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| Themenliste Literatur |
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Training |
Bücher für Menschen, die Gruppen trainieren. Hier finden Sie Grundwissen, aber auch praktische Tipps zum Umgang mit Gruppen. |
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| Ideenfabrik |
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Fingerauswertung (jt) |
Eine witzige Art, sich schnell und unkompliziert eine Rückmeldung im Seminar abzuholen. |
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Reflexionsspirale (jt) |
Nach jeder Übung bzw. Aktion im Training folgt eine Phase der Reflexion. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Vorgehensweise, eine hiervon ist die Reflexionsspirale.* |
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Reflexion mit Kartenspiel (jt) |
Nach Abschluss einer Übung äußern sich die Teilnehmer zu dem, was sie für sich mitnehmen. Ein Kartenspiel hilft dabei.* |
Wenn Trainer in ihren Seminaren die Reflexionsphasen von Übungen sinnvoll gestalten, ist ein nachhaltiger Lerneffekt garantiert. Dazu gibt Jörg Friebe viele Hinweise. Die über 50 ausführlich beschriebenen Methoden bleiben kein Steinbruch. Die damit verbundenen Theoriemodelle werden knapp aber ausreichend vorgestellt. Darüber hinaus stehen die Haltung des Trainers und die Funktion von Reflexion im Zentrum des empfehlenswerten Buches.
Die Metapher des (Stand-)Spiegels zu verwenden liegt nahe, wenn es um Reflexion geht. Jörg Friebe verwendet sie als Gliederung für die Kapitel seines Buches. Ihm gelingt so eine nachvollziehbare Struktur.
überschreibt er seine Überlegungen zur Begrifflichkeit von Reflexion, zu den traditionellen Lernmodellen und zur Haltung des Trainers. Sehr differenziert werden die Möglichkeiten der Reflexion im Training ausgelotet: Bereits vor einer Übung macht es gegebenenfalls Sinn, eine Reflexionsphase einzuplanen (beispielsweise beim direktiven oder metaphorischen Handlungslernen), aber auch wenn es darum geht – und das sollte doch immer – einen Lernzuwachs zu generieren. Die Frage, was bei der letzten Aktivität gelernt wurde und bei der aktuellen Übung also nicht noch einmal „falsch“ gemacht werden soll fördert erfolgreiches schrittweises Verändern.
Selbstverständlich ist auch während einer Aktion eine Reflexionsphase möglich, indem die Handlung kurz unterbrochen und über das nachgedacht wird, was gerade passiert, bzw. wenn eine Übung zu scheitern droht. Klassisch ist die Reflexion im Anschluss an eine Trainingsphase. Seine Herkunft kann Friebe in diesem Abschnitt nicht verbergen, wenn er daran erinnert, dass nach einem Outdoortraining eventuell ein Umziehen der Teilnehmenden notwendig ist und eine Reflexionsphase unmittelbar im Anschluss an die Übung nicht ausführlich sein kann. Die Empfehlung lautet, dass mindestens eine Minute inne gehalten werden soll, um emotionale und gedankliche Anker zu setzen. Hilfreich auch für den Fall, dass das Mittagessen eine unmittelbare Reflexion nach der Aktion unmöglich macht.
Mit dem Absatz „Von der angeleiteten zur selbstständigen Reflexion“ wird zum Kapitel über die Grundhaltung des Trainers übergeleitet. Weil Trainings grundsätzlich eine positive Veränderung bewirken sollen ist es notwendig, dass auch der Trainer eine solche Haltung inne hat. Doch welches Bild lässt sich damit verbinden? Sieht er sich als (Weg-) Begleiter – im Unterschied zum Berater, als Resonanzkörper oder als Arzt? Als Grundsätze werden in einer nicht vollständigen Liste angegeben:
- Beachte das System!
- Stelle Hypothesen auf!
- Sei behutsam!
- Erkenne den Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbild!
- Achte die persönlichen Grenzen!
- Betone die vorhandenen Stärken!
- Sei Yin und Yang!
- Reflektiere Widersprüche!
- Nutze Paradoxien!
- Sei mutig!
- Drehpunkt: Ziele der Reflexion
Als die drei Zielebenen werden die Ziele der Teilnehmenden, die sich auf deren Berufsalltag beziehen, die konkreten Ziele des Trainings und grundlegende Ziele, das ist z.B. Kompetenzerweiterung, genannt. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Anmerkung zur ersten Zielebene, dass diese vor allem für Unternehmensberatungsprozesse eine Rolle spielt und deshalb im Buch nicht berücksichtigt wird. Geradezu das Gegenteil wird dann an späterer Stelle vollzogen, wenn Methoden zur Nachhaltigkeit, z.B. „Gedanken der Teilnehmenden zum Transfer“ vorgestellt werden.
