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Wussten Sie, dass der DFB 1955 seinen Mitgliedsverbänden verboten hat, Frauenfußballabteilungen zu gründen? 15 Jahre später hat er es sich dann anders überlegt – die Sache war nicht mehr aufzuhalten. Das vorläufige Zwischenergebnis der Geschichte ist bekannt. Neueste Prognose des Internationalen Fußballverbandes: „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich“. Jetzt ersetzen Sie noch das Wort „Fußball“ durch „Wirtschaft“, und „Sie haben eine Kernaussage nicht weniger Trendforscher für das soeben angebrochene Jahrhundert!“
In Sport und Wirtschaft fehlt es nicht an Erfolgen von Frauen und an verbalen Bekenntnissen zu Total E-Quality, Gender Mainstreaming, Diversity Management, Work-Life-Balance und wie das Zeug alles heißt. Nur in den real existierenden Führungsetagen finden sich gerade mal 5 % Frauen wieder. Wie so häufig sind verbale Schaumschlägereien ein gutes Indiz dafür, dass das lautstark Propagierte gerade nicht stattfindet. „Sprache als Machtinstrumentarium“ wäre dann auch ein guter Untertitel für „Zickenlatein“, aber der angenehm lockeren und unverkrampften Sichtweise und der erfrischend nüchternen Analyse nicht angemessen. "Betrachtet die Sache nüchtern – und vor allen Dingen locker" ist die Hauptbotschaft der Autorin. Sie beschreibt die unterschiedlichen Sprachmuster von Männern und Frauen und die dahinter liegenden Verhaltenschemata. Es ist eine Sache, die funktionierenden „Old Boys Networks“, die Dominanzspielchen und verbalen Zumutungen einer männlich dominierten Wirtschaftswelt zu beklagen. Eine viel sinnvollere Frage für Frauen ist, wie sie damit umgehen – praktisch, täglich. Gaßdorf ist in ihrer Analyse des durchschnittlichen Verhaltens von Frauen im Geschäftsleben nicht zimperlich. Deshalb trifft sie den Nagel auf den Kopf. Durchschauen, was geschieht und wissen, was die eigene Reaktion bewirkt ist in jeder Form der Kommunikation eine Grundforderung. Auch wenn das alles nicht so fürchterlich neu ist, ist die Beschreibung der typischen kommunikativen Situationen die Lektüre allemal wert und immer noch für einige Aha-Erlebnisse gut. Was nützt das Gefasel von der besonderen kommunikativen Kompetenz von Frauen, wenn sie diese andere Form der Kommunikation in eine Umgebung einbringen, die von anderen Regeln bestimmt wird? Und, liebe Kollegin, kommen Sie mir jetzt nicht damit, Sie möchten sich nicht auf das Niveau Blondinenwitze erzählender Kollegen begeben. Sie werden sich damit auseinandersetzen müssen, wenn Sie mal auf ein Niveau kommen wollen, auf dem Sie die Regeln bestimmen.
Gaßdorf führt hier die Idee der bilingualen Kompetenz in der Muttersprache ein. Einen bestimmten Stil zu beherrschen muss nicht bedeuten, ihn auch in jede Lebenslage zu übernehmen. Dass das schief gehen würde, zeigt das schöne Beispiel des Finanzministers Hans Eichel. Der erklärte der Bildzeitung, sein erster Blick gelte „dem Luder auf Seite eins“. Zitat aus Zickenlatein: „…kaum vorstellbar, eine deutsche Ministerin könnte sich öffentlich dazu bekennen, ihr erster Blick gelte dem geilen Bock von Bild auf Seite eins. Und das hat kaum etwas damit zu tun, dass es den dort nicht gibt“.
Also doch „Diversity Management“. Aber mit klarem Blick für die Realitäten und Regeln. Ich kann das Büchlein zur Lektüre nur empfehlen. Aber erwarten sie keine tief schürfenden soziologischen Analysen. Eher etwas, was sich gut bei einem Glas Rotwein lesen lässt. Optisch hübsch gemacht ist das Buch auch noch.
Bleibt noch anzumerken, dass ich mich in meiner Beurteilung natürlich ausschließlich auf Berichte zuverlässiger und kompetenter Gewährspersonen aus anderen Branchen stütze. In meiner Arbeitsumgebung ist in dieser Beziehung alles, aber auch wirklich alles in bester Ordnung. Es besteht überhaupt kein Anlass zu wie auch immer gearteter Kritik an wem auch immer. Ich bin doch n………..!
(MWonline zur Verfügung gestellt von Charlotte Venema)
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(venema 25.01.2004) |
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