Das NLP Übungsbuch von Peter Kraft enthält etwa 150 auf NLP basierende Übungen zu den Bereichen Selbstmanagement, Therapie/Coaching und Teamentwicklung. Das macht es, wie der Titel ankündigt, zu einem reinen Übungsbuch. Wer eine Einführung ins Thema sucht, ist hier falsch bedient; wer hingegen eine Vielzahl an Übungen von den NLP- Basics bis zu größeren Veränderungsmodellen sucht, wird fündig.
Die einzelnen Übungen sind didaktisch hervorragend aufbereitet. Der Anwender erhält Informationen zu Eignung, Zielsetzung, Anforderungen und Zeitbedarf. Dazu gibt es Verweise, welche Übungen direkt angeschlossen werden können bzw. ein ähnliches Format bedienen. Ein Glossar rundet die Verweistechnik innerhalb des Buches ab. Die Darstellung und die Sprache des Buches sind einfühlsam, vorsichtig, ja manchmal fast wie von einem außenstehenden Beobachter geschrieben, so dass man sich beim Lesen nur sehr selten von der eigentümlichen NLP- Terminologie ablenken lässt. Das Buch liest sich flüssig und ist informativ, auch wenn man nicht alle Übungen alleine machen kann und teilweise eine Übungsgruppe braucht.
Inhaltlich wird der Schwerpunkt insofern auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit gelegt, dass das Enneagramm-Persönlichkeitsmodell integriert wird. Ziel dieser Verbindung ist es, so der Autor, die angebotenen Übungen und Modelle zielgerichteter nutzen zu können, sowohl bei sich selbst, als auch beim Klienten. Kraft kritisiert, dass NLP- Interventionen zwar auf die Aufhebung individualspezifischer Einschränkungen zielen, aber nicht thematisieren, inwiefern diese Einschränkungen Ausdruck einer typabhängigen Persönlichkeitsentwicklung bzw. -störung sind. So beschäftigen sich die ersten 50 Seiten des Buches, das übrigens im A4 Format daher kommt, ersteinmal mit den Grundlagen des Enneagramms. Am Ende des Buches, wenn es um die Arbeit mit Strategien geht, wird die Enneagramm- Modell wieder aufgegriffen; man kann seinen eigenen Typen bestimmen und in einigen Übungen damit arbeiten.
Der Aufbau der gesamten Darstellung ist sehr übersichtlich, so dass sich schnell zu jedem NLP- Schlagwort eine Übung finden lässt. Der Übungsteil gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Bereiche:
- Basisbausteine: Repräsentationssysteme, Physiologien, Kalibrieren, Rapport, Wahrnehmungspositionen, Ankern
- Veränderungsrahmen: Zielbestimmung, Ressourcen, Ökologie Check, Future-Pace
- Modelle der Veränderung: Submodalitäten, Meta-Modell, Milton-Modell, Reframing, Strategien, Time-Line, Glaubenssysteme und logische Ebenen.
Viele Übungen, gerade im Bereich der Veränderungsmodelle arbeiten mit Trance- Techniken, das ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache. Zudem bekommt man bei manchen komplexeren Inhalten das Gefühl, dass sie sich vielleicht nicht so gut in eine 2-3seitige Übung packen lassen, etwa die Parts Party nach Virginia Satir.
Das NLP Übungsbuch setzt voraus, dass man die grundlegenden Konzepte des NLP kennt. Die Fülle und inhaltliche Breite der Übungen, die kleinen Tools (bspw. zur Arbeit mit Metaphern) machen es für diejenigen, die mit NLP arbeiten für eine Fundgrube voller Anregungen und Ideen.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dr. Daniel Wrede, www.danielwre.de) |