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Unternehmenskultur |
Wenn die Kultur in einem Unternehmen nicht stimmt, bleibt der Erfolg aus. Bücher zu einem schwierigen Thema. |
Wer die Nase vorn haben will, sollte das amerikanische Original lesen oder hören
und nicht auf die deutsche Übersetzung warten. Für einige war die Geschichte des
Gründers von VISA International, Dee Hock, seit dem Artikel in >Fast
Company< von 1996 längst ein Geheimtipp. Nun liegt die Biografie und
Unternehmensgeschichte aus der Feder des Hauptprotagonisten vor. Neben einer
spannenden Story, in der autobiografisches und wirtschaftsgeschichtliches
geschickt und gut lesbar miteinander verflochten sind, enthält das Buch eine
Sammlung philosophischer Reflexionen und Essays, in denen Hock seine Thesen
und Konzepte über das Management der Zukunft, aus dem Kontext systemischer Biologie,
moderner Naturwissenschaft und seiner Kritik am Versagen der Institutionen begründet. Den
Begriff >Chaord< hat Hock aus den Worten >chaos< und >order< kreiert, um deutlich zu
machen, dass die Organisationen der Zukunft beides gleichzeitig sein müssen, ähnlich lebenden
Organismen, die keine hierarchische Struktur und keine Kommandozentrale kennen. Hocks
Auseinandersetzung mit der Hierarchie war von Anfang an sehr praktisch: die LeserIn erfährt, wie
seine ersten drei Versuche, Alternativen zu herkömmlichen Managementkonzepten zu entwickeln,
jeweils mit seinem Rausschmiss endeten und wie er mit 36 Jahren beschloss, auf jegliche
Karriereambitionen zu verzichten und bei einer Bank in Seattle >retirement on the job< zu
betreiben. Auch das misslang: 1968, als sich das noch junge Kreditkartengeschäft in einer heftigen
Krise befand und den Banken herbe Verluste einbrachte, wurde Hock an die Spitze eines
Komitees gewählt, das auf Abhilfe sinnen sollte. Nun waren kreative Konzepte gefragt und der
Boden zu ihrer Umsetzung bereitet. Der Gründungsprozess von VISA liest sich wie eine Fallstudie
zur Kreation neuartiger, flexibler Organisationsstrukturen. Wer wissen will, wie das Neue in die
Welt kommt - hier wird es erzählt. Doch nicht im trockenen Lehrbuchstil, sondern als spannender
Krimi, nur das der Leser das Ende schon kennt: VISA organisiert heute 20 000 Banken, 14
Millionen Geschäftsleute und 600 Millionen Privatkunden in 220 Ländern und produziert einen
Jahresumsatz von 1,25 Trillionen US$. Hock führte VISA bis 1984. Nach einem Jahrzehnt des
Ruhestandes als Privatier und Öko-Landwirt ist Hock 1994, im Alter von 68 Jahren, wieder aktiv
geworden: Mit der Gründung der >Chaordischen Allianz< will er weitere überzeugende Modelle
von neuartiger Institutionen, >Chaords< schaffen, in denen Macht und Verantwortung gleichmäßig
verteilt sind, und wo die Beteiligten größtmögliche Handlungsfreiheit genießen. Eine inspirierende
Lektüre, nicht nur für Kreative, Aufmüpfige und Optimisten. Auch als Pflichtlektüre für Studenten
an Wirtschaftsfakultäten und MBA-Schmieden hervorragend geeignet. (MWonline
freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Elisabeth C. Gründler)
auch als Hörbuch, 4 Kassetten ISBN 1574533460
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