Gelungen ist dann wieder die Beschreibung der Ziele von unterschiedlichen Persönlichkeiten, den Machern und Strategen. Wortwörtlich gibt Friebe Beispiele für den Umgang mit solchen Haltungen im Seminar. Es wird das Modell der logischen Ebenen nach Dilts beschrieben, der Umgang mit der Wunderfrage detailliert erläutert und mit Hinweisen zur Bildung von Schlüsselsätzen und der Arbeit mit Zielskalen das Kapitel geschlossen.
Gelungen ist die Einbeziehung der Lesenden durch Sprechblasen, die vorgestellte Übungen auf die Lernziele des Lesers beziehen. So wird die Wunderfrage auf die Beherrschung der Kunst des Reflektierens bezogen und die konkrete Auseinandersetzung angeregt: „Wie würde Ihre Arbeit aussehen? Wie merken dies die Teilnehmenden? wenn Sie die Kunst des Reflektierens perfekt beherrschen?“
- Drehpunkt: Phasen der Reflexion – Welche Ebene soll angesprochen werden?
Dieses Kapitel widmet sich einigen Modellen von Reflexion. Angefangen von der Ergebnis- und Prozessfrage als zweistufigem Modell über die Reflexionsspirale in drei Stufen kommt Friebe über die moderierte Reflexion in sechs Stufen, dem ebenfalls sechsstufigen Filtermodell und dem Reflektieren nach von Thun als Vertiefung und Emporhebung zu seinem „neuen Phasenmodell für die Reflexion von Aktionen in Entwicklungsprozessen“, das sich nur unwesentlich vom von Thunschen Modell unterscheidet. Das auch Kombinationsmodell genannte Modell beginnt mit der Frage, was aus der letzten Aktion mitgenommen und umgesetzt wurde und vertieft dann über die Frage nach dem „was“ erlebt wurde über das „wie“ sich verhalten wurde und zwar zunächst „Ich-fern“, dann konkret „Ich“ hin zu den Gefühlen im „Hier und Jetzt“ bis zur Modellbildung. Hier schließt die Phase der Emporhebung an, die mit generellen Schlussfolgerungen und Visualisierung und Dokumentation endet.
- Drehpunkt: Aktivierende Methoden in der Reflexion
Auf 120 Seiten werden gut gegliedert die über 50 Methoden zur Reflexion vorgestellt. Sehr übersichtlich ist die immer gleich bleibende Erläuterung, die mit
- Kurzbeschreibung
- Beschreibung
- Einordnung in eine geeignete Phase
- Wesen und Vorteile
- Kategorie zur Gruppenkonstellation
- Angabe der Dauer
- Auflistung des Materials
- Hinweis auf Metapher/ Analogie
- Nennung von Varianten
- Verknüpfung
- Anmerkungen
geschieht. Eine Systematik, die Lesern von Büchern des Verlages managerSeminare so oder ähnlich lange bekannt ist. Auf diese Weise gelingt es, sehr schnell geeignete Methoden für die eigene Seminarplanung ausfindig zu machen. Ergänzt wird die textliche Darstellung durch geeignete Bilder und Zeichnungen und Materialien im Internet, die man downloaden kann. Der Praktiker wünscht sich neben der Vorstellung der Methoden in Buchform eine Veröffentlichung als Datenbank für den PC oder auf Karten. So könnten die Methoden seminargerecht ausgedruckt werden.
Gegliedert sind die Methoden in die Rubriken:
- Reflexion der Gesamtgruppe – Gesamteinschätzung
- Reflexion zu den Trainingszielen
- Besonders als kurze Reflexion
- Das „gute“ Mittelmaß
- Komplex und tief greifend
- Reflexion als roter Faden
- Reflexion Nachhaltigkeit
Ein Beispiel für eine gelungene Reflexion-Methode ist die Verwendung von Verkehrszeichen. Mit deren Hilfe soll der Verlauf der letzten Aktion von den Teilnehmenden dargestellt werden. Vermutlich muss man sich die Schilder selber herstellen, eine Bezugsadresse wird nicht angegeben, wohl der Hinweis, dass es ein beträchtlicher Unterschied für die Teilnehmenden ist, ob die lediglich Ausdrucke von Schildern erhalten oder tatsächlich aufstellbare kleine Schilder.
