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  Buchbesprechung


Der Zauberlehrling
Das NLP Lern- und Übungsbuch

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Mohl, Alexa
8. Auflage (2003)
Junfermann Verlag, ISBN: 3873870908


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
NLP, Training, Coaching

Themenliste Literatur
Kommunikation   Alles, was uns hilft, das Miteinander Umgehen besser zu verstehen und besser miteinander umzugehen
Ideenfabrik
Dissoziationstechnik (Wrede)   In den meisen Lebensphasen sind wir assoziiert, d.h. wir nehmen aktiv am Geschehen teil. Manchmal aber hilft es, "dissoziiert" zu sein...*

Der Verlag gibt an: Über 50.000 verkaufte Exemplare, das ideale Einsteigerbuch für NLP Neulinge und ein allzeit verfügbares Handbuch zum Nachschlagen für NLP Profis, es gehört in den Bücherschrank jedes NLPlers. Gut, nun sind aber nicht alle Menschen NLPler. Welchen Nutzen können Nicht-NLPler von diesem Buch haben und worum geht es im NLP? Darauf gibt das verständlich geschriebene und didaktisch hervorragend aufgebaute Buch von Alexa Mohl Antwort.

Im NLP (Neuro Linguistischen Programmieren) geht es u.a. um die bewusste Wahrnehmung der Welt, darum, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie andere Menschen die Welt wahrnehmen und wie man ihnen mit Hilfe von NLP Ressourcen zu ihrer eigenen erfolgreichen Veränderung bereitstellen kann. Daher versteht sich das Konzept des NLP als Methodenkasten, der dem Anwender lediglich verschiedene Techniken bereitstellt. Und so lesen sich die einzelnen Kapitel auch. Es macht sicher Sinn, mit den Grundlagen zu beginnen und sich aufeinander aufbauendes Wissen und Vokabular anzueignen, aber spätestens nach Ende der Lektüre fühlt man sich in die Lage versetzt, in jedes beliebige Kapitel des Buches zurückzuspringen, um sich dort eine Technik, die einem gefallen hat, zu vergegenwärtigen.

In den ersten drei Kapiteln über genaue Wahrnehmung, Kontakt aufbauen (Rapport) und Fragetechniken werden allgemeine Grundlagen gelegt, die sich eigentlich in jedem Buch über gelungene Kommunikation wiederfinden könnten und damit für jeden Leser, ob er an NLP interessiert ist oder nicht, wertvoll sind. Erst im vierten und fünften Kapitel, die durch eine lang angelegte Partnerübung inhaltlich eine Einheit bilden, geht Mohl auf speziellere NLP-Techniken ein. Die folgenden Kapitel (über Ankern, Reframings, die Arbeit mit Strategien und Submodalitäten) befassen sich dann speziell mit der Veränderungsarbeit durch NLP. Doch im Einzelnen:

Das 1. Kapitel über genaue(re) Wahrnehmung arbeitet mit dem immer wiederkehrenden VAKOG-Schema (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch), verschiedenen Mimik-Typen (Physiologien), kleinen Übungen zum Feinstellen der Körpersprache, den eigenen Wahrnehmungstypen (immer mit dem Ziel seine Möglichkeiten zu erweitern) und schließlich mit den schon sehr bekannt gewordenen Augenmusterbewegungen.

Im 2. Kapitel geht es vorrangig um das Herstellen von Rapport, d.h. dem guten Kontakt zu seinem Gegenüber. Rapport wird z.B. hergestellt durch bewusstes (verbales/nonverbales) Spiegeln (nicht Nachahmen!) des Anderen. Mohl verlässt an dieser Stelle auch einmal das NLP Denkschema und stellt andere Methoden wie den Kontrollierten Dialog und das Aktive Zuhören von Carl Rogers dar. Wie in jedem Kapitel wird der Text unterbrochen durch einzelne kurze Übungen, die sich zu zweit und teils auch alleine durchführen lassen. Dies stellt einen Reiz des Buches dar und unterstützt den Lernprozess. Die Themen der Übungen orientieren sich größtenteils in den beruflichen Bereich hinein (Zielvereinbarungsgespräch, Selbstmanagement und -motivation, Umgang mit Kritik).

Um bspw. als Berater die sprachliche Darstellung des Klienten zurückführen zu können auf die zugrunde liegenden Erfahrungen, ist es evtl. nötig mit Fragetechniken (Kapitel 3) zu arbeiten, also etwa auf Auslassungen, ungenaue Tätigkeitswörter und Verallgemeinerungen einzugehen.

