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Unternehmenskultur |
Wenn die Kultur in einem Unternehmen nicht stimmt, bleibt der Erfolg aus. Bücher zu einem schwierigen Thema. |
Ein interessantes, ein spannendes Buch für jemanden, der wissen möchte, wie heute eine erfolgreiche Unternehmenskultur aussieht oder was eine Unternehmenskultur überhaupt ist und welchen Stellenwert sie hat.
Für den Autor ist die Unternehmenskultur ein wesentliches Qualitätskriterium in jeder Organisation. Unternehmenskultur ist die Antwort auf die entscheidende Frage: „Wie gehen wir, die wir in diesem Betrieb arbeiten, miteinander um?“ Dazu gehören dokumentierte Führungsgrundsätze, Arbeitsordnungen, Entlohnungssysteme ebenso wie informelle Einfluss-, Macht- und Entscheidungswege. Dazu gehören Besprechungsrituale, aber auch die äußere und innere Architektur der Gebäude.
Zwölf ganz unterschiedliche Unternehmen werden mit ihren Kulturen vorgestellt. In den Fallstudien werden neben allgemeinen Unternehmenscharakteristika „innovative Sozialordnungselemente“ auf eine sehr konkrete, nachvollziehbare Art beschrieben, sprich: Wie die Menschen miteinander reden, wer wem welche Aufträge erteilen kann, wie Aufgaben verteilt werden, wer wie viel Einfluss bei welchen Entscheidungen hat und wie das Vergütungssystem aussieht.
Der Leser, der sich für Finanzstrategien interessiert, wird besonders fündig. Der Autor - für einen Betriebswirt nicht verwunderlich – betont den pekuniären Aspekt innerhalb der Unternehmenskulturen. Es geht häufig um Aktien und deren Streuung, um Neuemissionen und Kapitalerhöhung, um das der Verkehrswertberechnung von Aktien dienende Stuttgarter Verfahren, um verschiedene Gesellschaftsformen und so weiter.
So erfährt der Leser, dass bei einem großen Kfz-Händler die Geschäftsergebnisse der kompletten Belegschaft offengelegt und erklärt werden. Der installierte Wirtschaftsausschuss prüft die Jahresergebnisse und bestätigt damit die Erfolgsbeteiligung für die Belegschaft. Eine Stiftung, die 100 Prozent der GmbH-Anteile hält, verhindert, dass die Unternehmerfamilie aufgrund von Eigeninteressen das Kapitel verflüssigt.
Der Leser nimmt zur Kenntnis, dass der geschäftsführende Gesellschafter in einem mittelständischen Produktionsbetrieb aufgrund seines ganzheitlich anthroposophisch geprägten Menschenbildes betrieblichen Kunstunterricht für die Auszubildenden anbietet (ein kreativer Mitarbeiter ist flexibler).
Erfreulich für jeden Praktiker: Es wird nicht nur positiv gezeichnet, sondern es werden auch Schwierigkeiten und negative Auswirkungen berichtet. Bei einem Planungs- und Entwicklungsbüro von Außenarchitektur hat die eingeführte totale Basisdemokratie nach anfänglicher Euphorie bei den 29 Mitarbeitern zu lähmend langen Entscheidungsprozessen geführt und wurde nach einem Jahr wieder abgeschafft.
Insgesamt ein lesenswertes Buch für all diejenigen, die in verantwortlicher Position Personal- und Organisationsentwicklung betreiben.
(MWonline freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von Dr. Christa Rüssmann-Stöhr www.beratrain.de) |
(crs 23.01.2002) |
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