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Alles, was uns hilft, das Miteinander Umgehen besser zu verstehen und besser miteinander umzugehen |
Viele Managementm(eth)oden kommen ja bekanntlich aus den USA. Führen durch Zielvereinbarungen gehört sicherlich dazu, ist jedoch auch bei uns ein "alter Hut". In den USA ist das MBO ("Management By Objectives") jedoch inzwischen ein hochkompliziertes Verfahren geworden.
In einem Land, in dem die Personalabteilung wegen der unübersichtlichen Rechtslage im Wesentlichen aus Juristen besteht, stehen Ratgeber für die Personalarbeit hoch im Kurs. Das kleine, äußerst praxisorientierte Taschenbüchlein von James Neal gibt praktische Hilfe für die Vorbereitung und Durchführung von Mitarbeitergespächen.
Mitarbeitergespräche werden in den USA wesentlich sorgfältiger vorbereitet und haben eine erheblich größere Bedeutung für die Entwicklung der Mitarbeiter als in Deutschland. In einer Kultur, in der persönliches Lob und nicht die rein sachorientierte Kritik im Vordergrund steht, kommt es auch auf die einzelne Formulierung an. Gerade hier zeigt das Buch seine Stärken. Wenig Theorie, dafür viele praktische Formulierungen helfen besonders dem USA-Einsteiger mit Führungsverantwortung. Begriffe wie "good", "excellent" oder "distinguished" können wir zwar ins Deutsche übersetzen, die wahre Bedeutung erschließt sich jedoch nicht so ohne Weiteres.
Das Buch ist aber nicht nur für Manager und Führungskräfte mit Mitarbeitern in den USA sehr lesenswert. Eine Auseinandersetzung mit der amerikanischen MBO Kultur gibt auch Führungskräften in anderen Ländern einen willkommenen Anlass, die eigene Vorgehensweise bei Mitarbeitergesprächen zu überdenken. Wie setze ich das Mitarbeitergespräch ein, was möchte ich erreichen ? Was erwartet der Mitarbeiter ? Passen Verantwortlichkeiten und Kompetenzen noch zusammen. Wie stehts mit der gegenseitigen Ehrlichkeit ?
Das Buch geht jedoch auch über das reine Mitarbeitergespräch hinaus: Coaching, Selbstbeurteilungen, 360-Grad Beurteilungen werden ebenfalls angesprochen. Erwarten Sie keine tiefschürfenden Betrachtungen, sondern ganz einfache, praktische Tipps für die tägliche Arbeit. Bei mir liegt dieser kleine Ratgeber immer auf dem Schreibtisch und war Quelle der einen oder anderen eleganten Formulierung, mit der wir Deutsche bei den Amerikanern sehr gut ankommen.
"You can make effective use of the timeproven sandwich approach by describing both strengths and weak areas in need of improvement, followed by compliments. With this method, you provide positive strokes, highlight areas in need of improvement, and then end on a positive note. This method allows you to get your message across but does not destroy the morale and incentive of an empolyee".
Vielleicht ist der kulturelle Unterschied der Amerikaner und der Europäer doch nicht so groß wie oft vermutet ?
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(rb 08.06.2002) |
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