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DVD: Burnout-Kompetenz
Chance für optimale Lebensbalance

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Schmidt, Gunther
1. Aufl. (2011)
managerSeminare Verlags GmbH, ISBN: 3941965263


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Burnout, Gesundheit

Autor(en):
Dr. Gunther Schmidt, Facharzt für psychotherapeutische Medizin, ist als Psychotherapeut und Coach tätig und führt in diesen Bereichen auch Weiterbildungen durch. Sein Beratungskonzept verbindet systemische Modelle mit der Hypnotherapie nach Milton Erickson. Dieses Konzept hat er über den klinischen Rahmen hinausgehend für Organisationsentwicklung, Teamarbeit, Coaching und Supervision nutzbar gemacht. Dr. Schmidt leitet das Milton-Erickson Institut in Heidelberg.

Auf den Petersberger Trainertagen 2011 wurde Herrn Dr. Schmidt der Life Achievement Award, eine Auszeichnung der Weiterbildungsbranche, verliehen.

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Landläufig wird Burnout überwiegend mit Leiden, Unfähigkeit und Defizitärem verbunden. Demgegenüber sieht Gunther Schmidt im Burnout-Prozess als solchem wertvolle innere Vorgänge. Es sind solche Vorgänge, die von einem intuitiven Wissen, das in tieferen Gehirnschichten vorhanden ist, kompromisslos gegen scheinbar grenzenlos steigerungsfähige Selbstbelastung eingesetzt worden sind. Burnout ist somit faktisch die Grenze, die vorher nicht möglich war. Erst wenn man den Wert dieser Wirkung, die sehr leidvoll erscheint, erkennt und würdigt, lässt sie sich nutzen. Und mit dieser Orientierung lassen sich neue Auswege finden. Eine Lösung besteht im cleveren Management der Ambivalenz, die zwischen dem intuitiven Wissen und den leistungstreibenden kognitiven Prozessen gegeben ist.

Burnout hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Als deutliches Phänomen erscheint es derzeit überall da, wo es dem Einzelnen oder gesamten Teams möglich ist, Leistung an ideellen und materiellen Werten und nicht an Kriterien individueller Belastbarkeit auszurichten.
Burnout wird landläufig als negativ gewertet, nicht nur von Betroffenen selbst, sondern auch von der Gesellschaft und nicht zuletzt von denjenigen, die Burnout behandeln. Burnout als Begriff genommen ist eine ausdrucksstarke Metapher für Unfähigkeit, Versagen und Zusammenbruch. Ein ausgebranntes Feuer gibt keine Energie mehr her. Nur solche Energie, die von außen zugefügt wird, kann das Feuer vielleicht allmählich wieder anfachen.

G.Schmidt konfrontiert diese negative Sichtweise auf Burnout. Nun sagen zwar auch konventionelle Burnout-Behandler, dass schon alles am Ende seinen Sinn hat und es so mit der Selbstaufopferung des Betroffenen ja nicht mehr weitergegangen wäre und eine Zäsur längst dringend nötig war etc. Der feine Unterschied liegt in Schmidts konsequent systemischer Haltung. Er sieht und spricht deutlich aus, dass das Behandlungs-Szenario als solches der einen Person (dem Betroffenem) die bedauernswerte Unfähigkeitsrolle zuweist, und der anderen (dem Arzt, Therapeuten etc.) die wertvolle Leistungsrolle.

Dieser Aspekt ist entscheidend. Es ist gerade diese ganz selbstverständlich imaginierte und entsprechend gehandhabte Kompetenz-Verteilung, die den Ausgang aus dem Burnout erschwert. Denn der Betroffene identifiziert sich in diesem Setting mit der Opferrolle, und der Therapeut soll, will und muss natürlich Burnout-Kompetenz haben und demonstrieren. Da kann man jetzt zusätzlich noch unsere Leistungsgesellschaft, repräsentiert durch das ganz persönliche und berufliche Umfeld des Betroffenen als Täter ins Spiel bringen. Das rückt den Betroffenen jedoch nur noch stärker in die Opferrolle.

Wie soll man so jemals wieder aus dem Burnout herauskommen? Schnell verwickelt man sich in Behandlungsprozessen! Sind es doch gerade diejenigen Menschen, die sich zu gesellschaftlich hoch anerkannten Zielen verpflichtet fühlen, darunter z.B. Ärzte, Therapeuten, Anwälte, Coaches, Führungskräfte, Altenpfleger, Lehrer, aber auch Spitzensportler etc, die viel Leistungsbereitschaft mitbringen und deshalb viel nachweisbares Können aufgebaut haben, die sich unversehens im Burnout wiederfinden. Weil man mit hohem eigenen Einsatz oft tatsächlich sehr kompetent wird und viel bewirken kann, erlebt man sich sehr wirkmächtig, was einen wiederum antreibt, eigene Belastungsgrenzen weiter zu überschreiten, und das treibt einen dann so weiter. Macht auch erst mal Sinn.