Kapitel 4 führt ein in die NLP-spezifische Arbeit mit Problem- und Zielbestimmungen. Schritt für Schritt nimmt Alexa Mohl den Leser anhand kurzer Übungen mit, erklärt das oft recht künstlich wirkende NLP Vokabular, greift immer wieder auf bereits Dargestelltes zurück, so dass die Leserin wiederholen und Verbindungen zwischen Themen entdecken kann. Die genaue Vorgehensweise der Problem- und Zielbestimmung lässt sich hier in aller Kürze nicht darstellen. Auf eine Besonderheit des Buches muss aber aufmerksam gemacht werden: Die gelungene didaktische Konzeption: Dem, den Inhalt erklärenden Text folgt jeweils eine ausführliche Beschreibung der Übung. Anschließend wird ein (fiktives?) Transkript eines Beratungsgesprächs zur selben Thematik abgedruckt und dann erst folgt die Übung, begleitet durch eine tabellarische Kurzanweisung, die die Aufgabe, die (als Anregung) die entsprechende Frage und Hinweise, worauf besonders zu achten ist, enthält.

Kapitel 5 schließt inhaltlich an und führt die begonnene Übung fort. Nach der Problem- und Zielbestimmung geht es nun um die Arbeit mit Ressourcen. NLP hat zum Ziel, den Menschen zu befähigen, für ihn wichtige Ressourcen in den richtigen Momenten abzurufen. Dies geschieht in gewohnter Mischung aus Text, Transkript und Übung.

Das 6. Kapitel wird eingeleitet mit einem Text, der den verantwortungsvollen und vorsichtigen Umgang bei der Arbeit mit Menschen betont. Denn leider erweckt NLP in seiner Darstellung (auch in diesem Buch) immer wieder den Anschein, Veränderungsarbeit gehe leicht von der Hand. Das ruft schnell "leichte" Versprechungen auf der einen und Misstrauen auf der anderen Seite hervor. Im Ganzen spricht sich dieses Buch aber eindeutig für einen sensiblen und verantwortungsvollen Umgang mit NLP aus, auch um dem häufigen Vorwurf der gezielten Manipulation zu begegnen. Das Thema Ankern kennt im Prinzip jeder aus seinem alltäglichen Leben, ein bestimmtes Musikstück, eine Berührung erinnern an eine Situation, eine Person oder ein ganz bestimmtes Gefühl. Alexa Mohl zeigt an dieser Stelle, wie sich ganz bewusst Anker setzen lassen, immer mit dem Ziel mehr eigene Ressourcen verfügbar zu machen.

Anschließend (Kapitel 7) geht es um Reframings (Umdeutungen). Die von Alexa Mohl teils neu entwickelten Übungen zielen darauf ab, die positive Absicht eines Problemverhaltens herauszufinden und neue Verhaltensweisen zu entwickeln, um in kritischen Situationen handlungsfähiger zu bleiben. Hier findet auch ein kurzes, kritisch gehaltenes Theoriekapitel seinen Platz.

Im 8. Kapitel geht es schließlich um die Arbeit mit Strategien, dem Erkennen, Analysieren und Verändern von schlechten Strategien. Menschen haben in ihrer Lerngeschichte Strategien für ein umfassendes Verhaltensrepertoire entwickelt. Dabei ist es manchen Menschen gelungen, sehr erfolgreiche Strategien auszubilden (bspw. Schnellleser). Andere wiederum werden von nicht (mehr) optimalen Strategien in ihrem Handeln behindert. NLP will dazu dienen, erfolgreiche Strategien in den richtigen Momenten verfügbar zu machen.

Bei den Submodalitäten (Kapitel 9) handelt es sich vorrangig um Unterscheidungen, in denen die Ergebnisse von Sinnestätigkeiten dargestellt werden, also z.B. der Helligkeit und Farbe eines Erinnerungsbildes. Mit Hilfe von Dissoziationstherapien (Technik wäre wohl angemessener) wird versucht, diese Submodalitäten bewusst zu verändern und so unangenehme, mit Angst besetzte, Erinnerungen bearbeitbar zu machen.

Zum Schluss präsentiert Alexa Mohl noch eine komplexe, nur für bereits geübte Anwender gedachte Veränderungsstrategie: Das Re-Imprinting nach Robert B. Dilts. Im Kern geht es darum, Glaubenssätze, d.h. Überzeugungen und Annahmen über sich und die Welt zu verändern, wenn diese mit stark negativen Gefühlen verbunden sind und den Menschen behindern. Auch wenn man sich an so eine recht tief dringende Thematik nicht heranwagt, zeigt es doch den Horizont auf, den NLP noch zu bieten hat.

Fazit: Ein Buch, das zum Weiterlesen anregt. Eine hervorragende Darstellung auch für nicht NLPler, Berater und Führungskräfte, eben alle, denen neben fachlichen Aufgaben auch Menschen anvertraut werden oder die einfach mal reinschnuppern wollen, worum es im NLP geht. Aber "Der Zauberlehrling" ist kein Buch für Über-Flieger, auch wenn die einfache Sprache, viele Querverweise und ein ausführliches Glossar einen leichten Zugang bieten.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Daniel Wrede, www.danielwre.de)

(Daniel Wrede 27.04.2004)

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ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
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wird dem Buch nicht gerecht 

 

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