Das Buch ist in zehn Kapitel aufgeteilt. Als Einleitung findet eine Positionsbestimmung statt, in der es um Kosten und Gesundheitsförderung/Arbeitsgestaltung geht. Kapitel 2 beschreibt die Grundbegriffe des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Hier - dies sei auszugsweise erwähnt - ist es sehr interessant, wie unter anderem die WHO den Gesundheitsbegriff definiert. Belastung, Beanspruchung und Stress sind neben anderen ebenfalls zentrale Themen dieses Kapitels. Hier werden auch aktuelle Konzepte und Modelle wie zum Beispiel die Gratifikationskrise beschrieben. Kapitel 3 widmet sich den Instrumenten des Gesundheitsmanagements und setzt sich mit diesen durchaus auch kritisch auseinander. Gerade die Diskussion der Fehlzeiten und der damit in Verbindung stehenden Kennzahl "Krankheitsquote" bringt neue Gesichtspunkte in die Diskussion. Ähnlich Kapitel 2 werden auch hier sehr passend und gut nachvollziehbar theoretische Ansätze wie zum Beispiel der psychologische Arbeitsvertrag eingeflochten.
Kapitel 4 setzt sich dann mit den Konzepten gesundheitsförderlicher Arbeits- und Organisationsgestaltung auseinander. An dieser Stelle wird deutlich, dass das Buch durchaus den universitären Ansprüchen gerecht werden will und neben der praktischen Hilfe sich auch wissenschaftlich anspruchsvoll mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Kapitel 5 beschreibt das Spezialthema "Mitarbeitende mit Handicap". Kapitel 6 diskutiert dann mit dem Schwerpunkt der Gesundheit die Folgen und Auswirkungen problematischer Managementkonzepte und prekärer Arbeitsverhältnisse. Kapitel 7 stellt die "Life Domain Balance" oder: Erwerbsarbeit und andere Lebenstätigkeiten dar, ehe Kapitel 8 und 9 sich mit Netzwerken und betrieblichen Beispielen und Empfehlungen einer Expertenkommission auseinandersetzen. Kapitel 10 rundet mit "Lessons learnd" die Darstellung ab.
Insofern zeigen bereits die Kapitelüberschriften des fast 500 Seiten starken Werkes, dass die Auseinandersetzung umfangreich, die Schilderungen sehr fundiert und nachvollziehbar, der Anspruch aber auch deutlich wissenschaftlich ausgerichtet ist. Das macht es für einen Praktiker in der Lesbarkeit nicht immer ganz einfach - doch der Unterhaltungswert ist nicht der Zweck des Buches. Für denjenigen, der in Personalfunktion oder Projektverantwortung sich dem Thema Gesundheitsmanagement widmet, bleibt der praktische Rat, die Passagen, die nicht von Interesse sind, zunächst zu überspringen und sich den für einen selbst relevanten Schilderungen zuzuwenden. Denn diese helfen ohne Zweifel bei der Arbeit!
Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle diejenigen, die eine umfangreiche, nachvollziehbare und verwertbare Übersicht über die relevanten Bereiche des Themas bekommen möchten. An der einen oder anderen Stelle wird der klare Fokus der Gesundheit sehr deutlich - was im betrieblichen Alltag im Zielkonflikt mit anderen Herausforderungen natürlich etwas anders gewichtet werden muss.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Marcus Schmitz) |