Es ist fünf vor zwölf. Unternehmen werden zu Grunde gerichtet, weil sie in der Personalfalle sitzen. Aber Rettung naht, der Autor sagt der deutschen Wirtschaft, wie es geht. Davon versteht er was. Es geht um die Mitarbeiter. A, B und C macht den Unterschied. A sind die Leistungsträger, die Gruppe B arbeitet eher nach Vorschrift, nicht besonders gut, aber auch nicht so ganz schlecht. C sollte man gleich feuern. Man tut ihnen damit etwas Gutes, gibt man ihnen doch die Chance, sich zu besinnen. Diese Klassifizierung stammt übrigens nicht vom Autor, sondern wurde u.a. schon vor längerer Zeit von Jack Welch verbreitet und wird hier auf deutsche Verhältnisse übersetzt.
Unternehmen, deren Mitarbeiter zu 9 von 10 A-Qualitäten haben, werden das Rennen machen. Also ist Personalauswahl Chefsache.
Dies ist eins der Bücher, die sich gut lesen, eine klare, einfache Botschaft vermitteln, mit ein paar spektakulär klingenden Thesen daherkommen und alles in allem nichts wirklich aufregend Neues zum Erkenntnisstand beitragen. Der Autor nennt und beschreibt die Werkzeuge aus der Kiste der Personaler, die Personalauswahl und Personalführung verbessern sollen. Er plaudert aber auch aus dem Nähkästchen der jahrelangen Erfahrung eines Beraters. Sogenannte Massenentlassungen werden in Wahrheit genutzt, um dem deutschen Arbeitsrecht ein Schnippchen zu schlagen und endlich mal die Low-Performer vor die Tür zu setzen, die schon lange als "C" identifiziert waren. Wen überrascht das schon? Und: In Deutschland herrscht einfach eine falsche Grundeinstellung. Das schadet der Wirtschaft.
Es gibt bereits einen schönen Blog von J. Thönneßen auf dieser Webseite: "C-Mitarbeiter vor die Tür setzten" zu einem inhaltsgleichen Artikel des Autors. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.
Wer sollte das Buch lesen? Leute, die einen Weckruf brauchen, der Ihnen sagt: Achtung, Mitarbeiter sind wichtig! Nicht einfach so vor sich hin wurschteln und, wenn es schiefgeht, auf's deutsche Arbeitsrecht schimpfen. Danach sollte dann die Erkenntnis kommen, dass die Sache vielleicht nicht ganz so simpel ist. Wer hat nur die ganzen C-Mitarbeiter eingestellt? Und weshalb muss man ständig welche feuern, obwohl man alle Tricks anwendet, um nur "A" einzustellen? Merkwürdig.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Charlotte Venema) |
(venema 17.07.2011) |
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