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  Professionsfeld Inhouse Consulting


Praxis und Theorie der internen Organisationsberatung
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Krizanits, Joana
1. Aufl. (2011)
Carl-Auer, ISBN: 3896707817


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Schlagworte:
Inhouse Consulting, Organisationsberatung, Unternehmensberatung

Rezension:

Die Autorin hat das Buch bzw. das Thema in drei separate Teile gegliedert, die einerseits zusammen gehören, andererseits auch nicht direkt aufeinander aufbauen. Der Schwerpunkt in allen drei Teilen liegt auf der "internen Organisationsberatung" (IOB), was nicht der Haupt-, aber der Untertitel des Buches schon ankündigt. Die Ausführungen springen etwas zwischen dem Inhouse Consulting als der "Dachmarke" und der IOB als deren jüngstem Teilgebiet hin und her, was dem Leser eine Extraportion Konzentration abverlangt. Den IOB-Aufgabenkern definiert sie folgendermaßen: "Interne Organisationsberatung stellt die Verfasstheit der Organisation im Gefüge von Strategie, Struktur und Kultur immer wieder vor und nach und hinterfragt dabei mitunter auch das Geschäftsmodell selbst." Ob sich interne Berater aus der betrieblichen Praxis in dieser doch recht abstrakten Definition wiederfinden?

Teil 1 des Buches behandelt die Aufgaben der IOB und deren Entwicklung und Wandel in den vergangenen 50 Jahren sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen internen und externen Organisationsberatern.

Teil 2 stellt in neun Fallstudien und sieben "Werkstücken" interne Organisationsberatungen verschiedener Unternehmen, deren Ausgestaltung und Aufgabenstellungen vor.

Teil 3 schließlich will "Praktikern und Autodidakten einige Theorieangebote, die das Wesen und Wirken der internen Organisationsberatung und anderer Inhouse-Beratungsfunktionen verständlich machen" vermitteln.

Die Autorin führt aus, dass die Organisation - "die nach den Regeln der Kunst optimierte Verfasstheit für den Aufgabenvollzug" - in den vergangenen fünfzig Jahren zum Schlüsselfaktor im globalen Wettbewerb geworden ist, wobei in den Unternehmen kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Vor diesem Hintergrund haben sich die verschiedenen Inhouse-Beratungsfunktionen herausgebildet, darunter als deren jüngste die interne Organisationsberatung. Diese soll einen wahren Siegeszug angetreten und sich zu einem eigenständigen Aufgabengebiet mit Schwerpunkt Organisations- und Strategieberatung entwickelt haben, auf dem sich - meist abhängig von der Größe des jeweiligen Unternehmens - sowohl engagierte Einzelkämpfer als auch echte Abteilungen tummeln. Den Aufstieg der internen Beratung belegt u.a., dass diese "im Organigramm hinaufgewandert", z.B. "zu einer Stabsabteilung gleich unter dem Vorstand" geworden ist. Die "Kränkbarkeit der Hierarchie" (wenn Mitarbeiter die Chefs beraten) hat nach Krizanits¢ Beobachtung deutlich nachgelassen und einem Business-Partner-Verhältnis Platz gemacht. Der Nutzen ist maßgeblich systemischer Art ("wenn die Erkenntnisse aus einem Auftrag in andere Aufträge einfließen") - vorausgesetzt, die Leute bleiben. Der härteste Wettbewerb zwischen Internen und Externen soll auf dem Gebiet der Strategieberatung bestehen. Die Modelle der Zusammenarbeit sollen sich aber im Umbruch, d.h. auf dem Wege von der Konkurrenz zur Kooperation befinden.

