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Change-Management |
Veränderung wird großgeschrieben - aber wie soll sie bewerkstelligt werden? Bücher, die den Wandel erleichtern helfen. |
Der Bau der amerikanischen Eisenbahn-Geleise folgte den Pfaden der Büffelherden, die sie Jahrhunderte lang zogen. Warum?
Die Eisenbahn-Ingenieure stellten fest, dass die Büffel den Weg des geringsten Widerstands gefunden hatten. So schaffte es auch die Eisenbahn gen Westen durch die Prärien und über die Rocky Mountains bis nach Kalifornien.
Daraus entwickelt Robert Fritz 3 Einsichten:
- Energie nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands
- die grundlegende Struktur (die Topografie für die Büffel-Pfade und die Eisenbahn) bestimmt den Weg
- wir können den Weg des geringsten Widerstands selbst bestimmen, indem wir neue Strukturen schaffen.
Hieraus erklärt sich auch, warum manche Unternehmen "auf der Stelle treten" (Fritz: "oszillieren") und andere vorwärts kommen, sich bewegen. Erstere strengen sich gewaltig an mit dem Vorwärtskommen. Sie erreichen jedoch keine grundlegenden, dauerhaften Erfolge, weil sie es bei überholten Strukturen belassen. So geraten sie ständig auf Abwege, in Sackgassen.
Wie schaffen wir neue Strukturen?
Wir können nicht die Gesetze von Organisationsstrukturen brechen. Wir können aber sehr wohl ein Gespür für die Wirkungsweise von Strukturen entwickeln – und für die Kraft (Energie), die im Weg des geringsten Widerstands liegt. Und sie nutzen.
Das Geheimnis des Erfolgs liegt nach Fritz in der strukturellen Spannung. Damit meint er nicht Stress, Kummer, Schmerz, sondern Dynamik, den Unterschied zwischen zwei Dingen. So ähnlich wie beim Durst: ein Mensch verspürt Durst, denn in seinem Körper besteht ein Missverhältnis zwischen der Menge an Flüssigkeit, die sein Körper braucht, und der Menge, die er hat. Der Weg des geringsten Widerstands besteht nun darin, die Spannung zwischen Brauchen und Haben aufzulösen. Der Mensch trinkt und die Spannung ist weg.
Um eine Organisation zu verändern, muss strukturelle Spannung aufgebaut werden.
Dazu muss sich die Organisation zuerst darüber klar werden, welchen Zustand, welche Ziele sie anstreben will.
Dann muss sie sich selbst deutlich machen, wo sie steht – ungeschminkt. An dieser Stelle sind Fakten, Fakten, nichts als Fakten gefragt – kein Feuilleton.
Die Organisation dämmert es nun, dass zwischen ihrem angestrebten und ihrem gegenwärtigen Zustand eine Lücke klafft und was zu tun ist. Dies ist für Fritz die grösste Kraftquelle einer Organisation. Denn Spannung ruft nach Auflösung.
Der "Geringste Widerstand" lohnt gerade für die praktische Arbeit von ganzheitlichen Veränderungs-Prozessen und ist außerdem kurzweilig zu lesen. Denn Fritz schreibt sehr bildhaft. Ein Beispiel für seine Bildsprache: Es sei oft schwierig, Fakten und Feuilleton zu trennen. Manager träten aus ihrem Wald heraus – wenn überhaupt - und sähen nur die vorderen Bäume. Um aber den ganzen Wald zu sehen, sollten sie mit einem Helikopter den Wald überfliegen. Erst das schaffe eine umfassende Sicht der Wirklichkeit des Waldes (Fakten, Fakten, nichts als Fakten).
Das Buch ist eine praktische Handlungs-Anleitung für erfolgreiche Veränderung in Organisationen. Es lohnt sich gleichermaßen für Manager, Berater und Trainer. Veränderungsprozesse können Sie danach sofort anstossen.
MWonline freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von MWonline-Partner Bernd Niestrath |
(bn 03.01.2002) |
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