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  Buchbesprechung


Das Ziel
Ein Roman über Prozessoptimierung

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Goldratt, Eliyahu M. /Cox, Jeff
3. Aufl. (2002)
Campus Verlag, ISBN: 3593367017


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Prozessoptimierung, Reengineering

Autor(en):
Dr. Eliyahu M. Goldratt ist Managementberater. Er ist Experte im Bereich des Produktionsmanagements und verfuegt ueber zahlreiche Patente im medizinischen und phzsikalischen Bereich. Goldratt beraet weltweit agierende Firmen wie Ford, General Motors und General Electric.

Covertext:
Dem Manager Alex Rogo wird von der Firmenleitung ein Ultimatum gestellt. Entweder es gelingt ihm, seine Fabrik innerhalb von 3 Monaten deutlich profitabler zu machen - oder sie wird geschlossen. Gleichzeitig wird er von seiner Frau Julie verlassen und muss um seine Ehe kaempfen. Fuer Rogo beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Um nicht zu scheitern muss er radikal umdenken...

Das Ziel ist der internationale Bestseller, der das Managementdenken weltweit umkrempelt.

Themenliste Literatur
Unterhaltung   Auch Manager haben hin und wieder Zeit, Romane zu lesen. Unterhaltsames aus der Welt des Managements.
Controlling   Umsatz allein hilft wenig, wenn man seine Kosten nicht im Griff hat. Controlling hilft - und ist mehr als Kontrolle.

Alex Rogo ist Direktor eines Werkes in Bearington und kaum zu beneiden: sein Werk schreibt tiefrote Zahlen und Rogo bekommt vom Leiter des Unternehmensbreiches Bill Peach genau drei Monate Zeit, das Werk zu sanieren. Angesichts der Lage mit immensen Terminproblemen, riesigen Beständen an Halb- und Fertigprodukten und einigen Qualitätsproblemen, zu wenig Personal und drohenden Streiks ein praktisch aussichtsloses Unterfangen. Mitten in diese berufliche Krise eskaliert auch noch seine Ehekrise mit Julie, die ihm vorwirft, sich nicht mehr um sie zu kümmern.

Druck von allen Seiten also und Grund genug, sich die Fabrik mit einer Pizza und Bier in der Hand von einem Berg aus "von oben" aus zu betrachten. Rogo erinnert sich an ein zufälliges Treffen mit Jonah, seinem ehemaligen Physikprofessor, der heute ein vielgefragter Unternehmensberater ist. Schon bei diesem zufälligen Treffen hatte Jonah bezweifelt, daß die Installation von Robotern in Rogo´s Fabrik die Rentabilität wirklich verbessert hat. Und wirklich: die Fabrik macht mehr Verluste als je zuvor. Was war passiert und was kann getan werden, um diese Situation rasch und nachhaltig zu verändern?

Eliyahu Goldatt entwickelt in seinem Bestseller "Das Ziel" auf über 300 Seiten anhand dieses konkreten Beispiels in Romanform seine Methodik, um die "reglementierenden Faktoren des Systems" zu identifizieren. In einem rekursiven 5-Schritte Modell werden die Probleme systematisch analysiert und gelöst, stets in dem Wissen, daß jede Problemlösung zwangsläufig die Gesamtkonstellation ändern kann. Wesentliches "Analysewerkzeug" ist und bleibt der "gesunde Menschenverstand".

Um diesen wirkungsvoll einsetzten zu können, versammelt Rogo seine wichtigsten Mitarbeiter um sich, um mit diesen qualifizierten und intelligenten Gesprächspartnern die Lösungsmethodik abzuarbeiten. Das sind neben Lou, dem Controller, Bob (Produktionsleiter), Stacey (Leiterin der Lagerbestandskontrolle) und Ralph (Leiter der IT-Abteilung). Immer, wenn die Gruppe scheinbar nicht mehr weiterkommt, gibt Jonah als Berater die entscheidenden Hinweise in Form von gezielten Fragen, also Hilfe zur Selbsthilfe.

Als entscheidende Vorüberlegung gibt Jonah vor, sich das "eigentliche Ziel" zu überlegen. Dieses Ziel sei das einzige Ziel aller Unternehmen und unterscheide sich nicht. Die Geschicke der Fabrik nehmen eine Wende, als Alex bei Bier und Pizza darauf kommt, wie dieses Ziel heißt: Geld verdienen !

