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  Buchbesprechung


Wertorientierte Unternehmensführung mit Economic Value Added EVA
Strategie – Umsetzung - Praxisbeispiele

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Stern, Joel / Shiely John / Ross, Irwin
(2002)
Econ Ullstein List Verlag, ISBN: 3430187435


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Unternehmensführung, Wertsteigerung

Autor(en):
Stern ist Mitgründer der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co, Shiely President der Firma Briggs & Stratton, die EVA erfolgreich einsetzte, und Ross Buchautor und Journalist.

Themenliste Literatur
Unternehmensorganisation   Unternehmen brauchen Visionen, Strategien, Ziele und Planungen - und die hierfür geeignete Literatur.

E(conomic) V(alue) A(dded) - kurz: EVA - heisst so viel wie ökonomisches Wertschaffen. Es ist wie beim Konzert mit grossem Orchester: Der Dirigent kann noch so kunstvoll den Taktstock schwingen, wenn das Leitmotiv nicht stimmt und der Cellist in letzter Orchesterreihe nicht mitspielt, gibt es nur Katzenmusik. Da schafft EVA Abhilfe.

EVA kommt auf den ersten Blick nüchtern-betriebswirtschaftlich daher. Dahinter steht jedoch ein ganzheitlicher Ansatz. Er berücksichtigt die Interessen des Firmenchefs, des Mitarbeiters auf unterster Hierarchiestufe genau so wie die des Firmeneigentümers. Motto: Ich bin erst happy, wenn es auch andere Interessengruppen sind – ein Regelkreis.

Beim Einführen, Durchsetzen und "Leben" von EVA sind alle gefordert, besonders auch Organisations- und Personalentwickler - beileibe nicht nur Geschäftsführer, Vertriebsleiter oder Controller. Denn bevor das Konzept greift, sind viel (Kopf-) Entwicklungs- und Kommunikationsarbeit sowie Training zu leisten. Auch um andere Strukturen von Organisation und wertbasierte Planung geht es. Nicht zuletzt auch um Mitarbeitermotivation.

EVA ist ein integriertes Führungs- und Steuerungskonzept. Es dient zum Messen von Leistung, Effektivität und Effizienz. Der "Shareholder" kassiert übrigens erst am Ende der Warteschlange und Wertsteigerungskette. Dies sei nur nebenbei bemerkt vor dem Hintergrund der ideologie- und neidgeschwängerten Diskussion über Shareholder Value in Deutschland.

Letztlich führt EVA jedes Unternehmen zurück zu seinem Ursprungssinn und -zweck: Wertschaffen, Arbeitsplätze sichern, Gewinn mehren für das ganze Unternehmen und alle seine Interessengruppen. Und dies über einen längeren Zeitraum / mehrere Geschäftsjahre und nicht nur für ein einziges wie dies oft geschieht. Nachhaltigkeit ist angesagt.

Das Buch schildert flüssig und verständlich zunächst die Denk- und Konzeptgrundlage von EVA. Alles ist in einer "Strassenkarte der Wertschaffung" beispielhaft übersichtlich zusammen gefasst. Hinterlegt sind dafür Vorgehen und Erfahrung aus der Firma des Mitautors Shiely.

Im Kapital "EVA auf allen Ebenen" berichten die Autoren unter anderem von einer Konzepteinführung in einem Teilbereich einer Firma: In der Lagerhaltung gab es Verluste im 6-stelligen $-Bereich. Er wurde in einem Jahr um 1/4 zurück gefahren. Angeschoben wurde der Verlustrückgang von einem Projektteam aus 7 Arbeitern und 2 Vorgesetzten. Leiter war ein ehemaliger Arbeiter. Im Sog dieses Teams bearbeiteten auch Gruppen das Thema Lagerhaltungsverlust, die nach konventionellem Verständnis "nicht zuständig" waren. Im gleichen Buchteil wird auch von EVA-Aktivitäten deutscher Unternehmen berichtet.

Im Kapitel "Incentives" stellen die Autoren konventionelle Vergütungs- / Bonus-Systemen für Führungskräfte solchen gegenüber, die auf EVA gründen. Auch Schwierigkeiten beim Einführen werden da nicht verschwiegen. Mit Recht wird in dem Zusammenhang erwähnt, dass Innovationen in Firmen oft auch deshalb nicht funktionieren, weil sich Führungskräfte aus einem persönlichen Interessenkonflikt heraus quer legen.
Stolpersteinen für EVA ist ein weiteres Kapitel gewidmet.

Das Inhaltsverzeichnis des Buches ist kurz, knapp, übersichtlich. Am Schluss finden sich ein erschöpfendes Sach- sowie Personen- und Firmenregister. Im Text gibt es wenige – aber "auf den Punkt" kommende – Illustrationen und Übersichten. Dazu eine Fülle von Beispielen und zahlenunterlegten Erfolgsgeschichten.
Das Buch lädt zum praktischen Nachmachen nachhaltiger Ertragsverbesserungen ein. Eine Pflichtlektüre für jeden, der sich dies auf die Fahne geschrieben hat.

(MWonline freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von MWonline-Partner Bernd Niestrath)

(bn 25.04.2002)

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