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Managen


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Mintzberg, Henry
2. Aufl. (2011)
Gabal, ISBN: 3869361050


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Führung, Leadership, Organisationskultur

Autor(en):
Henry Mintzberg, (* 2. September 1939 in Kanada) ist ein kanadischer Professor für Betriebswirtschaftslehre und Management.

Themenliste Literatur
Führung   Führungskräfte haben es nicht leicht, sie sitzen immer zwischen den Stühlen. Da ist guter Rat teuer - und in diesen Büchern zu finden.

Was tun erfolgreiche Manager bei ihrer Arbeit? Die Antwort dazu liefert die Praxis. 29 Führungskräfte wurden bei ihrer Arbeit begleitet und beobachtet. Der Alltag und die Tätigkeiten des Managens werden interpretiert und mit der Lehre des Managements kritisch verglichen.

"Indem wir das Führungsprinzip hochhalten, halten wir alle anderen Beteiligten unten. Wir erzeugen Scharen von Gefolgsleuten, die zur Leistung angetrieben werden müssen, anstatt auf den natürlichen Drang des Menschen zur Kooperation in Gemeinschaften zu setzen. So gesehen scheint erfolgreiches Management dadurch gekennzeichnet zu sein, dass es ebenso Engagement erzeugt, wie es selbst engagiert ist, dass es andere vernetzt und selbst vernetzt ist, dass es unterstützt und Unterstützung erhält."

Ein sehr lesenswertes Buch für Berater, Trainer, Führungs- und Fachkräfte besonders aus OE und PE. Weil es pragmatisch den Alltag des "Managens" beschreibt und ableitet, was es für Kriterien für erfolgreiches Managen gibt. Managen und Führen wird gleichgesetzt.

Der Manager ist kein systematischer Planer. Stattdessen - und das bestätigen meine und vielleicht auch Ihre eigenen Erfahrungen - ist es eher so: "Wie Untersuchungen immer wieder ergeben, arbeitet der Manager (a) in einem gnadenlosen Tempo, sind seine Tätigkeiten (b) in der Regel durch Kürze, Vielfalt, Fragmentierung und Diskontinuität gekennzeichnet und geht er (c) streng handlungsorientiert vor."

Managen wird in sechs verschiedenen und sehr praxisnahen Kapiteln beleuchtet. Dabei geht es um die Charakteristika, die Erscheinungsformen des Managens und die Inhalte wie Führung, Kontrolle, Delegation, Strategie und Kommunikation. Auch die Dilemmata des Managens werden ausführlich beschrieben und nicht aufgelöst. Um zu managen braucht es Erfahrungen!

Im Anhang finden sich auf 60 Seiten acht Protokolle des Tageswerks von Managern. Diese machen das Buch besonders praxisnah. Die beobachteten Manager sind - und auch das ist sehr lehrreich - aus völlig unterschiedlichen Branchen.

Das Buch bietet für Leser mit weniger Zeit, wichtige Sätze fett hervorgehoben an. Dazu finden sich Fragen zum Selbstcheck und für die Reflexion. Der Reflexion, dem Schritt zurück, wird sehr viel Wert zugemessen. Wie die Untersuchungen zeigen, finden erfolgreiche Manger Zeit dafür.
Um ein erfolgreicher Manager zu sein, braucht man keine einzigartige Begabung als vielmehr emotionale Gesundheit und einen klaren Verstand. Das "heroische Management" findet unter normalen Bedingungen überhaupt nicht den Zuspruch des Autors. Es sei eher nachteilig für die Organisationen. CEOs, die als Bedingungen zum Einstieg ein weit überdurchschnittliches Gehalt sowie vorab eine Abfindung im Falle des Scheiterns fordern, würde er sinngemäß vom Hof jagen.

Neben diesen plakativen Aussagen ist es überdies ein Buch über systemisches Managen, ohne dass dieser Begriff explizit verwendet wird. Es stellt den Kontext in den Vordergrund. Das zieht sich durch alle Kapitel. Die Frage: "Was macht einen Manager erfolgreich?" wird nicht mit einfachen Rezepten versucht zu beantworten. Im Gegenteil: Es wird der Komplexität dieser Frage nachgegangen und besonders dieses Kapitel lädt zum Nachdenken weit über Key Performance Indikatoren (KPI) hinaus, wenn Sie sich mit der Auswahl, Bewertung und Entwicklung von Managern beschäftigen. Für manche CEOs und Manager geht es um einfache KPIs, z.B. ob die Börsenkurse in einem Zeitintervall steigen. Worauf wird der Manager ausschließlich hinarbeiten? Welche Auswirkungen wird es für die Organisation haben? Wenn z.B. ein neuer Manager startet und nach drei Monaten wichtige KPIs seines Bereiches steigen, was davon ist sein Beitrag? Was davon liegt an seinem Team? Was liegt am Markt? Was an seinen Vorgängern? Welche anderen Faktoren gibt es, die Bedeutung für die Beurteilung haben, denn der Erfolg sollte nicht nur gemessen, sondern beurteilt werden.

Zum Abschluss ein weiteres Zitat: "Wir haben schon mehr als genug rechnende Manager. Wir brauchen stattdessen solche, die sich im kalkulierten Chaos des Managens - in seiner Kunst und seinem Handwerk - auskennen und um die Bedeutung der Reflexion, der Weltlichkeit, der Kooperation und des Handelns wissen." Mintzberg spricht viel von dem gesunden Menschenverstand. Ich denke er meint den "reflektierten" gesunden Menschenverstand. Dann stimme ich zu.
Sehr lesenswert.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Christoph Schlachte)

(cschlachte 13.05.2011)

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