Teil 2 des Buches veranschaulicht diese Ausführungen durch Praxisbeispiele. Diese basieren auf Interviews, in denen die Interviewten die Entwicklung der internen Beratungsarbeit in ihren Firmen und ihre persönliche Rolle dabei beschreiben, Für Praktiker sind diese Fallstudien vermutlich besonders interessant, weil sie Vergleiche mit der eigenen Beraterrolle erlauben. Die Skala reicht von Medien-, Technologie- und Produktionsunternehmen über öffentliche Verwaltung, diplomatischen Dienst der Schweiz, die Swisscom AG und die evangelischen Kirche von Hessen und Nassau bis zu großen Automobilherstellern. Jedes Beispiel beschreibt außer dem Aufwachsen der internen Beratung im jeweiligen Unternehmen "die Bedeutung, die dieses Aufgabengebiet ganz persönlich für den Berater bzw. die Beraterin" hatte, von denen viele zunächst als Einzelkämpfer agierten und sich in wechselnden Rollen Ansehen und Akzeptanz erarbeiten mussten. Die anschließend beschriebenen "Werkstücke" sind Produkte erfolgreicher interner Organisationsberatung. Sie sollen zeigen, "wie vielseitig und anspruchsvoll die Anforderungen an die Funktion der internen Organisationsberatung sind" [gemeint ist wohl eher: "sein können", Anm. des Rezensenten] und "wie sehr in den Alltag eingeflochten diese Geschäft ist". Die Basisausbildung der interviewten Berater reichte von Krankenschwester über Lehrer, Psychologe und Techniker bis zum Marktforscher. Der Einstieg erfolgte meist über die Personalentwicklung - was deutlich macht, dass dieser an sich etablierten Funktion (nach wie vor) kein festes Berufsbild entspricht. Praktiker finden also in diesem Buchteil viel Stoff zur Reflexion ihrer Tätigkeit.

Im 3. Buchteil, für den die Autorin in ihrer Einleitung "Theorieangebote für Praktiker und Autodidakten" ankündigte, wird zunächst noch einmal ein historischer Abriss der Entwicklung der internen Beratungsfunktionen gegeben. Wer Interesse für diese Historie hat, kann sie im Kapitel 10 nachvollziehen. Die Autorin fasst dazu die "Fülle unendlicher Ereignisse, Einflussgrößen, Unterscheidungen und Zusammenhänge" zu drei Entwicklungssträngen zusammen und ordnet diese textlich und grafisch in einer "Timeline" an. Diese beginnt in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts und erstreckt sich bis in die Gegenwart. Das versprochene Theorieangebot findet sich in Kapitel 12. Hier werden die "Rollensets" der internen Beratungsfunktionen (d.h. vereinfacht gesagt ihre Aufgabenfelder) in Form eines achtzackigen Aufgabensterns dargestellt und anschließend textlich erläutert. In Kapitel 13 wird dann die Rolle der internen Organisationsberatung auf folgenden "kurzen" Nenner gebracht: "Die eigentliche Aufgabe der IOB ist es, Kommunikationsräume für das inhaltliche, soziale und zeitliche Prozessieren grundsätzlicher Fragen der Organisation - ja der Selbstorganisation - zu organisieren. ¼ Ihre Aufgabe ist es, soziale Systeme - alle, die jeweils von einem Wirkungszusammenhang betroffen sind - in die Reflexion zu führen und Beobachtungen zweiter Ordnung anzufertigen, die ermöglichen, aus dem Tunnel des bewährten So-und-nicht-anders herauszuführen."

Das Buch ist keine leichte Lektüre. Es ist eine kompakte Darstellung des "Professionsfeldes" der internen Beratung, wobei die Theorie überwiegt und die verwendete Sprache mitunter recht kompliziert ist. Die Autorin hat sich ihr ganzes Wissen über dieses Gebiet von der Seele geschrieben, bewegt sich dabei aber auf einem Anspruchsniveau, das vom Alltag der meisten Praktiker ziemlich entfernt ist. Lesenswert ist das Buch trotzdem, es erfordert "nur" Durchhaltevermögen.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Hansdieter Matthes )

(hdm 07.09.2011)

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lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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