Lohmann hat in seinem Buch die verdienstvolle Aufgabe übernommen, ein theologisch basiertes Management-Modell für diakonische Einrichtungen zu entwerfen. Er entwickelt ein Konzept für kirchliche Sozialunternehmen, um sie davor zu bewahren, dass die ökonomische Rationalität nicht an die Stelle theologischer Orientierung tritt und sie verdrängt. Dabei geht es Lohmann um die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit konfessioneller Sozialunternehmen, denen es gelingen muss, ihr theologisch begründetes Profil in konkrete Managementkonzepte umzusetzen.
Nach Ansicht Lohmanns ist in konfessionellen Sozialunternehmen die theologische Ausrichtung ein entscheidender Effizienzfaktor. In der vorliegenden Arbeit stellt er sich der Frage, wie sich ein theologisches Konzept sinnvoll in Unternehmensstrukturen einfügen lässt. Ziel ist es, in einer theologischen Auseinandersetzung mit modernen Managementkonzepten ein diakonisches Management-Modell zu entwickeln.
Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist hierbei die theologische Sinnmitte der Diakonie. Sie bildet gleichsam das Fundament, auf dem das gesamte Managementmodell ruht und ruhen muss. Aus dieser Sinnmitte ergeben sich die Aufgaben, die die Diakonie unter theologischen Aspekten zu erfüllen hat. Zugleich ist sie der Fixpunkt, nach dem das gesamte Management ausgerichtet werden muss. In der Theologie Tillichs findet Lohmann einen Ansatz, der es ermöglicht, eine unternehmensbezogene Diakonie-Theologie zu entwickeln.
Nach dieser Grundlegung zeichnet Lohmann den Entwicklungsweg der diakonischen Einrichtungen nach, die sich in mehreren Stufen zu christlichen Unternehmen entwickelt haben. Für ihn steht außer Frage, dass Management-Methoden aus dem erwerbswirtschaftlichen Bereich für diakonische Einrichtungen fruchtbar gemacht werden können. Allerdings dürfen diakonische Leitungsstrukturen nicht in der Weise betriebswirtschaftlich hoffähig gemacht werden, dass dabei diakonische Spezifika zugunsten allgemeiner Modemarotten aufgegeben werden. Vielmehr nimmt ein theologisches Management betriebswirtschaftliches Wissen auf, bindet es aber in eine theologische Gesamtperspektive ein.
Für die Konkretisierung seines Diakonie-Management-Modells greift der Autor auf das St. Galler Modell zurück. Dieses integrative Management-Modell eignet sich in hervorragender Weise, die Anliegen Lohmanns in ein weithin akzeptiertes Konzept einzubinden, denn es misst der Frage nach dem Sinn und den Werten in der Unternehmensführung ausdrücklich fundamentale Bedeutung bei. Dabei gelingt Lohmann – immerhin in der Theorie - die Integration betriebswirtschaftlicher und theologischer Anliegen.
Die Arbeit Lohmanns knüpft an die Vorarbeiten von Alfred Jäger an. Nach Ansicht des Autors wird in der diakonietheoretischen Literatur die diakonische Praxis durch die theologischen Teildisziplinen stiefmütterlich behandelt. Daher gibt es einen Widerspruch zwischen der allgemein anerkannten Bedeutung theologischer Inhalte im Management und ihrer wissenschaftlichen Durchdringung seitens der Theologie. Angesichts dieser Situation hat Lohmann ein überaus wichtiges Thema behandelt. Das Buch ist eine Dissertation und daher in einer fachspezifischen Sprache verfasst.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Michael Fischer)
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(Michael Fischer 29.08.2003) |
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