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Organisationsentwicklung |
Organisationen entwickeln sich immer, auch wenn man das nicht aktiv betreibt. Aber manchmal möchte man ja auch eingreifen... |
Das Buch ist ein umfassendes Werk zu allen Fragen rund um die Mitarbeiterbefragung. Angefangen bei der Planung und Durchführung über die Gestaltung des Follow-up-Prozesses bis hin zu Instrumenten und Firmenbeispielen ist alles vorhanden, was zum Thema Mitarbeiterbefragung gehört. Dabei besticht das Buch durch klare Botschaften, was das Instrument Mitarbeiterbefragung leisten kann, leisten soll und eben nicht zu leisten in der Lage ist. Wirkungen und Nebenwirkungen werden beschrieben. Klare Worte werden zum Beispiel darüber, dass die Mitarbeiterbefragung auch eine Art der Vorgesetztenbewertung ist, gefunden. Sowohl die Anforderungen an Führungskräfte als auch die deutliche Beschreibung des Interventions-Paradoxon, nach dem die MAB eine gute Feedbackkultur voraussetzt, obwohl sie diese mit bewirken soll, geben der Leserschaft einen guten Überblick. Praktische Hinweise, Leitfragen und konkrete Beispiele zum Beispiel zur Betriebsvereinbarung sorgen für eine gute Umsetzbarkeit in die Praxis. Zusammenfassungen führen zu einer guten Lesbarkeit. So entsteht ein ehrliches Bild zum Instrument MAB für diejenigen, die den Einsatz eines solchen Instrumentes planen.
Bei allen positiven Beschreibungen muss angemerkt werden, dass das Buch leider den falschen Titel hat. Der Teil "was dann...?" will keine so rechte Freude aufkommen lassen. Viele Informationen zu Zahlen, Interpretationsmöglichkeiten und Analyseverfahren versperren den Blick für die Zeit, in der die Ergebnisse vorliegen und die Folgen bearbeitet werden müssen. Außer Workshopvorschlägen und teilweise selbstverständlichen Hinweisen (Medium zur Visualisierung sollte Power Point sein) bleibt es vage und vor allem wenig innovativ. Auch die Evaluation bietet denjenigen, die mit dem Thema etwas vertraut sind, keine Neuigkeiten. Schließlich ist klar, dass die Evaluation in der Folgebefragung liegt. Nur der Umgang mit diesen Ergebnissen wird ja nicht einfacher. Also was tun? Die Antwort bleiben die Herausgeber schuldig.
Die Praxisbeispiele - und hier ist meine Erwartung auch gering - belegen nun die Sinnhaftigkeit und beschreiben den Zustand des "Friede, Freude, Eierkuchen" mit teilweise einem kleinen Hang, kritische Themen zumindest rudimentär anzudeuten. Insofern wäre dieser Teil auch als Werbeblock geeignet. Gerade hier lässt sich das Fazit ziehen, dass alles prima ist bei MAB. Dies deckt sich leider nicht mit meinen Erfahrungen, auf die ich gerne innovative und ehrliche Antworten gelesen hätte.
Noch etwas zum Stil des Buches. Einzelne Autorinnen und Autoren haben die Passagen verfasst. Dies führt an manchen Stellen zu Wiederholungen. Leider ist auch der ein oder andere dem Versuch erlegen, akademisch das Thema anzugehen und zu bearbeiten.
Die kritischen Anmerkungen in dieser Rezension sollen aber nicht von der Einleitung ablenken. Das Buch ist lesenswert und für alle Organisatoren, Moderatoren, Berater und Personaler, die mit dem Instrument zu tun haben, eine wirkliche Hilfestellung. Der Leser oder die Leserin sollte sich durchaus trauen, einzelne Teile zu überspringen. Dann steht es in einem sehr guten Aufwand-Nutzen-Verhältnis. Die Erwartung, auf die kritischen Fragen im Anschluss an eine MAB oder auch an eine Folgebefragung eine Antwort zu erhalten, sollte allerdings nicht an den Titel des Buches angelehnt sein.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Marcus Schmitz) |
(ms 02.08.2010) |
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