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  Buchbesprechung


Es ist nie zu spät, erfolgreich zu sein
Ein lösungsfokussiertes Programm für Coaching von Organisationen, Teams ...

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Furman, Ben / Ahola, Tapani
1. Aufl. (2010)
Carl-Auer-Systeme, ISBN: 3896707043


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Coaching, Teamentwicklung, Veränderung

Autor(en):
Ben Furman ist Psychiater und Psychotherapeut. Er ist Mitbegründer des Helsinki Brief Therapy Institute, welches er heute zusammen mit Tapani Aloha leitet.
Tapani Ahola ist Sozialspsychologe und arbeitet seit 1985 als Supervisor, Berater, Dozent, Ausbilder und Betreuer. Er ist ein bekannter Experte auf dem Gebiet der lösungsfokussierten Kommunikation.
Beide Autoren haben bereits mehrere Bücher publiziert (z.B. "Ich schaffs! Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden" oder "Twin Star - Lösungen vom anderen Stern. Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Zwilling des Erfolgs")

Themenliste Literatur
Coaching   Ob durch einen professionellen Coach oder einen Vorgesetzten: Hier gibt es Bücher zum Thema "Coaching"
Ideenfabrik
Mini-Reteaming (jt)   Das Prinzip des Reteamings kann mit Hilfe eines einfachen Fragebogens im Rahmen von Seminaren eingesetzt werden. Z.B. in Form von Interviews.*
Ich schätze an dir... (jt)   Eine kleine, aber sehr schöne Art des Einstiegs in eine Teamentwicklungsmaßnahme bzw. ein Seminar. Geeignet für Kleingruppen von vier bis sechs Teilnehmern.

Kernstück des Buches ist das von den Autoren entworfene Programm eines lösungsfokussierten Coachingprozesses, welchen sie "Reteaming" nennen. Er umfasst folgende 12 Schritte - Auszug aus S. 18 f.:
  1. Beschreiben Sie Ihre Vision: Sie werden aufgefordert, sich selbst in die Zukunft zu projizieren und sich vorzustellen, dass Sie vollkommen zufrieden damit sind, wie die Dinge in Ihrem Privat-, Berufs- oder Familienleben laufen.
  2. Legen Sie sich auf ein Ziel fest: Sie werden gebeten, eine Reihe von Zielen für die Erreichung Ihrer Vision zu identifizieren und sich danach für eines zu entscheiden.
  3. Suchen Sie sich Helfer: Um Ihr Ziel zu erreichen, werden Sie Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen benötigen. Identifizieren Sie diese Personen und laden Sie sie ein, zu Ihrem Projekt beizutragen.
  4. Schauen Sie auf den Nutzen: Sie werden gebeten sich alle positiven Auswirkungen der Zielerreichung vorzustellen, nicht nur auf sich selbst sondern auch auf andere Menschen, wie z.B. Ihre Helfer.
  5. Achten Sie auf bisherige Fortschritte: Man kann relativ sicher davon ausgehen, dass Sie schon etwas vorher unternommen haben, die Dinge in Richtung Ihres Ziels zu verändern. Diese Hinweise auf bereits gemachte Fortschritte gilt es in diesem Schritt zu ergründen.
  6. Planen Sie künftige Fortschritte: Sie stellen sich den Prozess zu Ihrer Zielerreichung, wie er idealerweise laufen sollte, vor. Auf dieser Basis erzeugen Sie anschauliche Bilder einer Serie von kleinen Schritten, die zum Ziel führen.
  7. Stellen Sie sich den Herausforderungen: Kein Ziel ohne Herausforderung - aus welchen Gründen könnte die Zielerreichung schwierig werden?
  8. Fördern Sie Optimismus: Auch wenn die Zielerreichung nicht einfach ist, bedeutet es nicht, dass sie unmöglich ist. Auf welche Ressourcen und Stärken können Sie für die Zielerreichung zurückgreifen?
  9. Geben Sie ein Versprechen: Statt langer Pläne sollten Sie eine Entscheidung über den nächsten Schritt treffen und diesen Ihrem "Publikum" mitteilen, d.h. Ihren Helfern.
  10. Führen Sie ein Fortschrittstagebuch: Das Follow-up hat einen zentralen Stellenwert. Ihre Aufmerksamkeit wird auf Ihre Momente des Erfolgs gelenkt. Sie werden gebeten, jeden Ihrer Fortschritte zu notieren.
  11. Bereiten Sie sich auf mögliche Rückschläge vor: Es kann passieren, dass eine Entwicklung nicht so eintritt, wie sie sich das erhofft haben. Potenzielle Rückschläge werden antizipiert und Ideen entwickelt, wie man damit umgehen kann, ohne den Antrieb zu verlieren.
  12. Feiern Sie Ihren Erfolg und danken Sie Ihren Helfern: Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Ziel erreicht zu haben, sollten Sie zurückschauen und stolz sein. Analysieren Sie, was den Fortschritt bedingt hat und wer dazu beigetragen hat. Sie werden den Weg finden, diesen Menschen zu danken und sie zu würdigen.
"Und was ist jetzt daran neu?" wird sich der belesene Coaching-Experte fragen. Und so ging es mir auch nach den ersten Seiten. Habe ich das nicht schon bei de Shazer, bei Radatz und Szàbo gelesen?
Und etwas vollkommen Neues ist es tatsächlich nicht. Eher ein eins-zu-eins umsetzbares "To-Go-Rezept" auf Basis der Grundprinzipien lösungsfokussierter Coachingprozesse.