Zusammen mit seinem Controller Lou präzisiert er dieses Ziel mit drei gleichgewichtigen Ausprägungen:
  • Nettoertrag (absolute Rendite)
  • Nettorendite (relative Rendite)
  • cash flow (freie Liquidität)
Das Ziel der Fabrik ist damit definiert und diese Erkenntnis war keinesfalls trivial, da jahrelang Produktivitätssteigerungen entlang falsch definierter Kennzahlen als Erfolgsmaßstab dienten. Jetzt, angesichts der drohenden Schließung konnten solche grundlegenden Änderungen ohne weiteres in Betracht gezogen werden. Später wird diese Phase der Fabrik als "Kostenphase" bezeichnet werden. Die Uminterpretation von konzerndefinierten Kennzahlen wird dem tapferen Team aber noch jede Menge "Ärger" bereiten.

Mit Hilfe von Jonah werden die monetären Ziele (entsprechen der finanzwirtschaftlichen Perspektive einer Balanced Scorecard) zur operativen Fabriksteuerung umformuliert:
  • Kennzahl Durchsatz: "Durchsatz ist die Geldmenge pro Zeiteinheit, die vom System durch Verkäufe verdient wird."
  • Kennzahl Bestände: "Bestände, das ist all das Geld, das in das System für den Ankauf von Dingen investiert wird, die zum Verkauf gedacht sind (z.B. Rohmaterial, Vorprodukte, Komponenten)"
  • Kennzahl Betriebskosten: "Betriebskosten sind all jenes Geld, das das System dafür ausgibt, Bestände in Durchsatz zu verwandeln."
Hinzu kommen zwei wesentliche Prinzipien, die ebenfalls von Jonah erklärt werden:
  • abhängige Ereignisse und
  • statistische Fluktuationen.
Durch die Abhängigkeit werden die zwangsläufigen Streuungen gegenseitig beeinflußt. Die Auswirkungen auf das Gesamtsystem sind enorm, die Abhängigkeiten führen dazu, daß sich die Fluktuationen nicht mehr ausmitteln können. Auf eine Fabrik mit aufeinander folgenden (abhängigen) Produktionsschritten übertragen heißt das: der Durchsatz sinkt, die Bestrände steigen und die Betriebskosten steigen ebenfalls.

Alex Rogo bricht diesen Teufelskreis auf, indem er die Engpässe seiner Fabrik identifiziert, diese in ihrer Kapazität erweitert (intern und extern) und alle anderen Produktionsstufen den Engpässen unterordnet. Ein Prioritätensystem sorgt dafür, daß nur noch Teile für und aus den Engpässen produziert werden. Kaum verwunderlich, daß der Gesamtoutput der Fabrik steigt und die Bestände (die sich immer vor den Engpässen stauten) zurückgingen. Die Fabrik hatte das Schlimmste überstanden, von nun an gings bergauf, der Rest war Finetuning (konsequente Bestandsreduktion in den Nichtengpaßpuffern, höherer Durchsatz mit Abbau der Auslieferungsverzögerungen, höheres Auftragsvolumen durch höhere Kundenzufriedenheit).

Kaum zu glauben, aber seine Ehe konnte Alex so nebenbei retten, ja am Ende interessiert sich Julie sogar für seinen Job und liest Sokratische Dialoge, um Alex zu helfen, den Weg zum optimalen Mangement zu finden.

Ist es nötig zu erwähnen, daß Alex nach anfänglicher massiver Kritik in der Organisation einen regelrechten Triumpfzug durch den Konzern antritt, der ihm am Ende den Aufstieg zum neuen Geschäftsbereichsleiter beschert.

Das Buch ist flüssig und spannend geschrieben, viele Ereignisse sind vorhersehbar aber dennoch immer wieder überraschend. Die Geschichte mit Julie überlagert den Roman etwas, das Happy End ist wenig glaubhaft. Auch die direkte Beförderung von Alex Rogo paßt nicht so ganz ins Bild und wäre nicht nötig gewesen.

Dennoch: es bleiben wichtige Erkenntnisse, die exzellent verpackt wurden. Die Arbeitsmethodik wird am Ende des Buches nochmals sauber zusammengefasst, es empfiehlt sich, beim Lesen einen Stift parat zu haben, da wichtige Buchpassagen markiert werden sollten - KLASSE GEMACHT !

Unsere klare Empfehlung für den Manager im Urlaub.

MWonline freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rainer Baumann

(rb 12.11.2001)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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   Lesermeinung von MWonline-Mitglied and_hon (Wien) vom 28.04.2005


Es fehlen mir noch

Goldratt hat weitere Bücher in der Weise veröffentlicht: - Das Ziel II - Das Ergebnis etc. wäre doch interessant, wenn wir hier auch noch etwas darüber lesen könnten


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