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Beratung |
Alles für Berater und solche, die es werden wollen |
Rezension:
Das Buch versteht sich als Orientierungsrahmen für die Beratung, erhebt aber nicht den Anspruch, schon genau zu wissen, wo es künftig lang geht. Also auch eine Herausforderung an Leser und Leserin!
Das Buch bietet neben drei Geleitworten / Vorworten 24 Fachbeiträge. Letztere sind im Inhaltsverzeichnis folgenden Stichworten zugeordnet: 1) "Konzepte der Beratung" 2) "Beratung als Problemlösung" 3) "Beratung als Geschäft" 4) "Inhouse Consulting" 5) "Zukunft der Beratung". Die 22 Autoren arbeiten in der externen und internen Beratung (überwiegend), einige an Hochschulen. Der Mix ist gelungen.
Am Ende jeden Beitrags steht eine Zusammenfassung, so dass Leser drei Möglichkeiten hat: 1) das Buch von vorn bis hinten lesen 2) Beiträge anhand der Stichworte des Inhaltsverzeichnisses vorab auswählen 3) über Beitragszusammenfassungen "hinten anfangen" und je nach persönlichem Interesse in den einzelnen Gesamtbeitrag einstiegen.
Der Rezensent eines Sammelwerks steht immer vor der Entscheidung, Akzente zu setzen. In Anbetracht des Nutzer-Mix von MWonline aus Trainern, Beratern , Prozessbegleitern und OE- bzw. PE-Practioners wird der Beitrag "Zur Bedeutung weicher Faktoren für und in Beratungsleistungen" (A. Luig / A. Karczmarzyk) herausgegriffen.
Für die AEG läutete nach 113 Jahren das Totenglöckchen. Das Unternehmen (als Beispiel) hatte es nicht geschafft, sich veränderten Umfeldbedingungen anzupassen. Die Innovations-fähigkeit hing nicht zuletzt von "weichen Faktoren" ab.
Die beiden Autoren begnügen sich jedoch nicht mit diesem Gemeinplatz (obwohl es ja auch nicht schaden kann, ihn ständig zu wiederholen, bis er in jeden Betonkopf eingedrungen ist):
Sie fragen zunächst, was "weiche Faktoren" überhaupt sind und wie man sie ermittelt (z.B. mit einem Soft Factor Assessment per Interview, Fragebogen, Gruppendiskussion). Die Kriterien sind einem durchgeführten Projekt entnommen. Dazu gehören u.a. Visions-, Kommunikations- oder Innovationsfähigkeit. Visualisieren kann man die Ausprägungen der weichen Faktoren z.B. mit Spinnennetzen.
Spannend wird es erst mit der Operationalisierung der Ausprägungen auf der Ebene des Individuums, der Gruppe, des ganzen Unternehmens. Wie das praktisch geht, machen die Autoren am Beispiel der Kommunikationsfähigkeit deutlich. Das wird herunter gebrochen bis zur Gestaltung von Besprechungen.
Auf der Basis der Ausprägungen der weichen Faktoren können Ziel- und Handlungsoptionen festgelegt, ein Entwicklungsprozess gestartet werden. Wichtig ist den Autoren die Partizipation der Mitarbeiter, der "Inhaber" weicher Faktoren. Das ist manchem Berater bis heute noch nicht klar, bei der verblichenen AEG wohl auch nicht. Wen wundert´s da, dass nach diversen Quellen nur 20 bis 30 % der Beratungsprojekte ihr gewolltes Ziel erreichen?
Der beschriebene Ansatz ist auch ein Beitrag zum Dauerthema "Entwicklungscontolling" und deshalb für alle MWonline-Nutzer interessant.
Der Verlag hat sich bemüht, dem Leser den Konsum leicht zu machen. Neben dem oben Beschriebenen stehen am Ende des Buchs Kurzprofile der AutorInnen und ein umfangreiches alphabetisches Literaturverzeichnis. Ein Stichwortverzeichnis fehlt aber.
Ausserdem: Mussten dem Buch unbedingt gleich drei Geleitworte / Vorworte (letzteres von den drei Autoren selbst) voraus geschickt werden? Die Autoren schreiben ja einleitend zu jedem Textstichwort ihrerseits auch eine Einleitung.
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(bn 21.03.2002) |
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