Ein weiteres schönes Beispiel ist die Verwendung der Metaphern „Mülleimer“ und „Schatzkiste“, die tatsächlich aufgestellt werden und in die über Moderationskarten Rückmeldungen erfolgen. Dies kann sowohl zu Einzelaspekten als auch zum kompletten Training geschehen.
- Vierter Drehpunkt: Dokumentation, Verschriftlichung, Visualisierung
Etwas knapp kommt das Kapitel zur Dokumentation. Einige Bildbeispiele und Hinweise auf weitere Literatur, z.B. „bikabolo“ von Martin Haußmann geben lediglich einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten. Nachvollziehbar und entschuldbar ist die Entscheidung, würde eine ausführliche Darstellung der differenzierten Ansätze der Visualisierung den Rahmen des Werkes sprengen.
Zielorientierte Reflexionsfragen
Trainer wirken durch ihr Verhalten auf Teilnehmende als Vorbild und dabei ist die Verwendung ihrer Sprache bedeutsam. So ist das Kapitel folgerichtig ausgerichtet auf die Wirkung bestimmter Wörter: „Sondern“ als Hinwendung zum Positiven, „Das ist vergleichbar mit …“ als Nutzung positiver Bilder. Statt „Immer“ besser konkrete Beispiele nennen lassen, dem „aber“ ein „und“ entgegensetzen. Und dann folgen die obligatorischen, aber nicht schädlichen Hinweise auf das aktive Fragen, das aktive Zuhören und Doppeln. Aus der eigenen Seminarpraxis des Rezensenten ist bekannt, dass das immer wieder geübt werden muss, damit es perfektioniert wird. Mit 7 Seiten ist das Thema nicht zu lang(weilig) behandelt.
Gelungen ist auch die Liste der Reflexionsfragen zu einzelnen Themen, die sich am Modell des TZI orientiert:
ES – Die Aufgabe der Gruppe
mit Fragen zur Zielklärung, dem Prozessverlauf, der Entscheidungsfindung und der Auswertung der Ergebnisse
ICH – Persönliche Motive der Teilnehmenden
mit 25 Fragemöglichkeiten zur Einzelwahrnehmung/Selbstwahrnehmung, der Motivation und der Stärkung des Selbstvertrauens
WIR – Interaktion der Teilnehmenden
mit über 100 Fragebeispielen zu den Themenkomplexen Vertrauen und Verantwortung, Rollenwahrnehmung, Kommunikation, Umgang mit Fehlern, Kooperation, Loyalität und Wir-Gefühl, Konflikt, Leitungsrolle, Andere Meinungen, Ausgrenzung und aggressives Verhalten, Umgang mit dem anderen Geschlecht, Cliquen-/Grüppchenbildung, Gemeinschaft stärken, Ausredenlassen/Zuhören, Gewaltprävention und Lautstärke/Unruhe
GLOBE – Einflussnehmendes Umfeld
mit Fragen zum Verhältnis der Gruppe zu anderen Gruppen
Arbeiten mit Denkmodellen
Die vorgestellten Modelle sind:
- Eisberg-Modell
- TZI (Themenzentrierte Interaktion)
- Fünf Kanäle der Kommunikation
- SWOT-Analyse
- Riemann-Thomann-Kreuz (Polaritätenmodell)
- Teamrollen nach Belbin
- Wertequadrat
- Die vier Zimmer der Veränderung
- Phasen der Teamentwicklung
- Portfolio der Umsetzungsideen
- Inneres Team
- Teufelskreis
Umsetzung und Praxisbeispiele
Abschließend fehlt nicht der Hinweis auf Fallstricke bei der Umsetzung von Reflexionen im Seminar. Genannt werden solche wie das feste Drehbuch, die Wiederholung derselben Reflexion, die Strukturlosigkeit, die spaßige Aktion statt der mühsamen Reflexion, die Tolerierung von schweigenden Teilnehmenden, der Umgang mit ungewollten Vertiefungen und weinenden Teilnehmenden.
Die aufgeführten Praxisbeispiele stammen überwiegend aus dem Erlebnis- und Outdoorbereich und werden schwerlich als Vorbild für die meisten Trainings dienen können. Sie zeigen jedoch, wie und warum Jörg Friebe die beschriebenen Methoden des Buches im Training einsetzt und was sie zu bewirken vermögen.
Und nun ist es an Ihnen, Ihre Trainings durch gestufte Reflexionen weiter zu verbessern – wenn Sie wollen. (Denk-) Material gibt es hier genug.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dirk Hirsekorn – www.freiraeume-coaching.de) |
(Freiraum-Coach 08.09.2010) |
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