Mit seinem systemischem und konstruktivistischem Ansatz kann Schmidt die Burnout-Szene aus mehreren statt aus einer einzigen Perspektive in Augenschein nehmen. Damit kommt er zu neuen Lösungsideen.
In diesem Vortrag ist seine entscheidende Aussage, dass Teile des Burnout in sich eine innere Kompetenz des Betroffenen zur Selbstbehandlung sind. Man muss sie nur sehen und geschickt damit umgehen, dann können sie helfen den Ausweg aus dem Burnout zu finden.
Jedoch sind diese inneren Kompetenzen schwer anzuerkennen, denn sie werden landläufig, nicht allein vom Betroffenen selbst, als Inkompetenz eingeschätzt. Zu solchen inneren Kompetenzen gehören z.B.:
  • Das starke körperliche Feedback: zwar niederschmetternd erlebt, zeigt sich im körperlichen Feedback die nicht länger verhandelbare Stellungnahme des eigenen Körpers: Nichts geht mehr. Auf unbestechliche Weise kommt, so Schmidts These, intuitives Wissen aus tieferen Gehirnregionen ins Spiel. Es stellt sich wirksam gegen den bewussten Willen auf. Der hatte sich ja lange genug bis zum tatsächlichen Geht nicht mehr durchgesetzt, und bis dahin zum Immer noch mehr Schaffen motiviert bzw. überrumpelt.
  • Die faktische Konsequenz deutlicher Abgrenzung. Vorher ging's nicht, auf einmal geht’s. Auch das wird leidvoll erfahren, obwohl das Sich nicht mehr abgrenzen können ja tatsächlich geradewegs zum Leiden geführt hat. Die Tatsache als solche, dass Abgrenzung gelingt, ist Ausdruck von innerer Kompetenz des Betroffenen.
Burnout ist ein komplexes Geschehen, bei dem ganz verschiedene Prozesse ineinandergreifen. Oft ensteht er nicht durch bloßes Zuviel an persönlichem Engagement, sondern erst dann, wenn jemand nach ganz viel eigenem Einsatz mit massiven Frustrationen konfrontiert wird. Manchmal erkennt man plötzlich, dass die eigene Leistung ja überhaupt nicht oder nicht mehr gewertschätzt wird oder der eigene Einsatz als solcher belanglos geworden ist, z.B., weil sich die Verhältnisse geändert haben. Wenn man stets viel an eigenem Einsatz investiert hat und nie gesagt hat: Rutscht mir doch alle den Buckel herunter! dann kann man auch nicht unversehens eine solche Haltung einnehmen. Und daraus entsteht die seelische Zwickmühle.

Alles Weitere folgt aus der Zwickmühle: die Enttäuschungen nehmen zu. Das geht einher mit gewaltigen pessimistischen Erwartungen. Damit kommt es zu Stressreaktionen, inneren Kämpfen, die schnurstracks in Erschöpfung, Apathie, Depression, Aggression oder auch Sucht (um mit diversen Mitteln doch noch mehr aus sich herauszuholen!) führen.
< Es ist dann nur folgerichtig, dass man sich als den Umständen ausgeliefertes Opfer erlebt. Und wenn man erst einmal da angekommen ist, hat man keinen Zugang mehr zu den selbstwirksamen eigenen Kompetenzen, egal, wie viele davon vorhanden sind!

Wie kann man nun diese Sicht auf die Burnout-Dynamik für Behandlung nutzbar machen?
Der Ausgangspunkt, den Schmidt liefert, ist die konstruktivistische These, dass wir alle unsere eigene Wahrnehmung stets selbst erzeugen, dass wir sie selbst festigen aber auch selbst wieder verändern können. Burnout ist Ergebnis einer langen und umfassenden selbsthypnotischen Arbeit.

Wenn man als Betroffener erkennen kann, dass Burnout nicht allein der immensen Aufopferung bzw. dem eigenem Ausgeliefertsein geschuldet ist, sondern ebenso eine immense, innerlich konstruierte Leistung darstellt, dann kann man auch damit beginnen, beides behutsam im Zusammenspiel zu managen - unter Zuhilfenahme von professioneller Burnout-Kompetenz, die selbst das Zusammenspiel im System durchschaut!

Rien ne va plus, Burnie.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Simone Mones )

(Simone Mones 28.11.2011)

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lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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