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Führung |
Führungskräfte haben es nicht leicht, sie sitzen immer zwischen den Stühlen. Da ist guter Rat teuer - und in diesen Büchern zu finden. |
Dieser Hintergrund des Buches "Mc Job" verheißt Spannung und macht neugierig. Newman ist Ph. D. und lehrt an der State University New York in Buffalo. Was treibt so jemanden an, über fettige Fußboden zu wischen, Pommes zu frittieren oder Burger zu belegen? Die ca. 6 Dollar Stundenlohn sind nicht das ausschlaggebende Argument gewesen.
Wie gelingt es, Mitarbeiter trotz knappen Gehalts und harter Arbeit bei unkomfortablen Arbeitsbedingungen zu motivieren? Welche Herausforderungen gibt es in der Systemgastronomie und welche Motivation treibt die Mitarbeiter an?
Mit Aufenthalten in sieben Fast-Food-Restaurants verschiedener Ketten in verschiedenen Bundesstaaten der USA sollten diese Fragen beantwortet werden. Auf knapp 200 Seiten schildert der Autor in Mc Job seine Erfahrungen und die daraus abgeleiteten Prinzipien für bessere und effizientere Arbeit.
Das Buch hat neun Kapitel. Nach der Einführung und den Spielregeln (Welche Restaurants? Wo?, etc.) ist jedes Kapitel einem "Supersize-Management-Prinzip" gewidmet. Kapitel 3 "McJob heißt nicht McEasy" betrifft die Selbstachtung: "Selbstachtung ist seltener und zerbrechlicher als man denkt. Gute Führungskräfte bauen das Ego auf. Durch Stärkung des Selbstwertgefühls kann man die Einsatzbereitschaft und Produktivität erhöhen" (S.37).
Ein derartiger Leitgedanke steht zu Kapitelanfang in einem Kasten. Im Kapitel wird dieses Prinzip dann anhand von Beispielen aus der Praxis erläutert, hergeleitet oder begründet.
Dieses Muster (Management-Gedanke, Beispiele und Herleitung im folgenden Kapitel) zieht sich durch die restlichen Kapitel bis zum Ende des Buches. Lediglich das letzte Kapitel ist ein kurzes Abschlussfazit. <
Die folgenden Schwerpunkte werden kapitelweise behandelt:
- Der Wert der Selbstachtung
- Das Erziehen / Züchten eines Sensei / (Nachwuchs-)meister bzw. -Lehrer
- Die Passung neuer Mitarbeiter und immaterielle Leistungsanreize
- Der Wert sorgfältiger Einarbeitung neuer Mitarbeiter
- Die Vielfalt der eigenen Mitarbeiter gewinnbringend nutzen
- Soziale Netze / Freundschaften fördern und Personalfluktuation mindern
Insgesamt lässt sich das Buch angenehm lesen. Die offene, neugierige Herangehensweise des Autors ist leicht zu verfolgen und der Einblick in die Fast-Food-Welt ist umfassend und spannend.
Dennoch hat das Buch Schwächen. Einige Beispiele wiederholen sich, um für verschiedene Prinzipien herangezogen zu werden. Permanent wird zwischen Handlungsbeispielen und Personen aus sieben verschiedenen Restaurants hin- und hergesprungen. Schnell verliert man den Überblick und auch die Struktur, die durch die oben genannten Prinzipien vorgegeben wird, hilft da nicht viel weiter.
Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, eine kurze Beschreibung der verschiedenen Stationen und der wichtigsten Ereignisse, Erkenntnisse oder Mitarbeiter an den Anfang zu stellen.
Der Autor belässt es zudem bei einer reinen Beschreibung der Verhältnisse und Beispiele sowie dem Ableiten allgemeiner Regeln bzw. Management-Prinzipien. Vielleicht hätten Anregungen zum Transfer der Erkenntnisse dem Buch gut getan.
Anzumerken ist darüber hinaus, dass das Buch amerikanische Verhältnisse schildert. Fast-Food-Konsum hat dort einen anderen Stellenwert als in Europa. Manche Schilderung der Bedingungen ("70% der Kunden nutzen den Drive-In-Schalter") ist daher nicht direkt übertragbar. Dies gilt auch für Themen, die z.B. spezifisch die Mitarbeiter betreffen (z.B. die Karriere- und Ausbildungswege betreffend).
Insgesamt lässt sich das Buch leicht und angenehm lesen und bietet neben dem Einblick in die Welt des schnellen Essens auch ab und an einen in die amerikanische Seele. Der Stein der Weisen in Bezug auf Führung wird hier weder verkauft noch versprochen. Die dargestellten Prinzipien mit ihren Beispielen können dennoch die eine oder andere neue Anregung verschaffen.
Das Buch wurde in den USA vom Wall Street Journal auf die Liste der "Most Memorable Books of 2007" aufgenommen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Christian Warneke ) |
(ottobc 19.02.2009) |
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