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Beratung |
Alles für Berater und solche, die es werden wollen |
Das Buch wurde vor allem für Leute geschrieben, die Unternehmensberater werden wollen. Beratungsprofis können daraus aber auch Honig saugen. Die Autoren wollen Aufgeschlossenheit erzeugen und Wissen vermitteln, um neue Beratungssituationen unkonventionell zu betrachten, bei Leser oder Leserin vorhandenes Wissen auf neue Aufgaben zu übertragen und logisch-plausibles Denken für sinnvolle neue Lösungen einzusetzen. So bereitet sich Herr Leser oder Frau Leserin ganz nebenbei auch gründlich auf Vorstellungsinterviews bei Beratungsfirmen vor.
Auf den 236 Seiten finden sich ein erfreulich knappes Vorwort und einige Anzeigen von Personal suchenden Beratungsgesellschaften. und dann geht es gleich zur Sa-che – zu einem breiten Spektrum von 50 Fallstudien und Denksportaufgaben unter 7 Themenblöcken. Sie streuen inhaltlich von "Interne und externe Analyse" über "Geschäftsfelderweiterung" bis zu "BrainTeaser". Alle sind konsequent gegliedert. Jeder Fall wird kurz und knapp beschrieben. Dann folgt "Der Weg zur Lösung".
Ein Streit darüber wäre müssig, ob die Fälle alle "praxisrelevant" sind. Kundenpro-bleme - und somit "Praxisfälle" der Beratung - gibt es grundsätzlich zu Hauf. "Relevantes" ins Töpfchen, "Nichtrelevantes" ins Kröpfchen zu tun, wäre deshalb vergebene Liebesmüh´. Die Autoren warten deshalb klugerweise nicht mit Fall-Lösungen von der Stange auf, sondern fordern Leser und Leserin zu eigenen Falllösungen heraus. Sie bieten bewusst nur mögliche Wege und Instrumente an.
Besonderer Wert wurde neben dem Inhalt auf einen hohen Gebrauchsnutzen des Buchs gelegt. Der Einband verträgt selbst ungewaschene Finger. Die Fall-Texte sind durchgängig und einheitlich strukturiert. Fall-Aufgabe und Lösungsweg heben sich auch in unterschiedlichen Schriftfarben voneinander ab. Viele Illustrationen oder Rechenbeispiele bereichern den Text.
Die Autoren gehen leider teilweise recht lässlich mit der Sprache um. Eine Kostprobe von Seite 167: "Der Baustein Information gehört in der Architektur einer virtuellen Universität zur Basis. Dabei ist die alleinige Versorgung der Studenten mit Informationen eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung, da das Bereitstellen von Informationen noch kein Studium ermöglicht." Hilfe!!! Was sollen englische Begriffe – z.B. customer, competition, case study - dort, wo es inhaltsgleiche deutsche gibt? Geradezu grotesk wird´s bei einem Begriff wie "Brain Teaser". Die biedere "Denksportaufgabe" oder dergleichen hätte es auch getan.
Im Vorwort wird Kreativität in die Nähe von Logik und Plausibilität gerückt – ein "linkshirnlastiger" Denkvorgang wird also hinterlegt. Damit erfassen die Autoren im Grunde aber nur einen Teilbereich des Beratungsgeschäfts – nämlich den der inhaltlichen Beratung. Dabei kommen Menschen allenfalls als Kulisse vor – eher als Objekte neuer Systeme und kluger Berater denn als (Mit-)Gestalter. Daneben gibt es aber auch Prozessberatung in vielen Ausprägungen. In letzterem Konzert spielen Menschen in Organisationen einen aktiven Part - etwa bei Veränderungsprozessen. Insofern sollte der Buchtitel nicht DIE Consulting-Praxis lauten (mit Alleinvertretungs-Anspruch der inhaltlichen Beratung für das ganze Branchengeschehen), sondern bescheidener "Aus der Consulting-Praxis" oder "Praxis-Beispiele für die Beratung".
(MWonline freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von MWonline-Partner Bernd Niestrath)
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(bn 19.04.2002) |
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