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  Buchbesprechung


Charakter ist kein Hindernis
Persönlichkeit als Chance

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Lay, Rupert
(2000)
Urania Verlag, ISBN: 3332010840


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Persönlichkeitsentwicklung, Charakter

Themenliste Literatur
Persönlichkeitsentwicklung   Bücher rund um das Thema "Persönliches Wachstum" und was dazu beiträgt, dieses zu unterstützen

Rupert Lay ist ein breiten Öffentlichkeit seit langem ein Begriff. Über 42 Bücher seit 1978, Manager- Schulungen weltweit seit 1970 und seit 1988 Betrieb einer eigenen Unternehmensberatung sind die beachtliche Bilanz des erfolgreichen Moralisten. Der Spagat zwischen Orientierungswerten und Moral und den Anfordernissen unserer Zeit steht immer im Mittelpunkt seiner Werke. So auch in diesem Buch, das nicht ohne Grund im Titel das k im kein andersfarbig unterlegt hat.
Ist Charakter nun ein oder kein Hindernis? Lay sagt gleich im Vorwort, dass dieses Buch den gelegentlichen Wahrheitsgehalt des Spruchs "Du musst ein Schwein sein auf dieser Welt " nicht widerlegen kann. Aber es gibt beides, den erfolgreichen Moralisten und den erfolgreichen charakterlosen Karrieristen. Auf sehr hohem Niveau nähert sich Lay den Fragen: "Was ist ein charakterloser Mensch? Erkennt man den Unterschied zwischen Verhalten und Charakter? Erfolg und Selbstachtung erhalten, geht das überhaupt?" Lay verweist anschaulich auf die philosophischen Ahnen dieser Gedanken, erläutert deren Gedankengut und überträgt es an praktischen Fallbeispielen auf die heutige Zeit. Ein Schlüsselthema sind die inneren und die äusseren Moralgesetze. Das innere Moralgesetz bestraft sozusagen endogen aus dem Menschen heraus kommend mit Schuld, Scham, Reue und Wiedergutmachung. Diese Gesetze lernt auch der moderne Mensch in der Familie, Schule, früher auch in der Kirche. Äussere Moralgesetzverletzungen werden mit sichtbaren Strafen belegt: der Manager, der sich aus der Unternehmenskasse bedient hat, wird offiziell bestraft und aus dem Amt gejagt, auch wenn jeder weiss, das Manko der äusseren Moralgesetze liegt in der Doppelmoral: Alles ist erlaubt, solange man sich nicht erwischen lässt.
Woran erkennt man nun den Charakterstarken oder den Charakterlosen? Ein Hauptmerkmal sieht Lay in der mangelnden Autonomie und Ich-Stärke, um den Charakterlosen zu erkennen. Auch das Abschieben von Verantwortung ist ein Anzeichen. Hier verweist er auf das berühmt-berüchtigte Milgram-Experiment. Angehörige der weissen Mittelschicht als Versuchspersonen waren ohne zusätzlichen Druck ausser verbaler Dringlichkeit des Versuchsleiters bereit, dem menschlichen Versuchsobjekt nach Falsch-Beantwortung der gestellten Frage Stromstösse zu verpassen. Diese waren simuliert, das wussten die Versuchsteilnehmer nicht. 65% der " Lehrer" waren bereit, den "Schüler" zu töten. Bei lediglich akustischer Rückkopplung, das Opfer schlug an die Trennwand, waren es immerhin noch 62,5%. Und die Welt war schockiert. Wie konnte so etwas passieren? In dem Zusammenhang spricht Lay auch von der neuen Unredlichkeit, die den Menschen dazu bringt, sich und seine Handlungen nicht mehr redlich zu bedenken, sondern sich in wichtigen Fragen selbst zu täuschen. Wie wichtig es allerdings gerade in der heutigen Zeit ist, seinem eigenen inneren Stern zu folgen, um nicht den Boden unter den Füssen zu verlieren, wird in diesem Buch tief human ohne erhobenen Zeigefinger beschrieben.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Jutta Menzen)

(jme)

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ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
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