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Selbstmanagement |
Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc. |
Ein schwieriges Buch – die ersten 65 Seiten haben mich gelangweilt, vielleicht weil nichts Neues für mich dabei war, vielleicht, weil Behauptungen aufgestellt werden, die nicht durch Literaturhinweise belegt werden. Vielleicht sind die Tipps auch wenig realistisch – z.B. "Lehnen Sie Rollen ab, die nicht zu Ihrer Persönlichkeit passen" (S. 59), leider weiß ich gar nicht, welche das sind und wie ich die Passung erkennen kann, eine Übung wäre doch angemessen. Danach wird es allerdings sehr praktisch. Wer an seiner Persönlichkeit, an seinem Auftreten, seiner Außenwirkung arbeiten will, der erfährt und erarbeitet sich hier einige wichtige Hinweise.
Michael Moesslang weiß augenscheinlich, wovon er schreibt. Als Keynote Speaker und Trainer hat er reichlich Beispiele vor Augen, wie Menschen sich gegenüber anderen so zu verhalten haben, dass sie einen positiven Eindruck hinterlassen. Und zwar nicht als Schauspieler. "Professionelle Authentizität" wird mit den vielen Übungen, Tests und Beispielen im wahrsten Sinne erarbeitet. Und zwar kleinschrittig - didaktisch also absolut richtig. Professionalität heißt demnach bewusst reflektiert und damit echt. Dass eine solche Entwicklung an sich selbst Zeit bedarf, wird dankenswerterweise immer wieder erwähnt. Auch dass es Konsequenzen hat sich zu verändern wird nicht verschwiegen. Bis hin zur Überprüfung des Freundeskreises reichen die Anmerkungen und damit wird deutlich, Moesslang meint es ehrlich. Es geht nicht um eine fadenscheinige Veränderung nach dem Motto "the show must go on". Ein eigener Abschnitt zum Thema Werte und ethische Haltung rundet die Arbeit an einer positiven Haltung ab.
Wer erfolgreicher sein will, der wird auch bereit sein müssen sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die damit verbundenen Hürden und Klippen zu umschiffen, dazu dienen die Ausführungen des fast 300seitigen Buches meist mehr, manchmal auch weniger.
Sehr schön gefallen haben mir die vielen Übungen, die zur Selbstreflexion anregen. Um seinen Charme und Offenheit zu trainieren regt der Autor an, sich vorzunehmen, möglichst jeden Menschen, bei dem das möglich ist, in ein Gespräch zu verwickeln. Das könnten beispielsweise die Bedienung im Cafe ebenso sein wie der Nachbar im Biergarten, die Wartenden beim Arzt oder wer auch immer. Ziemlich extrem finden Sie? Finde ich auch, aber doch gar nicht verkehrt!? Wenn ich fremde Menschen zur Übung nutze, dann werde ich mich in meinem wichtigen Karriereumfeld nicht gleich falsch verhalten.
Eine andere Übung zum Training der Stimme will ich auch nicht vorenthalten: Um unterschiedliche Emotionen mit der Stimme ausdrücken zu lernen sollte man sich einen deutschen (damit die Synchronisation nicht stört) Film auf DVD ansehen und emotionale Szenen, in denen die Schauspieler ihre Stimme stark variieren, ansehen und nachsprechen. Dabei sollte mit Tonhöhe, Betonungen ... experimentiert werden.
Jedes Kapitel endet mit einer aussagekräftigen Zusammenfassung, beim Nachlesen sicher eine gute Hilfe.
Etwas befremdlich wirken auf mich die im ganzen Text verstreuten "Juwelen-Gedanken", bzw. "Brillanten-Tipps". Den Unterschied konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Mit diesen Begriffen gibt der Autor Zwischenüberschriften bzw. hebt einzelne Appelle aus dem Text hervor. An sich ist da nichts dagegen einzuwenden, aber die Orientierung an der Metapher Stein oder Juwel sein zu wollen und dann den Brillanten als Bild mit zu verwenden, ist doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Fast schon geärgert habe ich mich über den Juwelen-Gedanken: "Wer nicht konzentriert ist, kann Worte und Körpersprache nicht koordinieren", der ja ganz richtig ist, dem aber ein Absatz folgt, in dem auf die Bedeutung von positiven Gedanken folgt. Statt der negativen wäre eine positive Formulierung mindestens hier angemessener gewesen. Aber das ist sicher nur ein kleiner Schönheitsfehler.
Schwieriger finde ich die Anleitung "Entspannungsübung zur Gelassenheit" (S. 175). So soll ich mich bequem hinsetzen und Stück für Stück meinen Körper wahrnehmen und ihn entspannen. Erfahrungsgemäß ist ein Apell "Entspanne dich" gar nicht so einfach durchzuführen, wie ich in meinen Seminaren immer wieder höre. Deshalb hat Jacobsen die progressive Muskelentspannung entwickelt, die einem untrainierten Menschen ein echtes Entspannungsgefühl durch den Gegensatz zur Anspannung vermittelt. Diese noch zu ergänzen böte dem Lernenden eine sinnvolle Alternative.
Wer sich auch noch knapp über Selbstmarketing und Storytelling informieren will wird ebenso in diesem Buch fündig.
Ein ausreichendes Literaturverzeichnis gibt noch einige Hinweise zur Vertiefung einzelner Themen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dirk Hirsekorn – www.freiraeume-coaching.de) |
(Freiraum-Coach 23.10.2010) |
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