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Führung |
Führungskräfte haben es nicht leicht, sie sitzen immer zwischen den Stühlen. Da ist guter Rat teuer - und in diesen Büchern zu finden. |
Der Autor schöpft nicht nur aus den Quellen der Bücher von Peter Drucker, sondern auch aus einem ausführlichen Interview mit ihm, das er einige Jahre vor Druckers Tod 2005 mit ihm geführt hat.
Peter Drucker gilt als der Erfinder modernen Managements. Er hat bereits 1955 in seinem Buch "Praxis des Management" seine Ideen und Konzepte vorgestellt und im Laufe der Jahre weiter entwickelt, die der Autor in diesem Buch beschreibt.
Die wohl bekannteste Methode von Drucker ist "Management by Objectives" (Führen durch Zielvereinbarung). Drucker war davon überzeugt, dass es im wesentlichen auf die Stärken und Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter und Führungskräfte ankomme. Ich selbst verdanke ihm als Personaler die Anregung, diese Erkenntnis bei der Beurteilung der Eignung (Bewerberauswahl, Personaleinsatz) und der Leistung (Beförderung, Bezahlung) anzuwenden. Selbst bei der Trennung taugt sie dazu, den Mitarbeitern Zeugnisse auszustellen, die sich an den Stärken und Resultaten orientieren.
Drucker hat schon sehr früh erkannt, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter nicht das Ziel der Personalpolitik sein kann, wie es in Deutschland bis in die 90er Jahre praktiziert worden ist. Wer betreibt schon ein Wirtschaftsunternehmen mit dem Ziel, zufriedene Mitarbeiter zu haben? Mitarbeiter wollen gefordert werden, sollen effektiv arbeiten und legen Wert auf Anerkennung ihrer Arbeit. Dann erst stellt sich die Frage nach zufriedenstellenden Arbeitsbedingungen.
Jede Institution, so Drucker, sollte so organisiert sein, dass sich die Talente und Fähigkeiten der Mitarbeiter innerhalb der Organisation am besten entfalten können und am meisten bewirken.
Als man in Deutschland noch nach dem Prinzip "Zuckerbrot und Peitsche" Mitarbeiter führte, hatte Drucker bereits einen anderen Ansatz: Führung heißt, Menschen zu besseren Leistungen zu bringen und ihre Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Charakter und Mut sind für Drucker die wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft:
- Mut, sich von Überkommenem zu trennen
- Mut, harte Entscheidungen zu treffen
- Selbstdisziplin, um zuhören zu können
- Vertrauen der Mitarbeiter gewinnen
- Stärken der Mitarbeiter fördern
- Fähigkeit, sich verständlich auszudrücken.
So neu klingt das alles heute nicht mehr. Aber sind deshalb diese Ideen schon veraltet? Drucker hat einen Statthalter im deutschsprachigen Raum - Fredmund Malik -, der seine Ideen erfolgreich vermarktet. Leider hat Malik seine Nase nicht im Wind. Teamarbeit mag er nicht, Gefühle und Intuition bei Personalentscheidungen betrachtet er als Irrwege. Die neuen Erkenntnisse der Emotions- und Hirnforschung nimmt er erst gar nicht zur Kenntnis.
Fazit: Dieses Buch hätte Drucker bestimmt gefallen. Es ist eine Huldigung, bis zur Grenze zur Heldenverehrung. Die Schwäche des Buches liegt in der fehlenden Distanz und der ausschweifenden Einführung von siebzehn Seiten. Der Autor beschreibt die Einladung und Annäherung an Drucker, gerade so, als handelt es sich um den Dalai Lama oder den Papst. Er beschreibt den Flug, die Fahrt im Mietwagen, wie er sich vor Aufregung verfahren hat und trotz heftigen Klingelns Drucker die Tür nicht öffnet. Er hatte sein Hörgerät nicht eingeschaltet. Schließlich fand er doch noch Zugang. Höhepunkt der Begegnung war ein Mittagessen beim Italiener. Davon wird er seinen Enkeln noch erzählen.
Trotzdem kann ich das Buch jedem Leser empfehlen, der noch nie etwas von oder über Drucker gelesen hat. Was Drucker schreibt, ist auch heute noch nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Karl-Heinz List ) |
(letter 02.07.2009) |
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