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Führen in der Sandwich-Position
Chancen erkennen und den Überblick behalten

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Steinhübel, Andreas
1. Aufl. (2010)
Cornelsen Verlag Scriptor, ISBN: 3589237333


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Führung

Autor(en):
Andreas Steinhübel ist Inhaber von Steinhübel Consulting, Lehrbeauftragter an den Universitäten Osnabrück und Witten/Herdecke und Coachingausbilder. Das Thema ist auch Teil seiner Arbeit mit Führungskräften aus dem mittleren Management. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kollegiale Beratung und Business Coaching.

Die Sandwich-Metapher
Ein Sandwich besteht aus drei Teilen. Dem unteren Teil des Brötchens, dem oberen Teil und dem Belag dazwischen. In einer Hierarchie ist das Mittlere Management wie der Belag im Sandwich. Der untere Teil sind die Mitarbeiter, die geführt werden müssen und der obere Teil das Top Management, das die Richtung vorgibt. Die Herausforderung in dieser Position ist, die oft widersprechenden Interessen und Wünschen von Top Management und Mitarbeitern zu vermitteln. Gleichzeitig besehen im mittleren Management auch Interessenskonflikte zwischen den Führungskräften der gleichen Ebene.

Eine Führungskraft im mittleren Management ist mit fünf Fragen konfrontiert:
  • Was erwartet das Top Management von mir?
  • Was denke ich, erwarten die Mitarbeiter von mir?
  • Was erwarte ich von den Mitarbeitern?
  • Was denke ich, wollen die direkten und indirekten Kollegen von mir?
  • Was erwarte ich von meinen Kollegen?
Neben dem Wissen über dieses Beziehungsgeflecht ist für den Autor ein weiterer Erfolgsfaktor, den Überblick zu behalten und sich in diesem Gewirr zu positionieren. Das Buch beleuchtet die drei Teile des Sandwiches und enthält einen Test zur Selbsteinschätzung.

Sich im System positionieren
Um sich im Sandwich zu positionieren, ist es wichtig sich über die eigenen Erwartungen an die Position und die Erwartungen der anderen klar zu werden. Mit diesem Wissen kann der eigene Standpunkt bestimmt und die Idealposition definiert werden. Damit lasse sich dann eigene Werte und Grenzen bestimmen, die allen anderen kommuniziert werden müssen. Dies hilft Grenzen zu setzen und Überforderungen zu vermeiden. Ist die Positionierung im Sandwich erfolgt, sollte dies durch Selbstmarketing kommuniziert und durch authentisches Handeln gezeigt werden.

Das untere Brötchen führen
Viele Probleme mit den Mitarbeitern beruhen auf verwaschenen Hierarchien und falsch verstandener Kooperation. Nach Meinung des Autors sollten die Führungskräfte im mittleren Management die notwendige Balance zwischen Nähe und Distanz zu den Mitarbeitern finden. Führung finde im Kontakt mit den Menschen statt, sagt der Autor und rät den Führungskräften, zu überlegen, was sie von sich preisgeben wollen. Das mittlere Management muss den Mitarbeitern zeigen, wohin es gehen soll und wie dieser Weg beschritten wird. Führung im mittleren Management besteht auch darin Dinge abgeben zu können. Delegation ist die Möglichkeit sich selbst zu entlasten und Selbstvertrauen und Motivation bei den Mitarbeitern aufzubauen. Eine Hauptaufgabe ist auch die Motivation der Mitarbeiter. Sie ist dann am erfolgversprechendsten, wenn sie sich an der Basismotivation der Mitarbeiter orientiert und es den Führungskräften, gelingt diese zu aktivieren.

Das obere Brötchen mit steuern
Das mittlere Management muss im Umgang mit dem Top Management die Balance zwischen der Aufgabenerfüllung und den eigenen Zielen finden. Nach der Meinung des Autors ist ein Mittelweg zwischen vorauseilendem Gehorsam und revolutionärem Rebellentum am erfolgversprechendsten. Hierbei gelte es, die hierarchische Machtverteilung zu akzeptieren ohne zu allem "Ja und Amen" zu sagen. Indem Vertrauen zur eigenen Führung aufgebaut wird, kann diese beraten und damit auch beeinflusst werden. Führungskräften sollten bei ihrer eigenen Führungskraft positiv im Gedächtnis bleiben, aber ihre eigenen Ecken und Kanten zeigen.

Reife für das Sandwich
Die individuellen Merkmale, die eine Führungskraft reif für die Sandwichposition machen, werden durch das sogenannte REIMM-Modell abgebildet. Der Autor bietet den Lesern eine Fragebogen an, mit dem sie ihre Reife für das Sandwich bestimmen können und gibt entsprechend des Reifegrades Empfehlungen ab.

Fünf Erfolgsfaktoren im mittleren Management
Für eine gute Positionierung im mittleren Management sind fünf Erfolgsfaktoren wichtig.
  • Orientierung im Sandwich
  • Positionieren im Sandwich
  • Die Dimensionen Nähe und Distanz zum unteren und oberen Bereich steuern
  • Die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und anzuerkennen
  • Über Ressourcen, Zeit und Qualität der Arbeit verhandeln können.
Das nehmen Sie von der Lektüre mit:
Das Buch richtet sich Führungskräfte im mittleren Management: Teamleiter, Abteilungsleiter und Assistenten der Geschäftsleitung. Das Verdienst des Buches ist, diese Position aus den unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Leser von Management- und Führungsliteratur werden hier nicht wirklich etwas Neues finden. Jedoch gibt das Buch für alle Leser, die neu eine Führungsposition kommen oder eine solche anstreben, einen schnellen und guten Überblick über das Wichtigste, was in dieser Position zu beachten ist.
Autoren von Büchern aus der Kategorie "Poket" haben nur wenige Seiten für Ihr Thema zur Verfügung. Dies zwingt dazu Themen auszuwählen und knapp darzustellen. So fehlt zum Beispiel ein Kapitel über die Führungsaufgaben im mittelern Management. Deshalb reicht dieses Buch nicht aus, um sich umfassend über das Thema führen zu informieren.

Der Stil
Das Buch ist verständlich und leicht lesbar. Schlüsselworte sind hervorgehoben, Beispiele und zusätzliche Erläuterungen in Kästen gesetzt und das Wichtes wird am Ende eines jeden Kapitels als Summary dargestellt. Der Text ist gut gegliedert und orientiert sich in seinem roten Faden an der Sandwich Metapher. Ergänzt wir der Text durch einen Persönlichkeitstest am Ende des Buches, mit dem jeder prüfen kann, wie gut er als Führungskraft im mittleren Management geeignet ist.

Fazit:
Ein kompakter Ratgeber für Führungskräfte aus dem mittleren Management.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Tomas Bohinc)

(Bohinc 06.11.2010)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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