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Selbstmanagement |
Nur wer sich selbst führen kann, der vermag auch andere zu führen. Alles zum Thema Selbstmanagement, Selbstcoaching, Zeitmanagement etc. |
Rezension:
Zu Beginn nähert sich die Autorin dem Thema von der allgemeinen Seite: Warum ist Charisma in heutiger Zeit überhaupt ein Thema? Warum wünscht sich jemand charismatische Ausstrahlung, wovor hat er Angst? Was ist Charisma, wozu nutzt es und wie kann man es entwickeln?
Im zweiten Kapitel beleuchtet sie ein Grundmuster menschlicher Bedürfnisse, welches man als Charismatiker einerseits verkörpern muss und andererseits das ist, was jeder sucht und braucht. Schmidt Tanger nennt es in ihrer beliebt knackigen Art den SBS-Faktor: Das Bedürfnis nach Sicherheit, Bindung und Selbstwerterhalt. Menschen mit hohem SBS-Faktor wirken charismatisch. Da niemand heutzutage um die Hirnforschung herumkommt, widmet sie diesem Thema ein ganzes Kapitel und dort tauchen einige Bekannte wieder auf. Zunächst geht es um Statusverhalten, Hochstatus und Tiefstatus und was dazu beiträgt, statusflexibel zu sein, denn nur immer Hochstatusverhalten zu zeigen ist keineswegs die Königsdisziplin. Spiegelneuronen und ihre Rolle im Kontext von Charisma zeigen wichtige weitere Elemente, die eine Rolle spielen beim Gewinnen von mehr Charisma. Außerdem geht es um Kontaktqualität. Schmidt-Tanger unterscheidet hier vier Ebenen, die der Charismatiker beherrschen muss. Eine weitere Technik ist das Priming, eine Technik aus NLP und Hypnotherapie. Schmidt-Tanger zeigt verschiedene Arten von Priming und hypnotischen Sprachmustern, die in der Kommunikation nützlich sein können.
Das Kapitel "Persönliche Reife" richtet den Blick auf Selbstwahrnehmung im Sinne von "Wo komme ich her - wo will ich hin - wem habe ich was zu verdanken? Was ist wichtig?" Hier geht es um Bestandsaufnahme und Lebenszielklärung - eine weitere Etappe auf dem Weg zum Charisma. Ebenso wichtig: Wie denkt der Mensch über sich selbst? Welche Stärken und Schwächen sieht er bei sich, worauf vertraut er bei sich selbst. Wer sich nicht selbst vertraut und sich nicht bejahen kann in alle seinen Facetten, wird kein echtes Charisma entwickeln. Um sich selbst noch mehr und tiefer auf die Spur zu kommen, muss man sich auch mit den eigenen Begrenzungen auseinandersetzen (Kapitel 5). Glaubenssätze können uns enorm einschränken. Wer Charisma entwickeln möchte, braucht hier Selbstklärung und muss sich selbst erlauben, charismatisch zu sein (oder werden zu können).
Ein Charismatiker braucht außerdem Mut und Klarheit. Schmidt Tanger beschreibt hier zwei Pole, den sogenannten B.R.A.V.-Reflex und im Gegensatz dazu das M.U.T.-Profil. Ein weiteres Hilfsmittel für Charsimatiker: Der provokativ-unterstützende Stil im Umgang mit anderen. Kapitel 6 ist dem Thema Charisma und Sprache gewidmet. Neben einigen alten Bekannten des NLP und anderer Schmidt-Tanger-Bücher geht es hier um Kommunikation aus dem Herzen, um emotionale Ansteckung. Charismatiker können andere emotional ansprechen und mit verschiedenen emotionalen Tonalitäten umgehen. Sie stellt hier anschaulich das sogenannte "Gewürzmodell" emotionaler Eloquenz dar. Sie zeigt, wie man gezielt Emotionalität steuern kann und durch den richtigen "Change-Talk" Veränderungen kommuniziert.
Im letzten Kapitel entwickelt und bietet Schmidt-Tanger ein Entwicklungsinstrument in insgesamt 7 Stufen an, die Erfolgspyramide. Schließlich geht es noch einmal um grundlegende Aspekte, die ein Charismatiker braucht: Aufmerksamkeit, Disziplin, Freiheit, die Quelle männlicher und weiblicher Identität und sie warnt schließlich vor dem Verführungspotenzial, das in charismatischen Verhaltensweisen auch steckt und alles wieder zerstören kann.
Das Buch hinterlässt ein merkwürdig zwiespältiges Gefühl. Als ich es zur Hand nahm fragte ich mich zunächst: Glaube ich selbst, dass Charisma coachbar ist? Und hätte diese Frage mit "eher nein" beantwortet. Das Buch blättert die verschiedenen Dimensionen des Themas gut auf, ist sehr verständlich geschrieben, lebensnah und dennoch differenziert. Eben diese Differenziertheit lässt den Leser aber auch Seite um Seite besser verstehen, wie viele sehr tiefgehende Aspekte das Thema "Charisma" umfasst und dass es nicht mit einigen effektvollen "Tricks" für mehr Wirkung geht. Es geht um einen Prozess umfassender und tiefgehender Selbstklärung, etwas, woran Menschen für gewöhnlich Jahre arbeiten. Wer sich hier die Bandbreite der zu beackernden Aspekte klarmacht, begreift sehr schnell, das Ziel ist weder schnell noch einfach zu erreichen. Das merkt man dem Buch an der Stelle an, wenn es versucht, Anleitung zu Selbstklärung und Schritte in Form von Selbstcoaching anzubieten. Es bleibt ein seltsames Gefühl von Unzulänglichkeit zurück. Die hohen Ziele, die thematisiert werden, lassen sich nicht mit ein paar Fragestellungen, knackigen Konstrukten à la M.U.T-Profil abarbeiten. Man hat den Eindruck, doch nur an der Oberfläche zu kratzen. Wer wirklich Charisma entwickeln will, muss sich auf einen längeren Weg machen, als diese praktischen Hilfestellungen abzuarbeiten.
Format und Aufmachung:
Das Buch ist im Format mit 140 Seiten und Begleit-CD zunächst sehr übersichtlich, wenn auch eher eng gedruckt. Es gibt wenig, was das Auge entlastet, wenig Auflockerung mit Graphiken oder Bildern. Schmidt Tanger bietet immer wieder Fragekataloge und die eine oder andere Checkliste an und vermittelt damit den Eindruck, man könne selbst am Thema arbeiten.
CD: Die Begleit-CD enthält einige Imaginationsübungen, Sprech- und Artikulationsübungen und eine längere Übungsanleitung zur Erfolgspyramide an. Sehr schön gesprochen.
Für wen eignet sich das Buch?
Grundsätzlich für jeden, der am Thema interessiert ist, ob Laie oder Coach. Und doch bleibt es aus meiner Sicht wie im luftleeren Raum hängen. Wer sich dem Thema ernsthaft annähern will, dem wird klar, dass sich Charisma nicht im Selbstverfahren erarbeiten lässt, dafür sind die Facetten des Themas zu tiefgehend und auch schwierig. Eben diesem Schwierigkeitsgrad und Tiefgang wird das Buch wiederum für Fachleser nicht ausreichend gerecht. Dazu bedarf es dann doch mehr als 140 Seiten und hier und da mehr Substanz. Ein Buch über Charisma, das selbst eigentümlich uncharismatisch ist und ein seltsam zwiespältiges Gefühl hinterlässt. Bei mir zumindest.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dorothe Fritzsche)
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(D.Fritzsche 06.11.2011) |
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