung der jeweils einzusetzenden Tools zusammen. Verbunden mit der Kurzübersicht am Beginn des Buches ist dies ein weiteres Beispiel für den didaktisch durchdachten Aufbau des Buches. Man kann sagen: ob von vorne oder von hinten aufgeschlagen, der Zugang zum Inhalt ist in jedem Fall effizient.

Eines ist noch zu bemerken: Schon in der Einleitung spricht der Autor eine Warnung aus. Tools und Techniken dienten nur dazu, eine Struktur und ein Gerüst für die Gedanken und Handlungen des Anwenders zu schaffen, nicht mehr. Ergo: das Buch ist als Anregung und Hinweis gedacht. Den Rest muss der Anwender schaffen. Man kann es auch verkürzt sagen: "A fool with a tool is still a fool".

(MWonline zur Verfügung gestellt von Hans-Jürgen Niehues)

(hjn 17.12.2008)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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lässt keine Wünsche offen21 

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