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Gut geführt: Personalentwicklung und Personalförderung in der Kirche



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Felten, Armin / Petry, Bernhard
(2002)
Lut. Verl.-Haus, ISBN: 3785908741


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Schlagworte:
Kirche, Gemeinde, Führung, Personalentwicklung

Rezension:

Wer öfters Gemeindeluft schnuppert, weiß, dass ein gelingendes Gemeindeleben maßgeblich von der Leitungsfähigkeit der Verantwortlichen abhängt. Das Buch „Gut geführt“ beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Instrumente der Personalentwicklung den Verantwortlichen in den Gemeinden helfen können, ihren Leitungsaufgaben gut zu meistern. Um dieses Ziel zu erreichen, beschreiben die beiden Autoren Grundhaltungen und Instrumente einer Personalführung und Personalentwicklung, die ihrer Meinung nach unabdingbar für die Leitung von Gemeinden sind. Sie erheben dabei keinen Anspruch auf ein Gesamtkonzept. Vielmehr konzentrieren sie sich auf die hauptamtlichen Mitarbeiter, wobei beiden Autoren klar ist, dass ihre Vorschläge eine sinnvolle Adaption im Ehrenamtlichenbereich brauchen.

Gleich zu Beginn machen die beiden Autoren auf einige Besonderheiten der Kirche aufmerksam. Sie tun dies, weil sie die in der Industrie gängigen Instrumente zur Personalentwicklung nicht unbesehen und unreflektiert auf die Gemeinden übertragen möchten. In den nun folgenden Kapiteln werden jene Instrumente und Konzepte aufgeführt, die für eine Personalentwicklung in der Kirche nach Ansicht von Felten und Petry wichtig und hilfreich sind:
  • Wahrnehmen und Wertschätzen
    Ausgangspunkt für eine Personalentwicklung ist für die Autoren eine wertschätzende Erkundung (Appreciative Inquiry). Diese setzt bewusst bei der Erfahrung von Gelingendem an, gleichsam an einem Gespräch über das Fruchtbare, das Gute und das Zielführende. Dies bildet die Grundlage, um einen notwendigen Wandel in einer Organisation einzuleiten. Obwohl der Focus auf dem Gelungenen liegt, soll es in diesen Gesprächen nicht um eine Schönrederei oder Schönfärberei gehen, sondern um einen veränderten und vielleicht ungewohnten Zugang zur Wirklichkeit.
  • Fördern und Fordern
    Unter diesen beiden Gesichtspunkten verstehen die Autoren Organisations- und Kommunikationsstrukturen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Aufgaben gut erfüllen können. Dazu zählen: das Mitarbeiterjahresgespräch, die Gestaltung einer guten Kommunikationskultur, das Dienstgespräch, das Anerkennungsgespräch und das Zielvereinbarungsgespräch.
  • Begleiten und Unterstützen
    Dieses Kapitel widmet sich ganz dem Verhalten von Führungskräften. Dabei favorisieren beide Autoren keinen bestimmten Führungsstil, sondern machen Führung von der jeweiligen Situation abhängig. Besonders herausgefordert sind die Führungskräfte im Umgang mit schwierigen Mitarbeitern und schwierigen Vorgesetzen.
  • Begleitung und Unterstützung im Wandel
    In der heutigen Arbeitswelt ist der Wandel das Normale. Dazu stellten die Autoren einige Instrumente dar, die es den Mitarbeitern erleichtern, den Wandel zu gestalten: Fortbildung und Training, Kollegiale Beratung, Coaching, Veränderung des Verantwortungsbereiches.
  • Was passt zu uns? – Personalentwicklung und die Geschichte einer Organisation
    So wie es nicht nur einen richtigen Führungsstil gibt, kann man auch nicht von einer richtigen Organisationsstruktur reden. Vielmehr durchläuft eine Organisation in ihrer Entwicklung unterschiedliche Phasen, in denen es darauf ankommt, die der jeweiligen Phase entsprechenden Instrumente einzusetzen.
  • Was sollen wir denn noch alles tun? – Oder: Personalentwicklung verlangt Entscheidungen
    Wer Personalverantwortung trägt, steht in der Pflicht, Zeit für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Diese Zeit lohnt sich. Der Aufmerksamkeit bedürfen in gleicher Weise auch die Ehrenamtlichen.
Am Ende des Büchleins finden sich noch Formulare zur Gestaltung eines Jahresgesprächs für Mitarbeiter, Beispiele für Zielformulierungen und eine Anleitung für eine kollegiale Beratung. Vertiefende Literaturhinweise runden die Kapitel ab. Zudem gibt das Buch einen Einblick in die Arbeit der Gemeindeakademie Rummelsberg, eine Facheinrichtung für die Bereiche Gemeinde- und Organisationsentwicklung.

Die Autoren schließen mit dem Hinweis, dass in den Fragen der Personalentwicklung die Verantwortlichen in den Gemeinden von den Sozial- und Humanwissenschaften Methoden lernen können, um ihre eigene Arbeit qualitativ zu verbessern. In diesem Sinne haben Felten und Petry dankenswerterweise die gängigen Instrumente zur Personalentwicklung aufgegriffen und beschrieben. Für Leute, die einen Einstieg in dieses Thema suchen, ist das Buch gut geeignet.

(MWonline freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von Michael Fischer)

(Michael Fischer 26.07.2003)

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