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Auch Manager haben hin und wieder Zeit, Romane zu lesen. Unterhaltsames aus der Welt des Managements. |
Machiavellis Verdienst ist, dass er nicht darüber nachgedacht hat, wie eine Regierung funktionieren sollte. Er hat als erster ohne Bewertung und Emotionen beschrieben, wie die zeitgenössischen Regierungen der Renaissance tatsächlich funktioniert haben – oder auch nicht. Seitdem gilt Machiavelli als der große Intrigant und Zyniker. Merkwürdig.
Das aber nur als Vorbemerkung. Bing hält sich auch gar nicht weiter damit auf, etwa den „Fürsten“, die „Discorsi“ oder andere erleuchtete Schriften des Meisters zu zitieren und den Leser mit langweiligen Vergleichen über die Jahrhunderte und so zu pesten. Was soll sich denn seither geändert haben, mmh? Menschen sind immer noch Menschen, und sie benehmen sich auch so. Die Medici im 16. oder das Topmanagement im 21. Jahrhundert – da schau’n wir uns doch lieber gleich in der eigenen Umgebung um. Was unterscheidet den Fürsten vom CEO?
Kein Satz in diesem Buch ist so gemeint, wie er gesagt wird, nichts wird so gesagt, wie es gemeint ist. Oder fast nichts. Viele nette Zitate aus Politik und Wirtschaft lassen keinen Zweifel daran, wie weit wir seit der Renaissance fortgeschritten sind. Sentimentalitäten sind nicht Bing’s Sache. „Die Auslöschung des Gewissens ist eine der schwierigsten Aufgaben, die Sie werden bewältigen müssen. Nicht jeder schafft das.“ Klar, viel zu viele Leute lesen langweilige und schwer verständliche Bücher über kooperative Führung, Motivation und Dialog und verschwenden ihre Energie damit, den Idealen sanfter Gurus nahe zu kommen.
Dagegen ist dieses nette kleine Buch ein einziger Aufruf, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und den eigenen Verstand zu gebrauchen. Folgen Sie Ihren egoistischen Instinkten. Andere tun es auch.
Ich habe mich gut amüsiert. Keine große Literatur, keine neue Managementphilosophie, nur Geschichten, die das Leben schreibt und viele kleine Lektionen in praktischer Lebensführung. Ein letztes Zitat: „Was würde Machiavelli nicht tun? Er wäre kein Idiot.“
Bleibt noch anzumerken: der Autor, Kolumnist von Fortune Magazine, schreibt nicht aus der Distanz, sondern aus der eigenen Praxis im Topmanagement.
(MWonline freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von Charlotte Venema)
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(venema 12.01.2003) |
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