Aber irgendwie ist man den Autoren trotzdem nicht böse. Wenn man mal vom etwas zu reißerisch geratenen Titel der etwas seichten Einleitung und dem Unwort "Reteaming" absieht, ist es ein gut und flüssig zu lesendes, kurzes und sympathisches Buch, was als Vorlage für ein lösungsfokussiertes Vorgehen im Einzel- oder bei Teamcoachings dienen kann.

Im Hauptteil des Buches wird jedem Schritt des Programms ein Kapitel gewidmet. Dabei werden die Schritte sehr praxisnah mit Beispielen und ansprechenden Metaphern beschrieben, die man gut im Coaching verwenden kann. Besonders praktisch: Jedes Kapitel schließt mit einem Kasten, der Übungen und Fragen zu dem jeweiligen Schritt zusammenfasst.
Sympathisch finde ich auch, dass die Autoren die Stufenabfolge nicht dogmatisch verfechten, sondern explizit darauf hinweisen, dass diese auch individuell abgeändert werden kann.

Im hinteren Teil des Buches wird dann die Anwendung des Programms am Beispiel verschiedener Anlässe dargestellt. Sehr hilfreich für den umsetzungsorientierten Leser, der eine konkrete Durchführungsanleitung sucht. So wird die Anleitung des Reteaming-Prozesses z.B. für Teambuilding nach einer Fusion oder im Einzelcoaching zur Bewältigung von Traumata beschrieben.

Und dann finde ich beim genaueren Hinlesen doch noch das Neue oder zumindest "Besondere" am Reteaming-Konzept: Die Betonung, dass Veränderungen - auch bei Einzelpersonen - immer kollektive Prozesse sind. "Reteaming basiert auf einer Philosophie der Zusammenarbeit, in der andere Menschen eine entscheidende Rolle beim Erreichen der eigenen Ziele spielen." (S. 40).

Das drückt sich im Stufenprozess ganz explizit darin aus, dass nach Helfern gefragt wird (Schritt 3), die einem bei der Veränderung zur Seite stehen und die informiert, ggf. auch involviert werden (Schritt 9), und denen am Ende auch explizit gedankt wird (Schritt 12). Es geht sogar soweit, dass man sich nicht nur den Eigennutzen seiner Ziele überlegen soll, sondern auch, welchen Nutzen die Zielerreichung für andere hat (Schritt 4).

Das ist deutlich mehr als die üblichen zirkulären Fragen. Dem Umfeld wird damit eine weitaus explizitere Rolle im Coachingprozess eingeräumt, als dies normalerweise getan wird. Und wenn ich am Beispiel meines eigenen Lebens darüber nachdenke, dann komme ich in der Tat zum Schluss, dass ich vieles erreicht habe, weil mir irgendwelche Leute auf dem Weg geholfen haben. Und sei es nur durch einen Satz, eine Handlung, durch Zuspruch oder weil sie einfach da waren und an mich geglaubt haben. In Welten, die immer vernetzter werden und in denen wohl kein Erfolg mehr allein auf eine Einzelleistung zurück zu führen ist, finde ich es einen Applaus wert, wenn sich dies auch einmal explizit in einem Coachingansatz wiederfinden lässt.

Fazit: Obwohl sie also nichts wirklich Neues bieten, haben mich die Autoren mit ihrer kompromisslosen Praxisorientierung versöhnt. Und ich werde sicher bei der Vorbereitung meiner nächsten Coachings mal wieder reinschauen.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Eva Bilhuber Galli - www.humanfacts.ch)

(bilhubev 01.06.2010)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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